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Berichte
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Wintercamp
08.-10.Dezember 2006
Camp- und Schlachtbericht
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Am 08. Dezember 1861
kam ich in einem kleinen Ort bei Hannover / South Carolina an. Mein
ursprünglicher Auftrag lautete mit Sgt. R.T. Hill zusammen
eine berittene Miliz auszubilden. Bei meiner Ankunft erfuhr ich,
dass die gelieferten Pferde für den Dienst bei der Kavallerie
völlig untauglich waren.
Am nächsten Tag meldeten Konförderierte Kundschafter das
sich Unionsinfantrie dem Stützpunkt nährten. So sahen
wir uns nur in der Lage, mit Männern die sich zur Kavallerie
gemeldet hatten nun als Infantrie den Stützpunkt
zu verteidigen.
Um 14.00 Uhr trafen die Förderierten auf unsere "Infantristen
wider Willen" . Durch den Regen der letzten Tage glich die
Gegend einem einzigen Schlammloch.Nach einigen Salven ging die Union
zum Charge über. Nach einigen Minuten war auf beiden Seiten
kaum ein Soldat noch in der Lage zukämpfen. Die Gestürzten
mussten darum kämpfen nicht zu ertrinken.Die Musketen waren
durch Wasser und Schlamm schussunfähig.
Als wir versuchten unsere Leute wieder zusammeln , löste sich
aus den Reihen der Union ein Mann, der mich mit dem Säbel angriff.
Es kam zu einem mehreren Minuten dauernden ausgeglichenen Säbelgefecht,
bei dem ich mehr als einmal im Dreck lag. Zum Schluss landete ich
aber doch einen entscheidenen Treffer.
Als ich neben dem am Boden liegenden Mann kniete stürmte aus
den Reihen der Union ein Soldat auf mich zu und schlug mich mit
dem Gewehrkolben nieder. Später sagte man mir, Dass sich die
Union zurückgezogen habe.
Am Abend trat zur Unterhaltung der Soldaten ein Feuerspucker auf.
Ich schliesse nun und wünsche für alle eine friedliche
Weihnachtszeit und einen guten Rutsch.
Corporal Bill Woodley
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Campbericht
zum Ostercamp
5th-9th April, in the year of the lord 1862
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Die ersten Soldaten
kamen bereits am Mittwoch dem 4. April in Hameln an. Am Donnerstag
und Freitag trafen dann die restlichen Truppen aus Nord und Süd
ein.Dieses Jahr war ein starkes Übergewicht auf Seiten der
Nordstaatler zu verzeichnen.Die Jungs aus dem Norden freuten sich
außerordendlich über diese "historischen Verhältnisse".
So verbrachten wir dann mit den Kameraden und Gästen ein paar
ruhige Tage .
Am Sonntag begann die Ruhe allerdings langsam in Langeweile um zuschlagen.
Aber zum Glück wussten die Mannschaftsdienstgrade Abhilfe zu
schaffen. Nach dem Mittag riefen Corporal Toto und First Sgt. Sailor
die infantry und die Artillery zum Drill zusammen.Die Männer
nahmen diese Abwechslung mit Begeisterung an. Als Corporal Toto
die Bajonette aufpflanzen ließ und Nahkampf ausbildete war
die Infantry kaum noch zuhalten.Die Artillery simulierte "
missed fire " und zur Freude des First Sgt. reagierten alle
mit größter Umsicht und wären so auch im Ernstfall
gewappnet.
Zum Abschluss des Camps trat am Abend noch ein Feuerspucker auf
.Denn wir wissen ja, es gibt nichts schlimmeres als gelangweilte
Soldaten.
Den Sonntagabend ließen wir dann in Ruhe bei einem guten Schluck
mit Kameraden und Gästen ausklingen, die einen am Feuer mit
selbst gesungener Musik und die anderen im Saloon mit historischer
Musik am Tresen oder auf der Tanzfläche. Pvt.
Bill Woodley,april 12th , in the year of the lord 1862
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Campbericht
zum historischen Westernlager in Münchehof
13th -15th April, in the year of the lord 1862
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Vor
einigen Monaten habe ich mich freiwillig zur Unions- Armee gemeldet.
Warum?
Für die Freiheit bin ich bereit das wertvollste zu opfern,
was einem Menschen gegeben ist . doch wie können wir von Freiheit
sprechen, wenn in unserer Mitte Menschen wegen ihrer Hautfarbe versklavt
werden.
Am 14th April traf ich im Camp nahe der Ortschaft Münchehof
ein. Ich meldete mich bei meinem Corporal vom Heimaturlaub zurück
und wurde gleich herangezogen, um bei der Ausbildung der Freiwilligen
zu helfen. Die Jungs sind allesamt deutscher Abstammung und nennen
sich selbst " Braunschweiger Blauröcke ". Sie sind
erst vor kurzem hier eingetroffen und sprechen kaum die Landessprache,
sind sonst aber gute Jungs .
Die Kameradschaft war klasse und verdursten musste auch niemand.
Nach den kalten und nassen Wintermonaten freuten sich alle über
ein paar regenfreie Tage. Ich verstehe nur nicht, warum bei so schönem
alle in Zelten schliefen. Ich schleppte jedenfalls kein unnützes
Gepäck mit und deckte mich mit den Sternen zu. Es war ein schönes
kleines Westerncamp, dass für Zivildarsteller und Reenactor
gleichermaßen zu empfehlen ist.
Pvt. Bill Woodley, april the 16th, in the year of the lord 1862
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Festungsfest
Germersheim
15th -17th Juni, in the year of the lord 1862
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Am
14. Juni begann ich zusammen mit den Jungs von der 1th Texas Cav.
mit den Auftauarbeiten für des Festungsfest. Das ganze hatte
den Vorteil, dass ich so nicht ganz aus der Übung komme, was
das Aufbauen von Zelten angeht. Mein eigenes Zelt habe ich nämlich
das ganze Wochenende wieder nicht aufgebaut. So wurde dann an diesem
Wochenende auch der Begriff des ‚vagabundierenden Reenactors geprägt
(=Reenactor, die aus purer Faulheit nicht mehr als ihren Tornister
mitnehmen und dann bei Regen nicht selten von Fly zu Fly springen).
Gegen Abend kamen auch schon die ersten weiteren Gäste an und
wir ließen den Tag gemütlich ausklingen. Für
Freitag war kein Dienst angesetzt. Den ganzen Tag über kamen
nach und nach die restlichen Truppenteile an. Wir nahmen uns die
Zeit einmal durch die historische Festungsanlage zu bummeln. Die
Festung ist äußerst beeindruckend. Fertig gestellt
wurde sie 1861. Aber nie in Betrieb genommen, weil man nach der
Fertigstellung erkannte, dass die Anlage technisch bereits überholt
ist. Die Festung ist in der Lage mehr als 150.000 Soldaten zu
beherbergen. Von der äußeren Mauer erstreckt sich ein
Stollenwerk kilometerweit ins Umland.
Unser Camp war zwischen der ersten und zweiten Mauer. Zur einen
Seite sah man die Schießscharte der zweiten Mauer, zur anderen
die Eingänge in die erste Wallanlage. Das Bild des Lagers
zwischen den über 140 Jahre alten Wallanlagen lässt
sich nicht beschreiben. Man muss es gesehen haben. Es war weit
und breit nichts zu sehen, was die Authentik gestört hätte.
Nur gegen Abend hat sich mal eine einzelne Bierflasche auf den
Tisch verirrt.
Zum Schutz des Camps wurde nachts durchgehend Wache gelaufen.
Nach der NCO-Besprechung am Freitag hatten die Herren neben dem
Wachplan noch eine weitere Überraschung für uns: Samstag
Dienstbeginn um 6 Uhr!
Nun
war also am Samstag um 6 Uhr Wecken. Die meisten kamen auch ganz
gut aus den Federn. Dann Roll Call, Frühstück, Drill..,
das übliche. Von 9.30 Uhr bis 11 Uhr sollte dann etwas Pause
sein. Zeit zum Aufmunitionieren, Feldflaschen Füllen und
Feldverpflegung Zusammenstellen. Für die meisten jedenfalls.
Ein paar Neulinge bekamen etwas Extradrill, damit für die
Parade am Nachmittag alles sitzt. Ich wurde von dem Corporal als
„Freiwilliger“ zur Unterstützung auserkoren. Auch gut. Rumsitzen
kann ich auch nach dem Krieg noch. Außerdem haben wir schon
mal ein paar Salven abgegeben Dann irgendwann war auch für
mich Pause.
Plötzlich, Kanonendonner! Der Second Sergneant brüllte:
„Alarm!“ War es unsere Ariliery? Unter fortwährendem Beschuss
sammelten wir uns. Erstaunlich schnell hatten wir eine halbe Company
lnfantry zusammen. Wir formierten eine Battleline hinter der eigenen
Artillery. Als diese das Feuer einstellte rückten wir in
Linie vor. Immer wieder Salven abfeuernd vertrieben wir auch die
letzten gegnerischen Plänkler (in weiter Ferne dargestellt
von den Leuten der 1th Texas Cav.). Wir rückten ein gutes
Stück längs des Festungsgrabens gegen einen fiktiven
Feind von und schwenkten dann mit einem Weeling um 180 Grad. Nun
mussten wir uns vorstellen, dass die jetzt verlassenen eigenen
Kanonen die gegnerischen wären. Wir rückten also weiter
vor. Dann kam der Befehl „Fix Bayonet“. Noch zwei Salven und es
wurde zum Charge befohlen. Unter lautem Gebrüll stürmten
wir die Artillery. Die „Schlach“ war gewonnen!
Für eine richtige Gefechtsdarstellung hatten wir leider keine
Genehmigung
bekommen. Der Platz wäre allerdings genial für eine
Solche. Den Graben kann man leicht mit ein paar Mann nach hinten
und vorne Abriegeln. Die Zuschauer könnten sich auf den Festungsmauern
versammeln und wären so aus dem Gefahrenbereich. Vielleicht
beim nächsten Mal.
Dann war erst mal Mittagessen, dann Pause bis zur Parade durch
die Stadt am Nachmittag.
Zur Parade sammelten wir uns dann in Full Battle Order. Die „Vagabundierenden“
schleppten fast ihren ganzen „Hausstand“ mit. Das bei 30 Grad
im Schatten. Während des Marsches war Fix Bayonet befohlen.
Wir gaben ein beeindruckendes Bild ab. Alle hielten gut durch.
Uns vorweg marschierte ein kleiner Trupp Marines aus dem Unabhängigkeitskrieg
(1776). Hinter uns Darsteller US-Militärs aus späteren
Zeiten. Des Weiteren nahmen an dem Umzug Preußen, historische
bayrische Truppen, Ulan, historische Deutsche Truppen, THW, Feuerwehr
und viele mehr teil, Als wir nach dem Marsch wieder Im Camp waren,
hatte keiner mehr Lust auch nur einen Meter zu gehen. Nach dem
Abendessen machten wir uns einen gemütlichen Abend. Später
bekamen wir noch Besuch von den Preußen. Die Wache meldete
keine Vorkommnisse.
Am
Sonntng durften wir ausschlafen. Es war Abreisetag. Nach dem Frühstück
wurde das Lager abgebaut. Ich hatte noch einen Tag Zeit und so
konnte ich das Wochenende ruhig ausklingen lassen.
Pvt.
Bill Woodley, 7th Maine Infantry
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Campbericht
zum Sommerfest in Hameln
13th -15th July, in the year of the lord 1862
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Am
13. Juli gegen 22 Uhr traf ich auf dem Gelände in Hameln ein.
Sofort waren mein „Pferd“ und ich umringt von Freunden und Kameraden,
die uns stürmisch begrüßten. Man fragte mich: „Wo
willst Du aufbauen, was willst Du trinken. wie war die Reise...“
Ich sagte „Lasst mich doch erst mal absteigen“ Nachdem ich dann
auch noch erklärt hatte, dass es doch trocken sei und ich keine
Lust hatte ein Zeit aufzubauen bekam ich gleich von allen Seiten
Angebote in welchen Zelten ich schlafen könnte. Ich dachte
mir nur: ‚lhr habt mich falsch verstanden, ich will ohne Zelt draußen
schlafen. Aber gut, sollte es regnen krieche ich in irgendein Zeit.
Die Chance eines der Angebotenen zu treffen wäre groß
gewesen. - Apropos, darf ich jetzt endlich absteigen?
Nachdem ich meine Uniform angezogen hatte trat ich in Full Battle
Order vor den Lagerkommandanten und meldete mich offiziell. Ich
erklärte ihm dann auch, ich hätte jetzt aufgebaut. Auf
seine Frage: „wo denn?“ Entgegnete ich: „Na hier, direkt vor Ihren
Augen. — Entschuldigung, ich soll doch keine Offiziere verarschen.
Aber wenn sie auf Plastikstühlen sitzen,..
Nun, ich war doch leicht geschockt. Als ich ankam sah ich die Reenactor,
Hobbyisten und Gäste gemeinsam um einen Plastiktisch auf Plastikstühlen
sitzen. Das hat für mich nichts mit historischem Camp zu tun!
Eigentlich wollte ich dann auch bald schlafen gehen, aber irgendwie
machten Steffen, Henning und Ich es uns dann doch noch in einer
Ecke hinter ein paar A-Tents gemütlich. Aus dieser Perspektive
war nichts unauthentisches zu sehen und so hatten wir dann doch
noch einen gemütlich historischen Abend / Morgen. Am
Samstag war denn ausschlafen angesagt. Das heißt Roll Call
um 9.30 Uhr. Danach Frühstück, Arbeitsdienst für
das Fast und für die Teilnehmer der Fechtvorführung
Fechtübungen. Bis ich plötzlich mit einem Säbel
in zwei Teilen dastand. Scheiße! Das war’s dann mit der
Fechtvorführung. Dann eben ein bisschen mehr Drill als Vorführung.
Das soll bei Sonne und 35C doch noch mehr Spaß machen! Und
solange keiner umfällt war es auch nicht anstrengend.
Gut, es hat auch Spaß gemacht. Gebe ich ja zu. Und Lieutenant
R. Sallor hat auch gut aufgepasst, dass keiner umkippt. Bei der
Vorführung des Vorrückens in einer Skirmishline waren
die Kameraden dann kaum noch zu bremsen. Doch Corporal FaIk wollte
absolut keinen „charge“ befehlen. Er wusste wohl, dass er uns
denn nie wieder zum Stehen gebracht hätte. ;)
Und dann am Ende das Beste: Der Offizier gibt als Belohnung für
die Leistung eine Runde kühles Bier aus. Nichts freut einen
Soldaten nach so einem Tag mehr als ein kühles Bier. Da sind
dann die Plastikstühle vom Vortag auch wiedervergessen.
Später fingen Steffen und ich dann an, ein paar alte Volkslieder
zu üben. Sehr erstaunt waren wir, als wir von einer jungen
Dame darauf hingewiesen wurden, dass wir soeben Ihren kleinen
Sohn in den Schlaf gesungen haben. - Ja, was zwei Soldaten und
ein paar Lieder aus der Zeit des US-Bürgerkriegs nicht alles
bewirken können, Am Abend gab es dann gemeinsames Singen
vor dem Zelt des Offizieren, welchem bei ‚British Grenadiers‘
fast die Tränen kamen, Dafür gab’s dann auch Zigarillos
und einen guten Tropfen. Bei solch einer Ehre kann sogar ich als
Nichtraucher nicht „nein‘ sagen.
Der Gesangskreis wurde dann noch privat und im kleinen Kreis auf
ein paar Gumblankets fortgeführt. Wir tranken gerade gemütlich
einen Schluck Brandy, als plötzlich...
Ein schreckliches lautes Geräusch! Moderne Musik aus dem
Salon! Sofort waren die Plastikstüh!e wieder im Gedächtnis.
Die Musik war schnell abgestellt. Aber der Schock blieb. Ich versetzte
Carsten und Erich noch einen weiteren Schock, indem ich ihnen
verkündete, dass ich nicht mehr nach Hameln käme wenn
nicht mehr Authentik Einzug hielte. Fakt ist: wir sind Reenactor.
Wenn wir ein Camp veranstalten hat es authentisch zu sein. Sonst
sind entweder wir keine Reensetor oder der Ort kein Ort für
Reenactor.
Der Rest des
Abends soll dann auch noch recht schön gewesen sein. Aber
darüber sollte vielleicht ein Anderer berichten. Denn mir
fehlt da doch so manche Erinnerung. Am Sonntag wachte ich jedoch
wohlbehalten auf meinen Gumblanket auf. Kann also nicht so schlimm
gewesen sein. Es war bestes Wetter und wir ließen das Wochenende
gemütlich ausklingen.
Ich will hier niemanden erschrecken und auch nicht den Eindruck
erwecken unsere Camps wären schlecht. Das Camp war sehr schön.
Aber es gibt Missstände. die beseitigt werden müssen!
Pvt.
Bill Woodley, 7th Maine Infantry
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Campbericht
Reenactorcamp in Ballenstedt
17th - 19th August, in the year of the lord 1862
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7th
Maine Infantry Volunteer Regiment –
Marschbefehl für Company G –
Eintreffen in Ballenstedt am 17.8.1862 um 12 o’clock a.m. –
Vereinigen mit Verstärkung aus anderen Regimentern –
Verstärkung bereits vor Ort
Gegen 13 Uhr kam ich auf dem Gelände in Ballenstedt
an. Wir erhielten die Anweisung, das Camp auf einer Wiese hinter
dem Saloon zu errichten. Das umliegende Gelände war stark
bewaldet und hügelig. Kundschafter meldeten uns, dass die
Rebellen ihr Camp vor einem kleinen Fort an einem See errichtet
hatten. Um zum gegnerischen Lager zu gelangen mussten wir einen
schmalen Holweg passieren, der weiter am Lager und Fort der Rebellen
auch an dem See vorbei führte. Zur anderen Seite des Weges
gingen bewaldete Hänge steil aufwärts. Die Artillery
der Rebellen war Richtung See aufgestellt. In der anderen Richtung
wäre es für die Infantry ein Leichtes gewesen den Hohlweg
zu blockieren. Die einzige Möglichkeit eines Angriffs wäre
also über die steilen Hänge gewesen. – Wie gut das wir
hier nicht angreifen mussten, sondern nur ein kleines Camp mit
etwas Böllern als Vorführung hatten.
Nach und nach trafen weitere Blaue ein. So wurden
wir doch noch zu einer schlagkräftigen Truppe von fünf
Mann. (Gefühlt wie 10)
Gleich nach dem Eintreffen erkundete ich erstmal
mit Julian das umliegende Gelände inklusive Hügel, natürlich
in „Full Battle Order“. Man kommt ja sonst kaum zum Sport.
Als wir zurück im Camp waren, war auch der Rest der 7th Maine
(Toto) gerade eingetroffen. Wir richteten jetzt erstmal unser
Lager ein und machten Feuer um Kaffee zu kochen.
Plötzlich kam ein Melder und teilte uns mit, dass wir sofort
in Richtung See ausrücken sollten, um der CS-Artillery und
der CS-Infantry Paroli zu bieten.
Also den Kaffee runter geschlungen, aufgerödelt und im „double
quick Step“ auf zum „Schlachtfeld“.
Unter dem Jubeln der Zuschauer und Hobbyisten kamen wir in das
Fort und besetzten zur Linken des Sees unsere Stellungen.
Es muss schon beeindruckend (oder lustig?) ausgesehen haben, als
wir im „double quick Step“, wie eine Kompanie Feuerwehr im Einsatz,
in das Fort einmarschierten.
Jetzt kamen erstmal einige Salven der Artillery. Anschließend
eröffnete die CS-Infantry das Feuer „gegen uns“. Wir lieferten
uns über den See hinweg ein ca. 20 minütiges Gefecht
mit der CS-Infantry. Irgendwann kam dann von Toto die Anweisung,
dass wir ein paar Gefallene haben müssten. Ich wies ihn freundlich
darauf hin, dass dafür von den mittlerweile komplett gefallenen
CS-Infantristen einige wieder auferstehen müssten, um das
Feuer auf uns wieder zu eröffnen. Für plötzlichen
Herzinfarkt sind wir echt zu jung.
Dann war unsere kleine Vorführung auch schon beendet. Sie
wurde von einem Sprecher kommentiert, der Hintergrundinformationen
lieferte und fand beim Publikum reges Interesse.
Nach diesem kleinen Gefecht liefen meine Kameraden
immer noch fast über vor Motivation. Also holte ich mir bei
Toto das Kommando, um mit ihnen noch ein bisschen zu „spielen“.
Auch Toto selbst und einige Graue schlossen sich uns noch an.
Wir marschierten die Straße am See entlang, begleitet vom
Gesang von Private Tobias (20th Maine). Auf halbem Weg zum Ende
des Sees ließ ich anhalten und ließ die beiden Grauen
in die Mitte nehmen. Der Union befahl ich die Bajonette aufzupflanzen.
;) – Spaß muss sein!
Danach ging’s weiter. Am Ende des Sees war ein kleines Sumpfgebiet.
Über dieses war eine kleine Halbinsel und ein Berghang zu
erreichen.
Zwei extrem motivierte Privates (Tobias und Julian) schickte ich
diesen Hang und diese Halbinsel sichern. Ich hatte allerdings
begründete Angst um ihre Gesundheit und so befahl ich, die
Musketen dürften nicht nass werden. (Zitat:“Toto: Die sind
so motiviert, die sichern auch den See, wenn Du befiehlst ‚10
Meter ab Ufer in den See hinein und Stellung halten!’“)
Im Anschluss marschierten wir noch einmal am Lager der Rebellen
vorbei und sangen laut: „Wir sind Deutsche und wir kämpfen
für die Freiheit der Union…“.
Und wir hatten immer noch nicht genug. Wo ein
Berg ist, da will er auch bestiegen werden. Also stürmten
wir noch den nächstgelegenen Steilhang (ca 50m steil aufwärts).
Wir waren vielleicht tot, als wir oben waren.
Auf dem Abstieg wurden wir von unten von den Rebellen noch mal
unter Feuer genommen. Nicht schlecht! Aber gegen unseren „Sturm
auf den little round top“ waren diese paar Kugeln nicht mehr als
eine nette Abwechslung.
Am Fuß des Hügels angelangt sammelte ich das Platoon
wieder und wir marschierten zurück zu unserem Camp.
Vor dem Saloon entließ ich die Männer
dann. Der Großteil der Leute ging mit einigen übergelaufenen
Südstaatlern (Wir hatten einen kleinen Umtrunk versprochen.
– Das lockt natürlich.) zusammen durch den Saloon zum Camp.
Tobias und ich liefen außen um den Saloon – und direkt in
das Feuer der Rebellen. Hatten die doch während unserer Abwesenheit
unser Camp besetzt!? Eine schöne Falle! Zum Glück waren
die anderen auf den Weg durch den Saloon etwas langsamer und konnten
die Schüsse hören. Eine kleine Chance für uns (sie!
Tobias und mich gab’s ja nicht mehr). Aber wirklich Land zu gewinnen
war für uns nicht mehr. Die Falle kam eben zu überraschend.
–Na ja, man stellt normalerweise ja auch Wachen auf.
Am Abend wurde dann gemeinsam gekocht. Das Angebot
an frischer Kost war reichhaltig und willig. Die Frösche
hüpften sogar freiwillig in’s Feuer. Waren wohl leicht depressiv?!
Nach dem Essen kam ich auch endlich dazu mein neues NCO-Sword
aus zu probieren. Tobias erbarmte sich und bot mir mit dem Bajonett
Paroli. Ich stellte fest, dass es mit ein bisschen Übung
doch möglich ist mit dem Degen einen Bajonettangriff zu parieren.
Den Abend verbrachten wir zusammen mit den Rebellen
im Fort. Es wurde viel gelacht und gesungen.
Gegen Mitternacht zog ich mich dann in’s Camp
zurück, machte noch mal Feuer und machte es mir am Feuer
auf meiner Gumblanket gemütlich. Am Morgen merkte ich, dass
Toto es auf der anderen Seite des Feuers mir gleichgetan hatte.
Morgens machte ich noch eilig Feuer und Kaffee;
und gegen 9 Uhr war ich auch schon wieder auf dem „Heimweg“. Man
hat halt Termine.
21st
august in the year of our Lord 1862
Bill Woodley, 7th Maine Infantry Volunteers
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Bericht
Wildflecken 2007
28 th -30th September, in the year of the lord 1862
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Am
28. September traf die 7th Maine gegen frühen Nachmittag
in Wildflecken ein. Der Platz glich einem großen Sumpfgebiet.
Ich fühlte mich spontan an die Verhältnisse von Grants
Truppen in Winter 1862/ 63 vor Vicksburg erinnert.
Wir begannen trotzdem gemäß den Anweisungen der Offiziere
auf zu bauen. Zum Glück war es zu dieser Zeit zumindest von
oben trocken. Wir haben auch einen guten Zeltplatz erwischt. Wir
hatten nur eine geringe Wassertiefe in und um die Zelte und dank
des geringen Seegangs konnten wenigstens unser Corporal und Regina
trocken schlafen.
Ich entschied mich dafür erst gar nicht auf zu bauen und
hatte damit die längste Zeit von allen Kameraden trockene
Schlafsachen.
Heute gab es auch endlich Sold. Wir wurden allerdings mit nur
zwei Dollar abgespeist, was die Moral nicht wesentlich erhöhte.
Einige Zeit nach dem Aufbauen meldeten Späher
das Nahen von Rebelleninfantry. Eiligst sammelten wir uns und
rückten aus um das noch im Aufbau befindliche Lager zu verteidigen.
Die Rebellen waren stark in der Überzahl. Trotzdem konnten
wir die Stellung einige Zeit halten. Als unsere Linien kurz davor
waren ein zu brechen setzte starker Regen ein. Die veralteten
Musketen der Rebellen begannen zu versagen und die Rebellen zogen
sich zurück. Wir waren allerdings auch nicht mehr in der
Lage dem Feind nach zu setzen. So zogen wir uns in das Camp zurück
und versuchten irgendwie den Rest des Tages einiger Maßen
trocken zu überstehen. Nach und nach trafen dann auch unsere
Verstärkungstruppen ein.
Am Abend teilten wir die spärlichen Rationen
mit einander. Ein paar Kameraden hatten irgendwo noch etwas Schnaps
aufgetrieben und so versuchten wir uns etwas auf zu wärmen.
Ich hatte allerdings kaum noch einen trockenen Fetzen am Leib
und so beschloss ich bald mir einen halbwegs trockenen Schlafplatz
zu suchen.
Ich legte mich also unter einen etwas erhöht stehenden Baum
und deckte mich mit einem Gumblanket zu. Ca eine Stund ging das
auch ganz gut, aber plötzlich lag ich im Wasser und stellte
fest, dass das Wasser seitlich auf mein Blanket floss. Ich betete
nur, dass mein Pulver trocken geblieben wäre.
Meine Kameraden hatten sich bereits einige Zeit zuvor in einen
alten Bunker zurückgezogen weil in ihren Zelten kein trockener
Fleck mehr war. Ich meldete mich also bei meinem Corporal ab und
verlagerte mein Nachtlager auch in den Bunker.
Im Nachhinein muss ich aber doch feststellen, dass ich meinen
Kameraden einen Schritt voraus bin, denn: ich brauche kein Zelt,
um nass zu werden!
Im Bunker kam dann auch gute Stimmung auf. Wir waren ca. 15 Mann
von beiden Seiten und feierten Steffens Geburtstag. Wir sangen,
tranken; und Steffen und Dominik machten Musik mit Drumms and
Pipes. Der Klang in diesem Gewölbe war einmalig. In der Nacht
hatte ich allerdings das Gefühl in einem Kühlschrank
zu schlafen. Aber es war zumindest trocken.
Am Samstagmorgen kamen wir dann wegen des langen
Wegs vom Bunker zu spät zum Roll Call. Der Sergeant hatte
aber Verständnis, als er hörte wo wir geschlafen hatten.
Er überließ die Bestrafung Corporal Toto, der zum Glück
auch ein Nachsehen hatte. Heute war das Wetter etwas besser. Es
regnete nur noch vereinzelt.
Jetzt war es kurz nach acht und wir hatten noch bis 9 Uhr Zeit
zum Frühstücken. Wir begannen also eiligst Speck, Zwiebeln
und Mehl in ein brauchbares Frühstück zu verwandeln.
So schafften wir es auch noch frisches Brot zu backen, Kaffee
zu kochen und zu frühstücken.
Um 9 Uhr sollte dann antreten zum gemeinsamen Drill sein. Aber
niemand ließ die 7th Maine antreten. Ich unterhielt mich
kurz mit meinen Kameraden und wir kamen zu dem Schluss, dass wir
ja nicht im Wunschkonzert wären. (Wir beschlossen, dass wir
unmöglich ohne Befehl bei den New Yorkern oder bei den Kameraden
aus Missouri antreten könnten.) So hatten wir also erstmal
etwas Freizeit.
Wir halfen Regina beim Feuer machen, versuchten das auf einmal
durch Windböen gefährdete Fly zu sichern und suchten
uns wo irgend möglich halbwegs trockene Plätze.
Gegen 13 Uhr sammelten wir uns, um ins Feld auszurücken.
Wir bildeten im Wald oberhalb des CS-Artillerylager eine Skirmishline
und warteten dann erstmal.
Nach einiger Zeit wurde ich neben zwei anderen Kameraden von einem
Corporal ausgewählt, um uns dem Gegner zu nähern und
Erkundigungen einzuziehen und zu stören. Wir bewegten uns
also vorsichtig Richtung CS-Camp und gingen in einem Wäldchen
in Deckung. Wir waren doch etwas erschrocken, als wir sahen, was
für eine riesige Armee sich da 100 Meter vor uns sammelte.
Wir beschlossen zu warten und dem Gegner eine Salve in den Rücken
zu verpassen, wenn sich diese Chance böte. Aber es kam ganz
anders. Plötzlich näherten sich einige CS-Scharfschützen
unserem Standort. Sie bemerkten uns zum Glück nicht und bezogen
Stellung in einem Wäldchen zwischen uns und der US-Hauptstreitmacht.
Etwas fassungslos beobachteten wir, wie die gegnerischen Scharfschützen
sich im Wald völlig sorglos und ohne Deckung zu nutzen bewegten.
Sie waren immerhin nur knapp 50m von uns entfernt. Nach einiger
Zeit Beobachtung gaben wir eine Salve ab und zogen uns durch den
Wald zurück zu unseren Truppen. Nachdem wir ein Stück
Wiese überquert hatten gingen wir in Deckung und hielten
kurz Ausschau nach Verfolgern. Aber es fielen keine Schüsse
als Antwort auf unsere Salve. Wir hatten die Scharfschützen
wohl ausgeschaltet.
Wieder zurück bei den restlichen Truppen wurden wir in heftige
Kämpfe mit der CS-Infantry und der CS-Cavallry verwickelt.
Die Übermacht auf Seiten des Gegners zwang uns bald zum stückweisen
Rückzug. Über fast eine Stunde wurden wir stark bedrängt.
Unter erstaunlich geringen Verlusten zogen wir uns immer weiter
zurück. Das Vorrücken der Rebellen wurde erst gestoppt,
als wir unsere Reihen öffneten und unsere Artillery direktes
Feuer auf den Feind eröffnete. So konnte sich die Infantry
wieder sammeln und zurückschlagen. Trotzdem war die Übermacht
der Rebellen erdrückend. Die Rebellen rückten über
eine Wiese gegen uns vor. Besonders fiel dabei ein Captain einer
Einheit aus North Carolina auf. Dieser Mann schien unverwundbar
zu sein. Immer in vorderster Linie bei seinen Leuten traf ihn
doch keine unsrer Kugeln, so oft unsere Scharfschützen auch
auf ihn schossen.
Nach einigen Salven aus der Infantrylinie versuchten wir einen
verzweifelten Charge. Wir mussten über am Wegesrand aufgestapelte
Baumstämme springen um auf die Wiese zu gelangen. Ich rutschte
mit dem rechten Fuß zwischen die Baumstämme und schlug
der Länge nach hin. Es grenzte an ein Wunder, dass ich mir
dabei nicht den Fuß gebrochen habe. Ein Offizier half mir
meinen Fuß zu befreien. Doch auch zu zweit schafften wir
es nur mit größter Mühe, mich aus dieser Falle
zu befreien.
Nach dem Charge sammelte unser Lieutenant die restlichen Leute
wieder und wir zogen uns in den Wald zurück und besetzten
erhöht gelegene Stellungen, die uns gute Deckung boten und
schwer einzunehmen wären. Die Rebellen ließen auch
nicht lange auf sich warten. Sie berannten die Stellungen und
unsere Munition ging langsam zur Neige. Einige Rebellen gelangten
im Nahangriff sogar bis in unsere Stellungen. Ein Rebell lief
mir direkt ins Bajonett. Er sollte mir anschließend als
Feuerschutz dienen. (– Wie gut das dieser Krieg seit 142 Jahren
vorbei ist. Das Grauen muss unermesslich gewesen sein.)
Als unsere Munition gänzlich leer war, gingen wir zum Charge
über und wurden von den Rebellen gebührend empfangen.
Wer gewonnen hat? – Aufgrund der zahlenmäßigen
Überlegenheit wohl der Süden. Aber wir haben uns teuer
verkauft.
Während des Gefechts hatten Regina und Keno
bereits begonnen unser Camp abzubauen. Wir hatten beschlossen
schon am Samstagabend zurück nach Hameln zu fahren. Viele
von uns hatten keine Lust mehr noch eine weitere Nacht in Nässe
und Kälte zu verbringen.
Nach dem Gefecht mussten wir noch einmal antreten, da Dominik
zum Corporal befördert werden sollte.
Anschließend verluden wir die restlichen Sachen auf die
Autos und fuhren dann nach der Verabschiedung bei unseren Freunden
ab.
Gegen Mitternacht trafen wir in Hameln ein. Nachdem wir die wichtigsten
Sachen abgeladen hatten machten wir es uns im Saloon gemütlich
und feierten Dominiks Beförderung.
Pvt.
Bill Woodley, 7th Maine Infantry
6th October in the year of our Lord 1862
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Bericht
Sylvestercamp 2007
28th December -1st January, in the year of the lord 1862
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Am
28.12.1862 trafen sich die Einheiten der IG-Reenactors und ihre
Freunde auf dem Gelände in Hameln erstmals zu einem fast
fünftägigen Silvestercamp.
Am 28.12. wurde abends Baggers Geburtstag gefeiert. Da ich aber
zu dieser Zeit noch im Heimaturlaub bei meiner Familie war, konnte
ich leider an der Feier noch nicht teilnehmen.
Ich stieß
am 29.12. dazu. Sämtliche Soldaten, egal welcher Einheit
unterstanden diesmal Corporal Dominik Freund. Bei meiner Ankunft
am Samstagnachmittag waren die Jungs gerade mit Drill beschäftigt.
Ich meldete mich also bei meinem Corporal und nach einer kurzen
Begrüßung sollte ich mich umziehen und mich dann einreihen.
Praktischerweise ließ er die Privates „In place rest“ stehen,
wodurch ich nur einmal die Linie entlang gehen musste und jedem
mit einem freundlichen „Good Afternoon“ zunickte. Als ich in Uniform
war, teilte mir Corporal Freund dann mit, dass Dienstschluss wäre.
–Wie praktisch!
Am Abend feierten wir das Wiedersehen. Es waren Kameraden aus
Bayern, Hamburg, Braunschweig und vielen anderen weit entfernten
Orten da. Es wurden gemeinsam zeittypische Lieder gesungen, wir
saßen im Saloon vorm warmen Ofen oder standen draußen
am Lagerfeuer. Ein paar ganz mutige hatten draußen ein kleines
Zeltlager errichtet und in den Zelten übernachtet. Ich saß
mit einem meiner besten Freund noch bis zum nächsten Morgen
im Depot. Wir hatten uns seit Ende September nicht mehr gesehen
und hatten uns viel zu erzählen.
Am nächsten
Tag fühlte ich mich dann nur eingeschränkt diensttauglich.
Aber für den Sonntag war auch nicht sehr viel geplant. Es
musste Holz gemacht werden und für den Nachmittag war ein
Fototermin geplant. Aber Bewegung regt ja bekanntlich den Kreislauf
an.
Am Abend kam dann noch der Kamerad Ankes Martius dazu. Obwohl
eigentlich krank und auf Heimaturlaub zog „er“ es vor den Abend
bei seien Kameraden zu verbringen.
Am vergangenen Tage waren zwei Kameraden in Streit geraten. Sie
wurden jetzt gegen Mitternacht aus der Armee entlassen, um in
einem Duell ihren Streit beizulegen. Beide bekamen, wie bei einem
Duell üblich, potentiell tödliche Waffen (Löffel).
Nun durften sie sich nach den Regeln des Löffelboxens unter
meiner Aufsicht bekämpfen. Ich musste doch einige Male einschreiten.
Ich sah es nämlich als Regelverstoß an, dass der Südstaatler
einen Treffer landet. ;) Anschließend wurden beide wieder
in die Armee aufgenommen.
Am
Montag war um 9 Uhr Wecken. Nach dem Roll Call und Frühstück
begann um 10.15 Uhr mit leichter Verspätung der Drill der
einzelnen Einheiten. Parallel zum Frühstück mussten
die Soldaten es noch schaffen sich zu waschen und ihre Aufgaben
zu erledigen. Es hatten doch einige Probleme noch Zeit zum Essen
zu finden. Ab 11 Uhr war, diesmal pünktlich Theorieausbildung.
Steffen erteilte eine sehr lehrreiche Lektion über die Dienstränge
und ihre Aufgaben in beiden Armeen.
Nach dem Mittagessen übernahm dann unser Corporal wieder
den Drill für sämtliche Einheiten. Nachdem wir den Drillplatz
fast bis zum Tode jedes Grashalms gequält hatten marschierten
wir ohne Waffen, aber von einem Drummerboy begleitet unter wehenden
Fahnen in die Hamelner Feldmark. Nachdem wir den Drill um fast
eine Stunde überzogen hatten zogen wir von Drummer und Fifer
begleitet wieder in die Garnison ein. Dafür hatte der Corporal
mir die Company übergeben und selber die Querflöte übernommen.
–Endlich durfte ich mal wieder die Einheit führen! Hurra!!!
Unser Sergeant war sehr zufrieden und auch uns hat es viel Spaß
gemacht.
Am Abend war dann die große Silvesterfeier. Es kamen noch
Gäste von dem 41.New Yorker und viele Zivilisten dazu. Zur
Silvesterfeier wurde dann auch viel moderne Partymusik gespielt.
Ich veranstaltete gegen 23 Uhr noch eine Feuerspuckershow und
um Mitternacht wurde gemeinsam angestoßen. Die meisten hatten
bis 24 Uhr keinen Alkohol getrunken, um nach dem Anstoßen
beim Knallen und Feuerwerk Unfälle zu vermeiden. Anschließend
wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Als ich gegen 5.30 Uhr ins Bett gehen wollte hatte ich doch leichte
Koordinationsschwierigkeiten. Die Rebellen hatten mich bestimmt
zu vergiften versucht!
Ich ging also in das Mannschaftsquartier und stellte am Ende des
Raumes fest, dass ich an meiner Koje vorbei gelaufen war. Also,
about face und zurück. Auf Höhe der Koje ließ
ich mich auf den Boden sinken, legte mich hin und rollte mich
in die ebenerdige Koje. Dann stellte ich leicht verärgert
fest, dass meine ganze Ausrüstung noch auf dem Bett lag.
Also wieder rausgerollt, einen langen Arm gemacht und alles aus
dem Bett gefegt, anschließend wieder hinein gerollt und
endlich schlafen. Was für ein Stress!
Private Bill
Woodley, 7th Maine Infantry
3rd January in the year of our Lord 1863
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Bericht
Wintermarsch 2008
8th - 10th February, in the year of the lord 1863
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Am
Abend des 8. Februar trafen nach und nach die ersten Gäste
in Hameln ein. Das Lagerfeuer wurde angezündet und die Zelte
wurden aufgebaut. Wer bei den herrschenden Temperaturen (nachts
ca. -5°C) nicht im Zelt schlafen wollte konnte es sich in
den Mannschaftsquartieren gemütlich machen. Dort stehen Platz
sparend im U-Boot-Flair errichtet 15 Etagenbetten zur Verfügung.
Wir hatten an diesem Wochenende herrliches Wetter, tagsüber
waren es gefühlte 20°C in der Sonne und nachts wurde
es bitter kalt.
Am Samstag
war pünktlich um 8.30 Uhr wecken und anschließend Roll
Call. Dann hatten wir genug Zeit zum Frühstücken. Am
Lagerfeuer wurde Kaffee gekocht und jeder bereitete sich aus seinen
Rationen ein schmackhaftes Frühstück. (Zum Beispiel
einen Hard Tack in den heißen Kaffee, das schmeckt fast
wie frisch gebackenes Brot; dazu ein Stück Jerky oder Wurst
– was will man mehr?) Nach dem gemeinsamen Frühstück
war bis zum Mittag Drill der einzelnen Einheiten. Im Laufe des
Vormittags war die Truppe dann auch auf ca. 30 Mann angewachsen.
Dann bereiteten wir uns alle für den Ausmarsch ins Weserbergland
vor. Die Feldflaschen wurden aufgefüllt, die Rationen wie
Beef Jerky und Hard Tacks kontrolliert und die Woolblankets und
Gumblankets wurden auf die Knapsacks gepackt.
Wir marschierten diesmal zum ersten Mal alle (bis auf wenige Ausnahmen)
nach Befehl in Full Battle Order aus. Nur die Waffen mussten wir
leider wegen fehlender Genehmigung zu Hause lassen. Für den
Marsch wurde eine ca. 12km lange Strecke durch das Weserbergland
gewählt. Auf einer Wiese nahe einem englischen Stützpunkt
wurde das Gepäck abgelegt und nach 10 Minuten Pause drillte
Sgt. Toto die Truppe ordentlich. Sein Hauptaugenmerk lag dabei
auf Weelings und Oblique-Marching. Es war erschreckend, wie schlecht
diese „große“ Truppe ausgebildet war. Entschuldigend kann
man bestenfalls anführen, dass das Platoon aus Nord- und
Südstaateninfanterie sowie Nord- und Südstaatenartillerie
bestand. Es hätte trotzdem besser laufen müssen, wenn
man bedenkt, dass der Infanteriedrill bei allen Waffengattungen
zur Grundausbildung gehörte. Toto war nach einiger Zeit fast
am Verzweifeln und auch ich verlor nach gefühlter Unendlichkeit
langsam die Lust. Und wenn ich keine Lust mehr auf Drill habe
muss das schon was heißen. Ich war fieberhaft am überlegen,
wie aus dieser Nummer heraus käme? –Dann fiel mir mein Bajonett
ein. Ich könnte mich erstechen. Wenn ich einen erfolgreichen
Selbstmörder reenacte, kann mich niemand zu noch mehr Drill
zwingen. Na ja, dazu kam es dann doch nicht mehr. Es wurde eine
Pause angeordnet und anschließend übernahm Nathan die
Truppe. Da zeigt sich dann, dass es auf jeden Fall nicht am NCO
lag. Aber so langsam wurde es besser. Ich persönlich hätte
mir nur mehr Flankenmärsche gewünscht. Der Formationswechsel
zwischen Column und Line (By the right [or left] flank – march!)
ist meiner Ansicht nach einer der wichtigsten Befehle für
die damalige Infanterie.
Irgendwann machten wir uns auf den Rückweg. Wir marschierten
noch einige Kilometer durch die Hügel und nach unzähligen
Pausen erreichten wir gegen 18 Uhr wieder das Gelände. Wir
waren alle total erledigt aber glücklich!
Die Frauen und einige Invalide hatten im Camp eine heiße
Gemüsesuppe vorbereitet. Ein dreifaches ‚Hurrah’ auf alle
Frauen und Invaliden!!! –Die Suppe hat hervorragend geschmeckt.
Wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend bei Musik und
Tanz und ließen das Wochenende stilvoll ausklingen. Leider
mussten uns einige Gäste aus der näheren Umgebung am
Abend noch verlassen.
Zum Schluss noch eine Info an alle, die es noch nicht, mitbekommen
haben: Es gab im 19. Jahrhundert noch keine Bierflaschen! (Die
entsprechenden Leute fühlen sich hoffentlich angesprochen.)
Es wurde aber
an diesem Wochenende nur authentische Musik gespielt. Wir sind
mit vollem Gepäck ca. 12km marschiert. Verpflegt haben wir
uns größten Teils aus unseren Rationen, am Samstagabend
gab es eine leckere Gemüsesuppe. Das Wetter und Programm
war einfach super.
Fazit: Ein durchweg gelungenes Wochenende im 19. Jahrhundert.
Private Bill
Woodley, 7th Maine Infantry
17th February in the year of our Lord 1863
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Bericht
Camp- und Schlachtbericht zum Ostercamp in Beerse (Belgien) und
Ostercamp in Hameln
21st - 24th March, in the year of the lord 1863
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Am
21.3. bin ich gegen 10 Uhr morgens in Beerse angekommen. Ich kämpfte
mich mit Marschgepäck durch matschige Wege und erreichte
fast schwimmend den Campground. Ich machte mir schon fast Sorgen,
wie ich das Pulver trocken halten sollte, fand dann aber doch
ein paar trockene Stellen.
Das Camp machte einen traurigen Eindruck. Die Wiese war fast vollständig
überflutet (wie Sumpfgebiet halt). Das US-Lager bestand aus
einem Sipley und einem eingestürzten Walltent. War die Schlacht
etwa schon vorbei? War ich zu spät?
Das CS-Lager bestand aus wenig mehr Zelten.
Da im US-Lager kein Leben war beschloss ich erstmal nach den „Feinden“
zu sehen. Bei der Kavallerie traf ich auch gleich ein paar alte
Bekannte, die mich auf Grund meiner blauen Uniform mit verhaltener
Freude begrüßten. Na ja, kann man es ihnen verübeln?
Dann entdeckten die Belgier die US-Verstärkung aus Deutschland
und ich wurde herzlich empfangen. Zuerst zeigte man mir welches
Walltent beheizt ist und was man da alles zu trinken hat. Ach
ja, ich vergaß zu erwähnen, wir hatten ca 3°C und
Schneeregen.
Nach einem kleinen Begrüßungsschluck machte ich mit
dem Kompaniechef der Belgier (Captain Marco Perrez von der 8th
Texas Cav. Comp. F)in der nächsten Regenpause eine Lagerbegehung
und suchte mir im US-Lager einen Platz für mein Dogtent.
Ich war erfreut festzustellen, dass der Platz für das US-Lager
etwas erhöht stand. Wir waren also nicht wie in Wildflecken
07 ganz im Wasser, sondern nur im Schlamm. Ich taufte das ganze
trotzdem „Wildflecken 07 Revival Camp“.
Als mein Zelt gerade stand kamen Sturm und Schneeregen auf. Nach
kurzer Zeit hatte ich jede Menge Schneematsch in Zelt und Decken.
Schei…! Also mit dem Ausgang zur Lagerstraße hin war auf
jeden Fall nichts, denn von da kam der Wind. Ich fing auch schon
mal langsam an mich nach anderen trockenen Plätzen umzusehen.
Nur für den Fall, dass mein Dogtent vielleicht die Nacht
nicht übersteht. Nachdem mir Billy (3rd Platoon CS-Batallion)
aber noch ein weiteres Gumblanket geliehen hatte und ich mit Hilfe
von zwei Gumblankets und jeder Menge Stroh das Zelt zur Lagerstraße/
Windrichtung hin so ziemlich wind- und wasserdicht gemacht hatte
erschien mir mein Dogtent doch schon realistischer als Schlafplatz
für die nächsten Nächte. Wegen der starken Sturmböen
brachte ich so viele Sicherungsleinen an, dass mein Zelt auch
ohne das zweite Shelterhalf gestanden hätte.
An Drill war leider bei dem Zustand der Wiese an diesem Tag nicht
mehr zu denken. Auch einen Ausmarsch durch den Wald konnten wir
nicht machen, weil wir wegen den Sturmböen das Lager nicht
alleine lassen konnten. Schade! Aber wir machten uns trotzdem
einen schönen Tag. Bei der CS-Kavallerie wurde ich noch zu
so einigen kulinarischen Delikatessen eingeladen und auch das
eine oder andere Getränk wurde verkostet. Dem konnte ich
natürlich nicht nachstehen und reichte als Gegenleistung
Beef Jerky und „7th Maine Chor Geist“.
So nach und nach wuchs dann auch das US-Lager und so verbrachte
ich dann noch einen schönen Abend am Feuer mit neuen Freunden,
die aus Schottland waren, für die Union kämpften und
eigentlich Belgier waren. – Ich hoffe, ihr könnt mir folgen.
Die meistgesprochene Sprache am Lagerfeuer war Englisch – ein
Aspekt der ungemein zur Authentik beitrug. Ich briet mir an diesem
Abend zum ersten Mal etwas von meinem selbst gemachten Salted
Pork. Ich stellte dann auch fest, warum die Jungs es damals scheiße
fanden. Es war so salzig, dass ich nur ein paar Stücken mit
Hard Tacks zusammen essen konnte. Ich habe es wohl nicht lange
genug gewässert.
Am nächsten
Morgen war um 7 Uhr Wecken. Der Roll Call viel aus. Faule Offiziere!
Also war Zeit in Ruhe zu frühstücken. Das Wetter war
an diesem Tag deutlich besser. Wir hatten jetzt 3°C und meistens
Sonne. (Wenn es nicht gerade geregnet hat!)
Gegen 10 Uhr sammelten wir uns alle zu einem gemeinsamen Ausmarsch
durch die umliegenden Wälder. Endlich! Marschbefehl: Full
Battle Order! Waffen inklusive – es lag auch ein Tragegenehmigung
vor! Mittlerweile waren wir ca. 10 Mann auf Seite der Union und
ein Paar mehr auf Südstaatenseite. Wir machten einen ca zweistündigen
Marsch durch die Wälder. Endlich taten die Offiziere was
gegen unser Frieren!
Als wir dann im Lager zurück waren hatten wir über Mittag
Zeit zum Essen, flicken der Ausrüstung, … usw. Wir waren
erstaunt, wie weit in den zwei Stunden Marsch der Wasserpegel
auf dem Platz gefallen war. Ich fing schon mal vorsorglich an,
die Kameraden vor einer drohenden Dürreperiode zu warnen.
Um 14 Uhr ging es dann in die Schlacht. Die Kundschafter hatten
Rebellen von Osten gemeldet.
Wie wir so in der Battleline standen und auf das Eintreffen der
Artillerie warteten, stellte ich fest, dass es in dieser „Armee“
keine 3 Leute gab, die die gleiche Sprache gesprochen hätten.
Befehlssprache war Englisch – ok, aber ansonsten unterhielt man
sich auf Englisch, Deutsch, Flämisch, Französisch… .
Dann tauchten vor uns zwischen den Bäumen plötzlich
Sharpshooters auf und nahmen uns unter Feuer. Wir erwiderten das
Feuer und gingen in der Linie vor, unterstützt von unserer
Artillerie. Dann formierte sich an der linken Flanke der Rebellen
ebenfalls Artillerie und nahm uns unter Feuer. Unsere Infanterie
steckte einige schwere Treffer ein. Die Linie brach zusammen und
die Männer suchten ihr Heil in der Flucht. Der First Sergeant
schaffte es aber die Linie hinter unsere Artillerie wieder zu
sammeln, so dass wir uns an ihrer Flanke neu formierten. Wir bekamen
wieder einen Befehl gegen die feindlichen Skirmischer vorzugehen.
Nach ein paar Salven wurde der Befehl zum Charge gegeben. Jeder
vernünftig denkende Mensch hätte diesen Charge gegen
eine Übermacht für ein Himmelfahrtskommando gehalten.
Aber wir stürmten vorwärts! An diesem Tag kam kein Unionssoldat
auf Bajonettdistanz an die Rebellen heran. Die Konföderierte
Artillerie setzte uns beim Marsch über das Feld stark zu.
Den Rest gab uns dann die letzte Salve der Rebellen. Als wir nur
noch wenige Meter vom Feind entfernt waren feuerten die Rebellen
diese letzte Salve ab. Diese Kompanie gab es nicht mehr! Alle
lagen tot oder verwundet im Marsch. Ein schwarzer Tag für
die Union!
Das Gefecht
war zu Ende. Wir bekamen den Befehl wieder zum Leben zu erwachen.
Ich habe selten so eine nasse und verdreckte Unionsinfanterie
gesehen. Den Rebellen hat’s aber gefallen.
Wir marschierten wieder ins Camp und wurden von Dudelsackmusik
und heißem Kaffee empfangen. Bei den Schotten gab es auch
heißes Irish Stew. Genau das richtige am Ende eines solchen
Tages.
Nachdem die Waffen gereinigt waren begaben wir uns in den Saloon,
in Hoffnung auf ein warmes Getränk und einen geheizten und
windfreien Raum. Das heiße Getränk bekamen Billy (die
Billy!) und ich auch. Wirklich warm war es aber im Saloon nicht.
Aber wenigstens war es windgeschützt. Ich erinnere noch mal:
draußen waren es immer noch ca. 3°C.
Gegen Abend begaben wir uns dann noch einmal ins Camp, um uns
für den abendlichen Ball etwas heraus zu putzen. Zum Glück
habe ich meinen Frockcoat immer im Softpack!
Wir verbrachten einen gemütlichen Abend im Saloon, der für
mich allerdings ziemlich früh endete. Es war mir einfach
zu kalt und an heißen Getränken wurde nur Kaffee ausgeschenkt.
Und Bier wärmt irgendwie nicht. Ich zog also schon vor Mitternacht
meine Decken im Dogtent dem Saloon vor.
Am Sonntagmorgen
wurden wir von klirrendem Frost begrüßt. Die Schuhe
waren steif gefroren und der Matsch hatte sich in Eis verwandelt.
Da musste erstmal ein Feuer her.
Nach einiger Zeit brannte das Feuer dann auch und während
meine Bohnen am köcheln waren (dazu gab’s das salted Pork
vom Freitag) bereitete ich den Abmarsch nach Hameln vor. Das Camp
war zu diesem Zeitpunkt (ca. 7 Uhr) noch totenstill. Ich zündete
mir eine Pfeife an und genoss die Wärme des Feuers und die
Stille. Die Brogans tauten auch langsam auf! Nach einiger Zeit
gesellten sich zwei Südstaatler auf der Suche nach Wärme
zu mir ans Feuer und so langsam erwachte das Camp auch zu neuem
Leben.
Gegen 12 Uhr hatte ich dann die gesamte Ausrüstung verstaut
und machte mich nach kurzer Verabschiedung auf den Weg nach Hameln,
um dort den Rest der 7th Maine zu treffen.
Am frühen
Nachmittag traf ich in Hameln ein. Wie ich plötzlich in leicht
verdreckter Feldkleidung vor meinen Kameraden der 7th Maine, 29th
Independence Battery und 8th Virginia stand, kam mir eine überraschte
und herzliche Begrüßung zu teil. Die ersten Minuten
war ich voll damit beschäftigt, die Grüße aus
Belgien auszurichten und zu erzählen, was in den letzten
Tagen im Feld in Beerse los war.
Anschließend kümmerte ich mich um meine Ausrüstung
und versuchte hauptsächlich meine Gumblankets wieder trocken
zu legen. Dabei stellte ich fest, dass an einigen Blankets immer
noch das Eis der letzten Nacht haftete. Ich war kaum fertig, da
wurde zum Drill gerufen. Ein neuer Kamerad sollte eingewiesen
werden und Skirmish sollte ausgebildet werden. Skirmish mit einem
Neuling, der kaum die Grundlagen kennt? Dazu später… Ich
war gerade angetreten, da teilte mir der Corporal mit, dass ich
meinen Knapsack ruhig ablegen könne. „Muss ich denn L“, war
meine Frage „ich habe mich doch gerade erst daran gewöhnt.“
Nun, ich durfte ihn aufbehalten. Der Neue, René ist sein
Name stellte sich recht gelehrig an. Mit der Ausbildung für
Skirmisher war er trotzdem überfordert. Kein Wunder! Setzt
das ja auch sehr viel Grundwissen voraus. Auch unser Corporal
war bei diesem Thema nicht ganz fitt und so wurde ich gebeten
die Ausbildung zu übernehmen. Mir fielen zwar noch ein paar
Befehle ein und wie es aussehen und funktionieren soll bekamen
wir auch noch hin. Aber die einzelnen Befehle zum Agieren in der
Skirmish-Line wollten keinem mehr einfallen. Dann kamen noch weitere
Streitpunkte über die Durchführung der Ausbildung dazu,
so dass ich irgendwann genug hatte und kurz „desertierte“. Mich
also von der Ausbildung eigenmächtig entfernte und eine Putz-
und Flickstunde einlegte. Und ich hatte Glück: es hatte keine
Konsequenzen für mich, außer dass mich mein Corporal
später fragte, ob ich beleidigt oder verärgert sei.
Verständnisvolle Vorgesetzte muss man sich „wählen“!
Am Abend wurde dann noch ein kleines Osterfeuer veranstaltet.
Ich zog mich mit ein paar Kameraden in Toto’s Depot zurück,
um Salted Pork with Beans zu zubereiten. Wir machten daraus eine
einfache aber sehr schmackhafte Suppe. Den Abend verbrachten wir
dann auch fast die ganze Zeit im Depot. Da war es einfach am gemütlichsten.
Wir genossen ein paar Fläschchen „7th Maine Chor Geist“ und
nach und nach wurden es immer mehr Leute im Depot. Eine lustige
Runde, in der viel gelacht und gesungen wurde.
Irgendwann zog ich mich dann zurück in mein Quartier (Henning
von der 8th Virginia gewährte mir in seinem Zelt Asyl). Es
war ein gelungener Abend und krönender Abschluss für
ein wunderschönes Wochenende.
P.S.: Wer
frieren am Lagerfeuer bei 3°C und Schneeregen scheiße
findet hätte das ganze Osterwochenende wohl nicht so toll
gefunden. Aber für die wenigen Verrückten, die sich
in Beerse und Hameln über Ostern versammelt haben war es
eine tolle Zeit.
Private
Bill Woodley, 7th Maine Infantry
29th March in the year of our Lord 1863
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Kleine
Anekdote zum Bootcamp der 17th Missouri 2008
11st - 13rd April, in the year of the lord 1863
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Am
Abend des 12. April 2008 sollten wir auf dem Bootcamp in Dahlsen
eine kleine Gefechtsübung durchführen. Wir hatten jetzt
schon seit dem frühen Morgen Drill und Ausbildung genossen
und gingen nun in Skirmish-Line im Wald gegen die Verteidiger
der Stadt vor (so das Szenario). Sandy und ich hatten irgendwie
den Kontakt zu den anderen verloren und rückten in ca. 5
– 10m Abstand zu einander weiter vor. Plötzlich tauchten
auf einem Weg vor uns in ca 100m Entfernung Soldaten auf. Direkt
am Wegrand war ein ca. 1m hoher Wall aufgeschüttet. Wir verständigten
uns die etwa 50m zum Wall im double Quickstepp zu überbrücken,
uns an den Wall zu werfen und zu feuern.
Wenige Sekunden später krachten die Musketen (jedenfalls
hätten sie gekracht, leider fehlte ein Böllergenehmigung).
Im selben Moment erkannte ich unseren Fehler. Es waren unsere
eigenen Leute. Scheiße! Das kommt davon, wenn beide Seiten
die gleichen Uniformen tragen.
Wir riefen die Männer an und verließen die Deckung
in der Hoffnung nicht beschossen zu werden. Und wir hatten Glück.
Unsere Männer erkannten uns und schossen nicht. Bei den eigenen
Leuten dann meine angstvolle Frage: „Haben wir jemanden getroffen?“
Ein Mann saß am Wegesrand und hielt sich den Arm. Wir hatten
ihn verwundet.
Wie gut, dass das nicht echt war!
Private
Bill Woodley, 7th Maine Infantry
21st April in the year of our Lord 1863
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Bericht
zum Civil War Weekend Templin (Billy)
30th April - 4th May, in the year of the lord 1863
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Ich
habe mich nach langem Ringen (gegen die eigene Faulheit) entschlossen
einen auszugsweisen Bericht zu schreiben, weil der Ausführliche
bei einem 4 Tage-Event einfach zu lang würde.
Am
späten Abend des Mittwochs traf mein geschätzter Freund
Sandy von der 17th Missouri ein. Nach dem Aufbau nahmen wir unsere
Ausrüstung (Full Battle Order) und suchten uns einen Platz
für einen Outpost. Nach einiger Zeit des Suchens machten
wir es uns im Stroh- und Heulager gemütlich. Von dort aus
konnten wir das gesamte Lager gut überblicken und waren selber
nicht auf den ersten Blick sichtbar. Und außerdem war es
dort gemütlich.
Am Donnerstagmorgen gegen kurz nach 6 Uhr beobachteten wir einen
Trommler der in Richtung der Mitte des Platzes marschierte und
dort begann zum „Roll Call“ zu trommeln. Roll Call? Von der Order
wussten wir nichts! Für heute Vormittag war Dienstfrei und
Ausschlafen angeordnet! – Ich griff also nach meiner Muskete,
lud und schoss (nur mit Zündhütchen, Schießerlaubnis
hatten wir erst ab 11 Uhr).
Das hatte ich mir schon immer mal gewünscht. Da brüllt
einer „Roll Call“ und ich antworte mit einem Schuss. Na ja, als
Feldwache muss ich doch auch unnötige Ruhestörung verhindern,
oder? Mein Sergeant wird immer wütend, wenn er vorzeitig
geweckt wird!
Ein paar Stunden später beobachteten wir die 8th North Caroliner
beim Aufmarsch. Wir beschlossen erstmal abzuwarten. Dann riefen
sie zum Roll Call und die restlichen Südstaatler traten an.
Sie bedeuteten uns, auch anzutreten. - Wir bei den Rebellen mit
antreten? Na gut, nach kurzem Zögern machten wir uns auf
den Weg, die Musketen bereit. Ca. 20m vor erreichen der Südstaatler
pflanzten wir die Bajonette auf. Nur um deutlich zu machen, dass
wir uns da zwar mit hinstellen, aber nicht dem Befehl des CS-Captains
unterstehen. Dementsprechend platzierten wir uns dann links und
rechts der Linie und lauschten dem Vortrag des Captains.
Danach ging’s erstmal in die Stadt, um im Saloon einen Kaffee
zu trinken.
[…]
Um 13 Uhr war dann eine kleine Vorführung in der Stadt auf
einem Ranchgelände geplant. Wir sollten als Jayhawker (ca.
6 Mann) eine Farm überfallen, um den Familienvater einen
Südstaatensympathisanten zu verhaften. Beim Angriff auf die
Farm stellten wir fest, dass der Mann nicht da war und der Rest
der Familie verschanzte sich im Haus. Nach kurzem Gefecht stürmte
plötzlich der Sohn, ein Junge von ca. 12 Jahren, mit einem
Knüppel bewaffnet auf mich zu, als ich gerade beim Laden
war. Ich setzte ihn außer Gefecht und versuchte dabei ihn
nicht allzu schwer zu verletzten, was unter Umständen mit
den Gewehrkolben gar nicht so einfach ist. Wir nahmen den Jungen
dann gefangen und erpressten so die Aufgabe der Verteidiger im
Haus.
Wir konnten die Mutter und ihren Sohn lebend gefangen nehmen.
Als wir sie gerade verhörten griffen uns plötzlich Bushwaker
an. Das musste der Familienvater mit seinen Leuten sein. Wir waren
gezwungen uns im Haus zu verschanzen und lieferten uns ca. 10
Minuten lang ein Feuergefecht mit den Rebellen. Dann ging eine
Überzahl von Rebellen zum Charge über und wir konnten
das Haus nicht mehr halten. Wir gingen in den Nahangriff und schlugen
uns tapfer mit dem Bajonett. (Wir hatten mit ein paar Leuten der
8th North Caroliner Bajonettfechten einstudiert. Mein Gegner sollte
mich eigentlich besiegen, aber irgendwie konnte er nicht töten.
Den Schlag mit dem Gewehrkolben hat er gut hin bekommen, aber
das Herumschwingen des Gewehres und zustechen mit dem Bajonett
klappte immer nur, wenn da keiner lag. Sobald ich da lag konnte
er das Gewehr nicht mehr herumschwingen. Also musste ich gewinnen.
Ich kann „töten“! )Aber die Überzahl war zu groß.
Wir zogen uns zurück und nahmen den Jungen mit, verloren
dabei aber die Mutter.
[An dieser Stelle wurde das Szenario abgebrochen und am Samstag
fortgeführt. Der Vollständigkeit halber schreibe ich
aber direkt weiter.]
Ein Stück hinter dem Haus war ein Wasserturm. Hinter dem
verschanzten wir uns mit unserem Gefangenen. Die Rebellen griffen
wieder an und wir konnten unsere Stellung nur ein paar Salven
lang halten. Dann waren wir erneut gezwungen uns zurück zu
ziehen. Beim Stellungswechsel flüchtete der Junge. In der
Stellung hatte er verängstigt am Boden gesessen, aber als
wir ihn mitnehmen wollten ergriff er in Panik die Flucht und rannte
zu seinen Leuten. Wir suchten erneut Deckung hinter ein paar Strohballen.
Langsam wurde es brenzlig. Mehrere Kameraden waren schon verwundet
und einer war gefallen. Es war eigentlich ein Wunder, dass wir
den Rebellen überhaupt noch Gegenwehr liefern konnten.
Als die Situation schon völlig aussichtslos wirkte marschierte
plötzlich eine Kompanie reguläre Unionsinfanterie auf.
Unsere Rettung! Unter dem Schutz der Salven unserer Infanterie
konnten sich die letzten Überlebenden hinter die neu formierte
Linie zurückziehen.
[…]
Gegen 14.45 Uhr (Donnerstag) sammelten sich die Unionstruppen
in der Mainstreet und „erwarteten“ den Angriff auf Lawrence. Der
Offizier befahl uns „in der Gegend verteilen!“. Sandy und ich
grinsten nur: „Wir sind dann im Saloon am Tresen. Schick einen
Melder, wenn sie bis auf den Saloon vorgerückt sind“ war
unsere Antwort. J „Außerhalb des Saloons verteilen!“ war
die modifizierte Order. Schade!
Dann griffen die Rebellen an. Wir bildeten eiligst in der Mainstreet
eine Linie und lieferten uns mit den Angreifern ein heftiges Rückzugsgefecht.
Nach ein paar Salven erwischte mich eine Kugel und ich erlebte
das weitere Vorrücken der Rebellen aus der Käferperspektive.
Nach dem Gefecht war bis 18 Uhr Dienstfrei und uneingeschränkte
Ausgangserlaubnis gegeben. Sandy und ich guckten uns an. Der Offizier
von vorhin war noch in Hörweite. „Ab in den Saloon! Bis 18
Uhr dürfen wir uns wie Soldaten auf Stadturlaub benehmen!“
sagte ich.
[…]
An diesem Tag war kein Dienst mehr. Nachts konnte ich wegen Kälte
und Schmerzen in der Schulter nicht schlafen und beschloss Wache
zu gehen. Bewegung und eine Aufgabe verdrängen Kälte
und Schmerzen ganz gut. Ein junger Kamerad aus der 17th Mo. (Christian)
gesellte sich noch dazu und so machten wir ca. 1 ½ Stunden
Wache. Wir richteten ein Zelt wieder auf und versuchten Ruhestörungen
zu unterbinden. Ein paar Milizsoldaten empfahlen uns einen Therapeuten,
als sie uns um 2 Uhr morgens auf Wache trafen. Wir guckten erstaunt.
„Wieso? Der letzte Therapeut hat uns doch das hier schon als Therapie
verordnet.“ Wir hatten ein friedliches Zusammentreffen mit der
regulären Lagerwache der 8th North Caroliner. Sonst passierte
in dieser Nacht nichts mehr.
Die 8th North Caroliner übernahm in dieser Nacht sämtliche
Wachen, damit die Gäste in der (für die meisten) ersten
Nacht ruhig schlafen konnten.
[…]
Am Freitag war um 12 Uhr eine Dressparade in der Stadt. Unter
passender Musik marschierten wir in die Stadt ein. Ben McCoy hielt
eine Ansprache und auch Captain Letz hielt eine kurze Ansprache.
Dann gaben wir einen Salutschuss ab. Das Publikum war begeistert.
Das sollte sich am nächsten Tag wiederholen.
Anschließend rückten wir aus in ein Waldstück
zwischen dem Campgelände und dem See und warteten auf die
Rebellen. Die Infanterie wurde in Viermannsquads plus Squadleader
aufgeteilt. Wir verteilten uns im Wald, um die Rebellen beim Vorstoß
möglichst früh aufzuspüren. Im Wald standen alte
Hütten zwischen denen wir auf der Suche nach dem Feind vorrückten.
Durch die Hütten hatten wir das Problem, dass der Feind quasi
15m neben uns vorbeiziehen konnte, ohne dass wir ihn zu Gesicht
bekommen würden. Für eine Skirmishline über das
gesamte Gebiet war das Gelände zu groß. Es kam also
auf Glück an. Und das Glück hatten die Rebellen. Plötzlich
hörten wir hinter uns Musketenfeuer, dann Artillerie. Corporal
Freund führte uns zurück, um uns mit den anderen Squads
zu vereinigen oder die Rebellen in die Zange zu nehmen. Wir schalteten
einen einzelnen Rebellen aus und entdeckten dann die feindliche
Artillerie, dummerweise gedeckt durch ein großes Aufgebot
Infanterie. Zu viele für uns. Wir zogen uns eiligst zurück.
Ziel war wieder die Vereinigung mit der restlichen Infanterie.
Der Wald war voller Rebellen. An einer Straße entdeckten
wir eine Einheit Honigbienen (Hamptons Legion, sorry). Zwei Mann
gaben uns Deckung und wir konnten die Straße heil überqueren.
Dann endlich, die eigene Infanterie! Wir schlossen uns an der
Linken Flanke an und gingen in Skirmishline gegen die Rebellen
vor. Dann kamen ein paar Rebellen um ein Haus herum und versuchten
uns in den Rücken zu fallen. Wir konnten das gerade so verhindert.
Kurze Zeit später wurde ein Waffenstillstand befohlen. Ein
paar Anwohner von der anderen Seeseite hatten sich über die
Artillerie beschwert. Schade! Also war erstmal einige Zeit Mittagspause.
Toto fand in dieser Zeit einen alten Sessel und führte uns
da hin, um mit uns ein bisschen Bajonettkampf zu trainieren. Der
Sessel wehrte sich tapfer. Einen Soldaten riss er sogar zu Boden.
Wir hatten fast Ausfälle.
Dann sammelten wir uns wieder und lieferten uns mit den Rebellen
ein Rückzugsgefecht, bei dem wir in die Stadt zurückgedrängt
wurden.
Dies war das freie Gefecht ohne Zuschauer. Danach ging es in der
Stadt wieder beim Szenario Lawrence weiter.
Wir schoben einen Wagen und ein paar Tonnen als Deckung auf die
Straße und empfingen die Rebellen von dieser Deckung aus.
Aber sie ließen sich nicht aufhalten und rückten trotz
Verluste weiter vor. Irgendwann traf mich eine Kugel und ich fiel
in den Sand unter den Wagen. Die Rebellen benutzten bald den Wagen
ihrerseits als Deckung. Sie sollten uns ja aus der Stadt treiben.
Doch dann ging ihnen die Munition aus. Ich rief einigen zu, sie
sollten sich aus meiner Munitionstasche bedienen. Hätte doch
gut ausgesehen, die Rebellen schießen mit der Munition der
Gefallenen. Aber stattdessen klaute mir einer den Hut. Sein Kamerad
brüllte ihn an, „was soll ich mit der Mütze. Ich brauche
Munition“. Diese Szene sorgte noch am Abend im Saloon für
allgemeine Erheiterung.
[…]
Am Samstag wurde ich noch vor dem Roll Call von Regina und Nina
geweckt. Ich freute mich natürlich die beiden zu sehen, sie
waren gerade angereist. Aber weil gerade die Wache vorbei kam
nutzte ich die Gelegenheit mich über den vorzeitigen „Weckruf“
zu beschweren. Die Wache wies die Damen daraufhin, doch bitte
nicht die Leute zu wecken; sagte aber zu mir, ich würde doch
nur meckern, weil eine der Damen ins Nachbarzelt gekrochen sei
und nicht zu mir. Ich beließ es bei einem Grinsen. So sind
Soldaten eben.
Beim Roll Call wurden ein paar Soldaten, die sich am Tag zuvor
wegen Ausgangsvergehen schuldig gemacht hatten für ein Himmelfahrtskommando
eingeteilt. Ich „durfte“ mich wegen einem dummen Spruch über
die Damen der Stadt auch „freiwillig“ melden.
[…]
Am Nachmittag ging dann das Szenario Lawrence in der Stadt weiter.
Die Rebellen plünderten gerade (maßvoll) die Stadt.
Da rückten neue Unionstruppen an.
Vorweg formierte ich mit meinem Himmelfahrtskommando eine Skirmishline
quer über die Mainstreet. Ich hatte als erfahrenster Private
die Führung übernommen. Hinter uns baute sich die Infanterielinie
auf. Wir versuchten die Rebellen in dieser Zeit in Schach zu halten.
Als die Infanterielinie direkt hinter uns war bekamen wir den
Befehl hinter die Linie zu gehen. Bisher hatten wir Glück
gehabt und noch keine Ausfälle zu beklagen. Hinter der Linie
luden wir die Musketen und gingen dann wieder nach vorne, um der
Linie beim Laden Deckung zu geben. Die Rebellen waren jetzt nahe
herangekommen. Ich verlor in wenigen Minuten alle meine Leute
und wurde selber angeschossen. Als wir alle im Sand lagen feuerte
die Infanterie und rückte dann über uns hinweg vor.
Mit der Linie vor mir rappelte ich mich wieder auf und guckte,
ob von meinen Leuten noch einer kampftauglich war. Dem war nicht
so. Ich meldete dem Captain, dass die Skirmisher ausgefallen seien
und reihte mich dann in die Linie ein. So vertrieben wir dann
die Konföderierten doch noch aus der Stadt.
[…]
Am Abend lud Templin zu einem Ball ein. Ich hatte das Glück
kurzfristig noch eine ganz bezaubernde Dame als Begleitung zu
finden. Claudia war kurz entschlossen mit Regina und Nina mit
nach Templin gefahren und hatte noch keine Begleitung für
den Ball. Und als Gentleman kann man ja eine Dame unmöglich
alleine stehen lassen. Der Lakai, der die Paare beim Betreten
des Ballsaales ankündigte machte aus Claudia dann prompt
meine Ehefrau, was bei uns am Tisch für viel Spaß und
Gesprächsstoff sorgte. Die Durchführung des Balles sorgte
allerdings anfangs für etwas Verwirrung, weil der Ball nicht
nach den heute in der Reenactmentszene üblichen Regeln, sondern
exakt nach damaligen Regeln durchgeführt wurde. Das überforderte
uns anfangs etwas. Aber die Liveband machte sehr gute historische
Musik und alle halbe Stunde machten zwei Tanzlehrer Tanz nach
Anleitung, so dass auch die weniger geübten mit ihrer Dame
tanzen konnten.
Die Ballwache leistete sehr gute Arbeit und so waren wir wirklich
unter uns und wurden nicht von irgendwelchen Cowboys gestört.
Ich habe gehört, dass sogar der Chef der Saalbedienung nicht
in den Ballsaal gekommen ist, weil er der Wache keinen Ausweis
vorlegen konnte. :)
Ein sehr gelungener Abend, der später auch noch im Camp am
Lagerfeuer weiterging.
[…]
Am Sonntag konnte ich dann mit einigen anderen noch in aller Ruhe
den Tag genießen. Die German Light Artillery blieb noch
bis Mitte der nächsten Woche und ich hatte Montag noch einen
freien Tag. So konnte ich mit einigen anderen gegen Mittag noch
an einem kleinen Scharmützel auf dem Ranchgelände in
der Stadt teilnehmen und leistete den Kameraden von der Artillery
noch bis zum Abend Gesellschaft.
Wir genossen den sonnigen Tag, grillten uns was zu Essen und übten
uns mit dem Degen. Kurz, wie im Urlaub.
Private
Bill Woodley, 7th Maine Infantry
17th May in the year of our Lord 1863
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Bericht
Knetzgau 2008 aus konföderierter Sicht (von Henning Falke)
1st - 4th May, in the year of the lord 1863
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Ich
(Henning Falke), Andreas und seine Frau erreichten den (trockenen!)
Veranstaltungsort am 01.05. so gegen 16:30 Uhr. Nach einer herzlichen
Begrüßung durch die 1st SC bauten wir unsere Zelte
auf und verstauten das Material. Da ungewohnter Weise die Sonne
schien, sagten einige, mit diesem Wetter käme man nicht mehr
zurecht und verlangten nach Regen... Aber es regnete fast gar
nicht an diesem Wochenende. Es folgten noch Neuwahlen der Offiziere
und Sergeants der 1st SC, da einige Posten durch Willi’s Aufstieg
zum Batallionskommandeur neu zu bestimmen waren. Der erste Abend
verging fröhlich am Lagerfeuer, jeder ging nicht zu spät
schlafen, am nächsten Morgen sollte um 07:00 Uhr Rollcall
sein.
Das Camp lag oberhalb des Dorfes Hainert, das
lockte natürlich Schaulustige an, aber die waren überhaupt
nicht aufdringlich oder störend. Ein Einheimischer konnte
sogar zum Dienst in der Artillerie bewogen werden! Am Samstag
wurde dann unser Campground abgesperrt, so dass die Besucher draußen
blieben, später wurden für sie Führungen mit unserem
Aide-de-Camp angeboten, das nenne ich Öffentlichkeitsarbeit.
Unsere Schlachtdarstellungen waren auch gut besucht, die Zuschauer
hielten sich an die Sicherheitsabstände, perfekt.
Am nächsten Morgen war ich wie üblich
vor dem Rollcall wach und machte mir erst mal Frühstück.
Beim Rollcall wurde der Tagesdienstplan bekannt gegeben: er bestand
zu großen Teilen und Kompaniedrill, viel Batallionsdrill
mit Dressparade, einer Gefechtsdarstellung und einer abschließenden
Dressparade um 20:00 Uhr abends!
Der erste Drill gegen 10:00 Uhr brachte Gehirn und Muskeln in
Schwung. Der „krönende“ Abschluss war die Formierung eines
Karees durch Sergeant Icke Carter, Um 13:00 Uhr folgten eine Dressparade
mit Bataillionsdrill unter „El Commandante“ Willy Post. Dieser
Drill sollte später noch mal wichtig sein. Zwischendurch
hatte es 10 Minuten lang gehagelt, danach schien wieder die Sonne,
zuerst wurden wir äußerlich wieder trocken, dann von
innen her wieder durch gefeuchtet (Schwitz!). Irgendwann wurde
Nathan zu unserem Offizier vorübergehend ernannt, somit wurde
Icke First Sergeant, Peter Brunn Second Sergeant und ich Last
Corporal. Und das mitten in der Formation, das Chaos war vorübergehend
unvermeidbar!
So gegen 15 Uhr ließ man das Batallion abermals antreten,
führte nochmals einen Batallionsdrill durch und marschierte
anschließend los um dem Feind auf dem Schlachtfeld zu bekämpfen.
Vorauskommandos waren anscheinend schon in Position gegangen,
als Lt.Col. Post das Batallion an einer Kreuzung halten ließ,
man vernahm von rechts deutlichen Kampflärm. Meldereiter
meldeten dann auch bald den stattfindenden Kampf. Bald schickte
man uns, die 1st Company, aus, um unsere Artillerie und die Kavallerie
zu unterstützen. Die Colourguard und die 7th Georgia blieb
als Reserve zurück. Wir marschierten unter Nathans Führung
zum Schlachtfeld und stellten fest, dass sich die Infanterie und
Artillerie der Yankees oben auf einem Hügel hinter Barrikaden
und spanischen Reitern verschanzt hatten, nur deren Kavalleristen
und Scharfschützen war auf dem Feld im Einsatz. Wir griffen
diese zusammen mit unserer tapferen Reiterei (9 Berittene!) und
der dismounted Cavalry an, aber als wir kurz davor waren, die
erste Verteidigungslinie zu durchbrechen, brach unsere eigene
Linie aufgrund hoher Ausfälle zusammen, also Rückzug.
Inzwischen war der Rest des Batallions auch und die 7th Georgia
griff an, wir folgten etwas später zu einem neuen Versuch,
während die Colourguard unten blieb. Die Yanks in der Festung
hatten nicht viel zu tun, sie sangen Lieder und aßen Erdnüsse...
Alle Versuche, die Festung der Yanks zu nehmen schlugen schließlich
fehl und der Süden überließ den Blauen das Feld.
Willi lobte unseren Einsatz, allein der Schlachtplan sei nicht
aufgegangen. Nach einer einstündigen Pause ließ man
um 20:00 Uhr nochmals das Batallion antreten, wobei jeder seine
Tasse mitbringen sollte. Nach dem üblichen Prozedere wurde
dann jede Einheit zum Getränkeempfang (6 Fässer Bier,
Portwein u.Ä.) nach vorn geholt, um sich zu erfrischen. Der
noch vorhandenen Getränken wurden danach von uns ins Lager
der 1st SC geführt, dort wurden sie dann gemeinschaftlich
„vernichtet“ (Finger weg vom Alkohol J).
Der Samstagmorgen begann wie üblich mit dem
Rollcall und einem Companiedrill und Batallionsdrill. Danach war
bis 14 Uhr Mittagspause angesagt, die ungewohnte Wärme wurde
ganz langsam auch unerträglich... So gegen Mittag war das
Lager dann seltsam leer, der Sergeantmajor fand in Abwesenden
bei der Bodega und führte sie mit einem Trupp bewaffneter
Infanteristen zurück ins Lager. Die Strafe folgte auf dem
Fuße, sie wurden durchs Lager getrommelt, damit sie ihr
schändliches Tun auch begriffen. Die Anklage lautete übrigens
nicht Trinken im Dienst, sondern „Absent without Leave“, also
Weggehen ohne Abmelden. Nathan verhängte dann noch eine zusätzliche
Strafe für die 1st SC, nämlich Freibier!
Bald rief die Trompete zu einer neuen Dressparade mit Batallionsdrill,
anschließend marschierte das Batallion wieder dem Feind
entgegen. Die Artillerie und die Kavalleristen, beritten oder
nicht, bildeten wieder Vorauskommandos. Bei einem kurzen Halt
an der Kreuzung gingen bereits der ersten Meldungen über
Feindberührungen ein. Diesmal marschierte das ganze Batallion
geschlossen zum Schlachtfeld und ging zunächst in Einzelkompanien
vor. Die Yankees saßen wie tags zuvor in ihre aus Holz gefertigten
Stellung, ihre Kavallerie und die Dismounted wieder davor in Verteidigungsstellung.
Dies würde wieder zu keinem Fortschritt, also ließ
Willi das gesamte Batallion vorrücken, während unsere
Kavallerie die US-Reiter beschäftigt hielt. Der Druck des
gesamten Batallions zwang die erste Verteidungslinie zum Rückzug
und unter hohen Verlusten wurde dann auch die befestigte Stellung
der Yankees genommen. Leider waren die gar nicht mehr da, sondern
begannen von rechts das Feuer auf uns zu eröffnen. Ich wollte
grade hinter der letzten noch stehenden Barrikade zurückschießen,
da kam für uns der Befehl, neben der (ehemaligen) Festung
in Linie zu gehen. Dort fällte mich eine Kugel von Pvt. Pelka,
7th Maine Infantrie. All dies geschah am Jahrestag der Schlacht
von Chancelorsville, daher war es nur richtig, dass der Süden
die Stellung nehmen konnte.
Wir marschierten auf dem kurzen Weg in Lager zurück, nach
einer kurzen Dressparade wurde Dienstschluss verkündet. Außer
für die in der 1st SC, die die Nacht über noch Wache
schieben durften, ich hatte die Hundewache von 3-5 Uhr morgens.
Gegen 18 Uhr erschienen plötzlich die Stabsoffiziere
im Camp der 1st SC und hielten Gericht. Man warf dem „jungen und
unschuldigen“ Offizier Hexerei vor, denn wie sonst hätte
er mit seiner Frau, die nicht mitgekommen war, reden können,
wie er das morgens beim Stab verkündet hatte. Sehr schnell
fand sich eine Menge Soldaten als Prozessbeobachter ein, einige
andere griffen zu Fackeln und riefen laut nach einer Verbrennung
des Angeklagten, danach wollte man den Verteidiger „brennen“ und
sogar das Gericht selbst! Nur durch Androhung von massiver Gewalt
war dieser Mob zurückzuhalten.
Das hohe Gericht wollte wissen, wie es denn möglich sei,
mit jemandem zu sprechen, der gar nicht da sei. Der Angeklagte
wies auf ein gewisses Gerät hin, es war eine Blechdose, und
das Gericht schien die Anklage von Hexerei zu etwas anderem abzuändern,
als der Herr Verteidiger ein sachverständigen Psychologen
zu rate rief. Der wütende Mob drohte dann auch diesem den
Scheiterhaufen an, aber das Gericht verschaffte sich abermals
Ruhe, indem sie eine Person in Ketten legen ließ. Dieser
Sachverständige äußerte sich positiv über
die „Krankheit“ des Angeklagten und versprach diesen in Heilbehandlung
zu nehmen. Daraufhin gab das Gericht den Angeklagten die Obhut
des Psychiaters, dem eine Wunderheilung innerhalb von drei Minuten
gelang. Kurz darauf ergriff der Vorsitzende des Gerichts die Blechdose
und schien mit seinem vorgesetzten Offizier zu kommunizieren,
sehr seltsam...
Der Mob drohte dem Sachverständigen abermals den Feuertod
an, der entgegnete nur, dass er nicht brenne... Völlig enttäuscht
davon suchte der Mob immer noch ein Opfer, ein Yankee, der zufällig
vorbeikam entging nur knapp seinem Schicksal.
Alles in allem war Knetzgau eine sehr gelungene
Veranstaltung, es hat ausnahmsweise fast gar nicht geregnet, alle
haben bestens zusammen gearbeitet und die Zuschauer haben sich
sehr interessiert und diszipliniert verhalten. Der Campground
war super, das Schlachtfeld etwas klein, aber dafür war die
Darstellung eines Angriffs auf eine befestigte Stellung mehr als
gelungen und in keinster Weise unglaubwürdig.
Den besten Dank an die Veranstalter von der Staunton Artillery,
die es geschafft haben, innerhalb von drei Tagen ein Ersatzgelände
für das ursprüngliche zu finden, das war nämlich
abgesoffen.
Corporal Henry Falcner
8th Virginia Infantry, Co. G
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Bericht
zum Civil War Weekend Templin (Uwe)
1st May - 4th May, in the year of the lord 1863
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Bericht
zum Civil War Weekend Templin aus Sicht der Artillery
Am Anfang stand die Logistik, aber alle machten
mit, eine 12 Tage lange Reise zu Planen und durchzuführen.
Mit dem Gedanken sich im ersten Gefecht zu zeigen, machten wir,
die 29th Independant Ligth Artillery, sich auf, in Templin einen
guten Eindruck zu hinterlassen. Nach einigen Hundert Kilometern
endlich in Templin angekommen bauten wir unser Lager neben dem
geliebten Feind auf, der mit einer 100 % Überlegenheit bedrohlich
einen „grauen“ Alttag über uns brachte. Doch aller Überlegenheit
zum Trotz kamen auch die Kameraden der 7th Main zu uns ins Lager
und die blaue Reihe wurde länger.
Nach dem wir unser Lager in einem Militärischen
zustand gebracht hatten, meldeten wir uns bei unserem zuständigen
Offizier.
Das Adrenalin stand uns bis zum Hals, trotz unserer
Erfahrungen aus alten Zeiten hatten wir das Gefühl auf dem
Prüfstein zu stehen. So hatten wir nur einen Gedanken und
ein Ziel zu Verfolgen.
Wir haben uns vorgenommen unseren Freunden von
der Infanterie eine gute Unterstützung zu sein und alles
zu geben, um zu Siegen.
Ein tolles Gefühl von unseren Truppen erwatungsvoll
beobachtet und anerkannt zu werden.
Endlich, wir dürfen unseren Verfügungsraum beziehen.
In einem kleinen Wald nahe eines Sees bringen wir unser Geschütz
in Stellung. Die Infantry ist weit vor uns und erkundet das Gelände.
Wir schickten einige Leute in die Flanke um eine schnelle Verlegung
zu ermöglichen.
Eine gute Entscheidung, die Grauen kamen über die linke Flanke
und wir haben Ihnen den Rückweg gezeigt.
Plötzlich, Infantry Feuer vor uns, wir bekommen den Befehl
5 Schuss Speerfeuer über unsere Truppen
in die Reihen der Feindlichen Infantry zu Feuern.
Rechte Seite graue Ari im Aufbau, weiteres Speerfeuer von uns
verhindert ein Feindliches Feuer in
unsere Linien.
Eine weitere Verlegung gab uns die Möglichkeit,
den Feind unter Feuer zu nehmen.
Leider mussten wir das Gefecht abbrechen, weil
Anwohner sich über den Gefechtslärm beschwerten.
Nach einer Mittagspause bekamen wir einen neuen
Verfügungsraum und den Befehl die Stadt Lorens zu Beschießen.
Ein Schuss und das Desaster nahm seinen Lauf.
In einer Feldschlacht zu entscheiden, wer nun
der Sieger ist, sollte uns eine tragende Rolle verschaffen. Mit
ca. 10 Mann Infantry und zwei Geschützen standen wir einer
Bedrohung von ca. 40 Mann hoch motivierter grauer Infantry und
Artillery gegenüber.
Schlimmer konnte es nicht kommen, eins unserer Geschütze
hatte Zündprobleme doch unser Batterieführer gab den
Befehl "alles raus………". Wir gaben alles, 17 Schuss in
einer Minute 14 Sek (4,35 Sec. Pro Schuß).
Resultat: Die linke Flanke ist zu uns Übergelaufen,
die rechte Flanke haben wir mit der Unerstützung der Infantrie,
unseren Wischer, Rämmer und Bajonetten niedergeschlagen.
Unser Offizier war mit uns sehr zufrieden und
unsere Leistung war hervorragend.
Ich möchte mich bei meinem Team für
die tolle Leistung bedanken.
Natürlich möchte ich mich bei unseren "Feinden"
entschuldigen, dass wir so hart gegen Euch vorgegangen sind.
Die 29th hatte die Möglichkeit, ihren Sieg
zu Feiern und einige Tage das Schlachtfeld für sich allein.
Der Befehl zur Verlegung nach Werben/ Elbe ließ
nicht lange auf sich warten und auch da haben wir unseren Teamgeist
unter Beweis stellen müssen.
Corp. Peter de Boern
29th
Independant Battery
New York Volunteer
Ligth Artillery
20th May in the year of our Lord 1863
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Bericht
zum Lichterfest Bodenwerder 08. - 10.08.2008
The Battle of Gettysburg 1863 : Very Little Round Top
HDQRS. Seventh Maine Vols., 2nd Div., 6th Corps,
Near Gettysburg, July 1863.
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Ich
habe die Ehre zu berichten:
Wir befanden uns im Camp am Flussufer nahe der Stadt. Die erste
Nacht verlief sehr ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Der
kommende Tag versprach sonnig zu werden und nach den Rollcall,
waschen und frühstücken begannen wir mit dem Drill unserer
Armee, welche sich aus Teilen der 20th Maine, 7th Maine und Scouts,
41st New York Infantry und der 29th Independant Artillery zusammen
setzte. Am frühen Nachmittag gegen 12.00 Uhr beschlossen
wir in die kleine Stadt einzumarschieren. Wir brachten unsere
Infanterie in Marschformation, gefolgt von der Artillerie. Als
wir losmarschierten tauchte hinter uns Rebelleninfanterie auf,
welcher ebenfalls graue Artillerie folgte. In der Stadtmitte angekommen,
dicht gefolgt von den Grauen, lieferten wir uns auf Höhe
der Stadtkirche einen kurzen Schusswechsel, zogen weiter durch
die Stadt und versuchten wieder zum Fluss zu kommen. Dort angekommen
hatten wir erneut einen kurzen Schusswechsel und zogen uns dann
ruhig und in geordneter Formation zum Camp zurück, wo wir
uns sammeln und für die bevorstehende Schlacht vorbereiten
konnten. Während sich die Rebellenarmee verdeckt von einem
kleinen Hügel - dem Very Little Round Top - in einiger Entfernung
von unserem Lager in Stellung brachte, hatten wir das Glück
von Kameraden der 79th New York Infantry verstärkt zu werden.
Gerade noch rechtzeitig. So verstärkt beschlossen wir den
kleinen Hügel zu besetzen, wo wir auch gute Deckung fanden.
Unsere Artillerie brachte sich am Fuße des Hügels am
Flussufer hinter einem Baum in Stellung. Gegen 15.00 Uhr beschloss
unsere Artillerie das Gefecht zu eröffnen, da die Rebellen
gerade ein gutes Ziel boten. Leider streikte ein Geschütz
und so konnte die Artillerie gerade einmal zwei Schuss abgeben.
Das lockte die Rebellen zum Angriff. Die graue Infanterie - ich
konnte dort die 8th North Carolina und die 8th Virginia Infantry
ausmachen - bewegte sich langsam aber stetig auf uns zu, als sich
plötzlich eine Handvoll Skirmisher aus der Formation löste
und versuchte unsere rechte Flanke zu stören. Diese hatten
jedoch nur geringe Chancen und erlagen bald dem gezielten Feuer
unserer Infanterie. Das musste den Kommandeur der Südstaatler
beeindruckt haben, denn sein Angriff erfolgte jetzt eher zögerlich.
Als die Rebellen am Fuße unseres Hügels ankamen, stürmten
wir mit einer Bajonettattacke herunter und konnten die Rebs bis
in ihre alte Stellung hinter ihre Artillerie -jetzt erkannte ich
auch, dass es die Palmetto Light Artillery war - zurück treiben.
Wir wähnten uns schon als Gewinner, als die CS-Artillerie
zu feuern begann und wir uns in die Stellung auf dem Hügel
zurück zogen. Trotz dem massiven und gut gezielten Feuer
gelang es den Rebellen nicht uns vom Hügel zu vertreiben.
Als die Kanoniere ihr Feuer einstellten, griff die graue Infanterie
erneut an. Sie mussten dazu über ein freies Feld anrücken.
Jetzt eröffnete unsere Artillerie ihr verheerendes Feuer.
Da die Rebellen auf unser Zentrum zu marschierten, zogen wir unsere
Infanterielinie den ganzen Hügel herunter, bis zu unserer
Artillerie, um die Lücke zu schließen. Als die CS-Infanterie
nahe genug herangekommen war, eröffnete auch unsere Infanterie
das Feuer. Es blieben viele Johnnies auf der Strecke, doch sie
marschierten mit dem Mut der Verzweiflung weiter und ein paar
gelang es, unsere Reihen zu erreichen; jedoch hatten sie keine
Chance durchzubrechen.
So konnten wir die Schlacht letztendlich für uns entscheiden
und der Tag war unser.
Abgesehen von kleinen Schusswechseln am Flussufer verlief der
Nachmittag ohne weitere Kampfhandlungen. Spät am Abend veranstalteten
die Bewohner der Stadt aus Freude über ihre Befreiung ein
sehr gelungenes Feuerwerk. Die folgende Nacht verlief ohne besondere
Vorkommnisse :„All quiet, along the Weser tonight!"
Sergeant Toto
Company Commander 7th Maine Reg. Inf. Vols.
PS.:
Nach der Gefechtsdarstellung sind alle noch einmal in Linie angetreten.
Die Grauen haben einen Salut für alle gefallenen Südstaatler
und die Blauen für alle gefallenen Nordstaatler des Bürgerkrieges
geschossen. Anschließend haben alle zusammen einen Ehrensalut
für einen verstorben Kameraden der Palmetto Light Artillery
geschossen. Das Camp, das Gefecht und das ganze Drumherum in Bodenwerder
war mal wieder ein voller Erfolg und wir bedanken uns bei allen
Einheiten und Freunden, die teilgenommen haben Wir freuen uns
schon wieder auf nächstes Jahr.
Regina & Toto
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Bericht
zum Wintermarsch 13. - 15.02.2009
Von Corp. Sandra, auch nachzulesen im UCR
Forum
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Ich
denke, man kann dieses Wochenende mit Fug und Recht als einen
gelungenen Start in die Hobby-Saison 2009 bezeichnen.
Es fing schon
damit an, dass wir am Freitag schon mal Schnee bekamen – also
schon mal etwas Winter beim Wintermarsch. :) Gut, das brachte
für den einen oder anderen ein wenig die Überlegung
mit sich, ob wirklich eine Übernachtung im Zelt durchgezogen
oder nicht doch eine der festen Schlafstätten in Anspruch
genommen werden sollte; aber na ja. Einige stellten dann doch
ihr Zelt in den Schnee und richteten sich draußen ein, und
ich selbst entschloss mich auch, es mit dem Dog Tent zu probieren.
Im Endeffekt trotzten wir denn auch erfolgreich den nächtlichen
Minusgraden von - 5° C bis -10° C.
Im Saloon
gestalteten wir die Abende ziemlich ausgelassen (man hatte sich
ja lange nicht mehr getroffen), es wurde geredet, gesungen, gelacht,
und bei um die 30 Leutchen aus Nord und Süd war da schon
was los. Irgendwann wurde es unserem Lieutenant am Freitag dann
aber doch etwas zu bunt, und so fanden sich gut ein Dutzend von
uns (die, die bei dem Befehl „mitspielten“) plötzlich draußen
vor der Tür wieder und absolvierten mitten in der Nacht einige
Liegestütze im Schnee. Nun ja, allzu lange hat das nicht
„für Ordnung gesorgt“; es dauerte nicht lange, da nahm Dominik
die Trommelstöcke zur Hand, bekam in Ermangelung einer Trommel
von allen Seiten Material hingehalten und bot uns ein ausgelassenes
„Schlagzeug-Konzert“. Die Stimmung war großartig, und obwohl
ein anstrengender Samstag in Aussicht war, kamen die meisten von
uns erst weit, weit nach Mitternacht ins Bett.
Trotzdem klappte
es ganz gut, die Leute morgens um acht zu wecken und zu gegebener
Zeit zum morgendlichen Roll Call zu versammeln (lediglich der
Lt. ließ sich etwas Zeit, so dass ich mal Anweisung und
Gelegenheit bekam, einen Offizier aus seiner Koje zu jagen :D
; etwa fünf Minuten später konnten wir dann unseren
Roll Call abhalten). Nach der Verkündung des Tagesprogramms
und dem Frühstück folgte eine Flaggenparade, danach
gab es etwas Drill, zunächst in kleinen Gruppen zum „Entrosten“,
später dann die ganze Truppe gemeinsam als Vorbereitung für
den Marsch. Man merkte doch, dass es vielen offenbar über
die Winterpause gefehlt hatte – wir waren richtig mit Begeisterung
bei der Sache, und es klappte wirklich gut. Anschließend
bekamen wir etwas Pause zum Mittagessen und für die Marschvorbereitungen.
Dann war es
soweit, es hieß Ausrüstung schnappen (eine Waffentragegenehmigung
hatten wir leider nicht, aber es wurde im Endeffekt auch so ganz
schön), antreten, die Fahnen (US, CS und die des „Gastgebers“
Maine) in die Hand genommen, und auf ging es durch die Winterlandschaft.
Frisch und munter und gut gelaunt folgten Blau und Grau den Fahnen
und Offizieren an Feldern entlang, über Waldwege, die Anstiege
hinauf, über vereisten Asphalt und durch frischen und auf
glattgefahrenem Schnee zur Wiese auf dem Berg, die als Ziel vorgesehen
war. (Hört sich vielleicht schlimm an, aber es ging mit regelmäßigen
Pausen recht gut, auch wenn uns ein Anstieg wirklich ins Pusten
brachte.) An der Wiese angekommen, konnten wir erstmal ausruhen,
doch dann wurde „geackert“ – die Truppe „wheelte“, „flankte“ und
„by-filete“ durch den fast knöcheltiefen Schnee, als ob wir
die Schneefläche einebnen wollten. Es gab zwar zwischendurch
immer wieder kleine Pausen, aber als wir uns nach so schätzungsweise
einer Stunde auf den Heimweg machten, steckte uns dieses Training
doch spürbar in den Beinen (die Tatsache, dass sich ständig
Schneeklumpen unter den Schuhen gesammelt und die Brogans sich
so dauernd in „Hochhacken-Schuhe“ verwandelt hatten, war auch
nicht allzu hilfreich – aber da muss man eben durch). Trotzdem
kam unterwegs doch irgendwann ein Punkt, an dem das alles erstmal
überwunden war – tatsächlich hörte man hier und
da dann auch etwas Marschgesang durch den winterlichen Wald klingen.
Schließlich erreichten wir wieder den Waldrand, und einige
von uns folgten der Einladung des CS-Captains auf einen schnellen
Umtrunk in die dortige Gaststätte. Danach ging es mit Schwung
noch mal auf die letzten ca. zwei Kilometer – aber zurück
am Ziel waren wir doch froh, schließlich unser Gerödel
loszuwerden und uns auf das vorbereitete (danke!) Abendessen zu
stürzen. Na ja, „stürzen“ kann man wohl nicht sagen,
in der nächsten Zeit ließen wir erstmal alles recht
ruhig vor sich gehen.
Aber obwohl
zunächst allgemein die Meinung vorherrschte, man würde
an diesem Abend wohl nicht alt werden, wurden die Leute so nach
einer halben bis dreiviertel Stunde doch wieder munterer, und
bald herrschte dieselbe Ausgelassenheit wie am Abend zuvor (wenn
auch ohne „Schlagzeug-Konzert“), und der Abend zog sich auch wieder
ebenso lange hin. Von dem 12 km-Marsch (plus der zusätzlichen
Drill-Strecken) war nichts mehr zu merken.
Tja, nun war
der Sonntag da und alles leider schon wieder vorbei. Die Leute
krochen nach und nach aus den Betten, tranken ihren Kaffee, packten
ihre Sachen, hielten noch einige Pläuschchen, stimmten die
nächsten Termine ab und verabschiedeten sich nach und nach,
so dass die Veranstaltung mittags schließlich ganz zum Ende
kam. Ein schöner Ausklang für ein gelungenes Wochenende.
Möge
die Saison in dieser Art weitergehen.
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Bericht
zum Lichterfest Bodenwerder vom 06. - 09.08.2009
"The Battle at Harper´s Ferry"
Stationed at Harper´s Ferry, August 1864.
HDQRS. Seventh Maine Inf. Rgt. Vols., 2nd Div., 6th Corps.
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Ich
habe die Ehre zu berichten :
Zum Schutze des Munitionsdepots von Harper´s Ferry sollten
aus verschieden Einheiten jeweils kleine Abtei- lungen abkommandiert
werden. Die erste Abteilung die vor Ort eintraf, war die 29th
Independent light Artillery aus New York mit zwei Geschützen.
Nach und nach trafen auch Abordnungen der 79th New York, der 20th
Maine, der 41th New York und letztlich auch der 7th Maine Infantry
ein. Schließlich wurde uns noch ein Corporal der US Cavalry
mit einigen indianischen Scouts zugeteilt.
Somit konnten wir letztlich Infanterie in Kompaniestärke
und zwei Geschütze als Bewachung für die alte Eisenbahnbrücke
über den Chesapeake & Ohio - Kanal melden. Da nun unsere
Kompanie aus Männern bestand, die noch nie miteinander Kampferfahrung
gesammelt hatten, verbrachten wir den Vormittag des 08.August
mit ge- meinsamen Waffendrill und marschieren. Gegen 12.oo Uhr
Mittags kam der Befehl einen Patrouillenrundgang durch die Stadt
zu machen. Einerseits um gegebenenfalls ein paar Rebellen aufzuspühren,
andererseits um die Befölkerung zu beruhigen. So ließ
Lieutenant Chico vom 79th New York Inf. Regt. unsere Kompanie
an- treten und abmarschieren. Als wir in der Ortsmitte ankamen,
ließ der Lieutenant halten und eine kurze Rast einlegen.
Wir waren darüber sehr dankbar, da es an diesem Tag aussergewöhnlich
heiß war und so konnten wir zufällig noch Zeugen einer
kirchlichen Zeremonie werden. Alsbald ließ uns der Lieutenant
wieder antreten und weitermarschieren. Wir kamen so wieder an
das Flußufer und konnten in Richtung unseres Lagers weitermarschieren.
So konnten wir die Patrouille ohne Zwischenfälle beenden.
Im Camp angekommen ließ uns Lieutenant Chico wegtreten und
erstmal essenfassen und ausruhen. Müßiggang bestimmte
unser Leben, als uns plötzlich gegen 15.00 Uhr Kanonendonner
aufschreckte und unser Vorposten Corporal Sandy mit lautem "Alarm,
Alarm, Überfall!" ins Lager gestürmt kam. Unser
Trommler rührte die Trommel zum Alarm und es brach die Hölle
los, als jeder versuchte sich seine Waffe, die Munition und was
er sonst noch greifen konnte zu schnappen, während die feindlichen
Kanonen weiterschossen und ihre Kugeln über unsere Köpfe
hinweg flogen. Lieutenant Chico, Corporal Sandy und ich versuchten
Ordnung in unsere Reihen zu bringen und so konnten wir schließlich
zum Gegenangriff übergehen, während die Artillerie zur
Sicherung des Lagers zurück bleiben sollte. Wir marschierten
eine Anhöhe hinauf und versuchten die gegnerische Artillerie
unter Feuer zu nehmen, als wir plötzlich von einer schnellen,
kräftigen Attacke der Rebelleninfanterie überrascht
wurden und uns zurückziehen mussten. Leider muß ich
bestätigen, daß in dieser Situation einige aus unseren
Reihen - vorwiegend indianische Soldaten - zum Feind überliefen.
Als wir uns bis zum Lager zurückgezogen hatten, ließ
der Lieutenant die verbliebenen Männer Aufstellung nehmen
und unsere Artillerie begann mit mörderischem Feuer die Rebellen
von ihrem gerade eroberten Hügel zu vertreiben. Das machte
uns wieder Mut und Lieutenent Chico ließ uns erneut angreifen.
Als wir gerade wieder die kleine Anhöhe in unserer Hand hatten,
eröffnete die Südstaaten Artillerie ihr diesmal wohlgezieltes
Feuer auf uns und ihre Infanterie griff erneut an. Dieses mal
versuchtenwir tapfer Stand zu halten, aber die Übermacht
war einfach zu groß. Viele meiner tapferen Kameraden fielen
in diesem Gefecht und ich selbst wurde schwer verwundet. Am Boden
liegend konnte ich beobachten wie die Rebellen unser Lager angriffen
welches tapfer und heldenhaft von unserer Artillerie verteidigt
wurde; doch auch sie hatten gegen diese Übermacht keine Chance.
Die Stadt Harper´s Ferry war somit verloren. Es gelang den
Rebellen aber nicht zum Munitionsdepot auf der anderen Uferseite
über zu setzen, da den ganzen Tag unsere Patouillenboote
auf dem Kanal kreuzten. Also nahmen die Rebellenartillerie - welche
die Palmetto light Artillery aus South Carolina war - mit ihren
Geschützen und die Rebelleninfanterie - welche aus der 8th
Virginia Inf. und Louisiana Tigers bestand - unsere Kanonen und
fingen an, das Munitionsdepot zu beschiessen. Von meiner Positin
aus konnte ich keine größeren Schäden feststellen,
jedoch muß sich im Depot ein Schwelbrand gebildet haben,
der in der Nacht das Pulvermagazin erreicht haben muß. Gegen
22.30 Uhr ereigneten sich ein paar kleinere Explosionen welche
wohl von Gewehrpatronen verursacht wurden. Weiterhin war in der
Nacht ein rötliches Glühen sichtbar und gewaltige Wasserfontänen
liessen auf verzweifelte Versuche das Feuer zu löschen schließen,
als ca. eine halbe Stunde später mehrere gewaltige und kleinere
Explosionen die Stille der Nacht zerrissen.
Wieviele Menschen bei diesen Inferno verletzt oder gar getötet
wurden, vermag ich nicht zu sagen. Als gegen 23.30 Uhr die letzten
Explosionen verklungen waren, kam plötzlich ein wahrer Strom
an Flüchtlingen an unserem Lager vorbei; Menschen die die
Explosionen wohl aus dem Schlaf gerissen hatten. Die ganze Stadt
schien jetzt evakuiert zu sein.
Das Gefecht war verloren, viele meiner Kammeraden gefallen, das
Munitionsdepot in die Luft geflogen, aber wenigstens waren die
Einwohner aus der Stadt Harper´s Ferry jetzt in Sicherheit.
Sergeant Toto
Company Commander 7th Maine Inf. Rgt. Vols.
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Bericht
zum Wintermarsch vom 13. Februar 2010
Stationed at Camp Chisum, Hameln
HDQRS. Seventh Maine Inf. Rgt. Vols., 2nd Div., 6th Corps.
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Ich habe die Ehre zu berichten :
Anwesend waren Teile der 8th NC Inf., 8th VA Inf., 79th &
41st NY Inf., 20th & 7th ME Inf., der South Carolina Palmetto
Light Artillery und der 29th NY Independent Light Artillery.
Dienstbeginn war am Samstag um 9.00 Uhr. Den Sergeanten und Corporalen
der jeweiligen Truppenteile wurde befohlen, mit ihren Männern
Waffen- & Drillausbildung zu betreiben. Dies´ nahm den
ganzen Vormittag in Anspruch und wurde sehr erfolgreich durchgeführt.
Um 12.00 Uhr ließ ich die Männer zum Mittagsapell antreten,
erklärte ihnen welche Montur anzulegen sei und was uns auf
dem Marsch erwarten könnte. Anschließend ließ
ich zur Mittagspause wegtreten.
Um 13.00 ließ ich die Truppe in " Full Battle Order
" antreten. Wir waren 32 Mann, die sich jetzt auf den Weg
über die verschneiten Straßen der Wehler Marsch machten.
Im Camp Chisum blieb nur unser Küchenbulle ( Uwe ), sein
Gehilfe ( Clint ) und ein paar Küchenhelfer, sowie ein Krankgemeldeter
zurück.
Nachdem wir den ersten Teil des Weges hinter uns gebracht hatten,
ließ ich, bevor wir die Berge erkundeten, eine kurze Rast
einlegen. Um den weiteren Vormarsch zu sichern, befahl ich zwei
Aufklärungstrupps - einen unter der Leitung von Sgt. H. Letz
( 8th North Carolina ) und einen unter der Leitung von Cpl. D.
Freund ( 7th Maine Vols.) zu jeweils vier Mann - den unteren und
oberen Weg zu erkunden. So gesichert konnte der Haupttrupp den
stark vereisten und verschneiten Weg fortsetzen. am " Look
Out Point " angekommen, erwarteten uns schon beide Spähtrupps
und meldeten keine besonderen Vorkommnisse. Nach kurzer Pause
schickte ich beide Spähtrupps bis zum nächsten wichtigen
Wegpunkt vor. Als der Haupttrupp dort ( an der H-Kreuzung ) eintraf,
konnten sich die Aufklärer am Ende der Kolonne anschließen
und wir nahmen ohne Pause den letzten Teil des Aufstiegs in Angriff.
Um zum Rast- und Drillplatz zu gelangen, mussten wir noch ein
Stück querfeldein durch den Wald. Dort Angekommen mussten
wir feststellen, daß der Schnee dort ca 30 - 40 cm hoch
lag und der Platz somit unpassierbar war. So ließen wir
den geplanten Drill ausfallen und legten eine längere Rast
ein. Nach einer guten halben Stunde ließ ich zum Abmarsch
antreten. Nachdem wir uns erneut querfeldein durch den Schnee
gekämpft hatten, erreichten wir wieder die Waldstraße,
die uns auf der anderen Seite des Hügels bergab führte.
Da auch hier der vereiste Untergrund mit Schnee bedeckt war, war
der Abstieg nicht ungefährlich. Der Rest des Weges bis zum
Waldfriedhof verlief ohne Zwischenfälle. Da mir der Platz
für einen längeren Aufenthalt als ungeeignet erschien,
ließ ich umgehend weitermarschieren. Ca. 500m weiter befand
sich ein überdachter Rastplatz. Um nicht zu sehr auszukühlen
rasteten wir nur 15 min. Der Rest des Weges verlief zwar ohne
Zwischenfälle; aber ich kann nur sagen, daß einige
Kameraden es wohl eiliger hatten zurück zum Camp zu kommen,
als andere !!
Schluß und letztendlich kamen wir alle mehr oder weniger
wohlbehalten wieder auf der Ranch an. Nachdem wir unser Gerödel
verstaut, uns wieder einigermaßen hergerichtet und den Schnee
von den Klamotten geklopft hatten, ging es ans Essenfassen. Die
Suppe, die Küchenbulle Uwe gezaubert hat, war reine Kraftnahrung,
die uns wieder aufgebaut hat. So kann ich letzlich den Wintermarsch
als Erfolg melden.
Respectfully Yours,
Sergeant Toto
Company Commander 7th ME Rgt. Inf. Vols.
PS.: Der anschließende Abend im Saloon war so schön
wie schon lange nicht mehr.Ich möchte mich hiermit noch einmal
herzlich bei allen bedanken, die sich trotz des wiedrigen Wetters
auf den Weg nach Hameln gemacht haben, um anschließend bei
noch schlechterem Wetter einen noch schlechteren Weg mit mir gemeinsam
zu marschieren.
Das wichtigste für einen Soldaten ist die Kameradschaft,
egal ob blau oder grau !
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Bericht
zum Wintermarsch vom 26. Februar 2011
Stationed at Camp Chisum, Hameln
HDQRS. Seventh Maine Inf. Rgt. Vols., 2nd Div., 6th Corps.
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Dear Sir,
Ich habe die Ehre zu berichten;
der Generalsorder die Soldaten auf eventuelle bevohrstehende Konflikte
vor zu bereiten und zu drillen, konnte in großem Umfang
entsprochen werden.
Bereits im Verlauf des Freitages konnte schon eine große
Zahl verschiedener Einheiten, bestehend aus Milizen und freiwilligen
Verbänden festgestellt werden, welche sich von Zeit zu Zeit
auf dem Camp-Gelände in Hameln einfanden. Abends wurde am
Lagerfeuer und in den Stuben und Zelten noch lange diskutiert,
welche Herausforderungen die kommenden Zeiten wohl bringen und
was man von den Soldaten erwarten würde. Am nächsten
Tag begannen wir, nach einem kurzen Frühstück, mit dem
Kompaniedrill und am späteren Vormittag kam noch die Ausbildung
mit dem Bajonett hinzu. Um den Regimenstsdrill durchführen
zu können, mussten wir auf ein größeres Gelände
ausweichen. So ließ ich die Truppe nach dem Mittagessen
antreten und um 13.00 Uhr abmarschieren. Nach ca. 5 Kilometern
erreichten wir die große Drillwiese. Dort ließ ich
kurz Halt machen und die Knapsäcke und Deckenrollen ablegen.
Anschließend ließ ich die Kompanien zum Regimentsdrill
antreten, welcher nach anfänglichen Schwierigkeiten letztendlich
sehr gut funktioniert hat. Gegen 17.00 Uhr ließ ich die
Truppe antreten, aufrödeln und abmarschierern. Der 7 Kilometer
lange Rückmarsch wurde, mit nur einer kurzen Rast, in festem
Schritt und Tritt und mit so manchem Lied auf den Lippen, in erstaunlicher
Geschwindigkeit zurück gelegt, so daß wir um Punkt
18.00 Uhr wieder in Camp Chisum eintrafen und Essen fassen konnten.
Sir; ich kann somit voller Stolz berichten, daß dieses Drillwochenende
ein voller Erfolg war und die Truppe eine außerordentliche
Leistung gezeigt hat, mit der sie für alle kommenden Aufgaben
gewappnet sein dürfte.
Respectfully your obedient Servant,
Sergeant Toto,
Company Commander 7th ME Rgt. Inf. Vols.
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