Über uns
7th Maine Infantry
29th Independent Batterie
8th Viginia Infantry
Bilder
Berichte
Termine
Kontakte
Gästebuch
Links
Impressum

 

 

 

 

 

 


Berichte

 

Wintercamp 08.-10.Dezember 2006

Campbericht zum Ostercamp 5th - 9th April 2007

Campbericht zum historischen Westernlager in Münchehof 13th - 15th April 2007

Festungsfest Germersheim 15th - 17th Juni 2007

Campbericht zum Sommerfest in Hameln 13th - 15th Juli 2007

Campbericht Reenactorcamp in Ballenstedt 17th - 19th August 2007

Bericht Wildflecken 2007 28th - 30th September 2007

Bericht Sylvestercamp 28th December 2007 - 01st January 2008

Bericht Wintermarsch 8th - 10th February 2008

Bericht Reenactment in Belgien und Ostercamp in Hameln 21st - 24th March 2008

Kleine Anekdote zum Bootcamp der 17th Missouri 2008

Bericht zum Civil War Weekend in Templin 1st - 4th May, 2008 (Billy)

Bericht zum Reenactment in Knetzgau 1st - 4th May, 2008

Bericht zum Civil War Weekend in Templin 1st - 4th May, 2008 (Uwe)

Bericht zum Licherfest Bodenwerder 8th - 10th August, 2008

Bericht zum Wintermarsch 13rd - 15th Febuary, 2009

Bericht zu Bodenwerder 6th - 9th August, 2009

Bericht zum Wintermarsch 12nd - 14th February, 2010

Bericht zum Wintermarsch 25th - 27th February, 2011

 

Wintercamp 08.-10.Dezember 2006

Camp- und Schlachtbericht


Am 08. Dezember 1861 kam ich in einem kleinen Ort bei Hannover / South Carolina an. Mein ursprünglicher Auftrag lautete mit Sgt. R.T. Hill zusammen eine berittene Miliz auszubilden. Bei meiner Ankunft erfuhr ich, dass die gelieferten Pferde für den Dienst bei der Kavallerie völlig untauglich waren.
Am nächsten Tag meldeten Konförderierte Kundschafter das sich Unionsinfantrie dem Stützpunkt nährten. So sahen wir uns nur in der Lage, mit Männern die sich zur Kavallerie gemeldet hatten nun als Infantrie den Stützpunkt zu verteidigen.
Um 14.00 Uhr trafen die Förderierten auf unsere "Infantristen wider Willen" . Durch den Regen der letzten Tage glich die Gegend einem einzigen Schlammloch.Nach einigen Salven ging die Union zum Charge über. Nach einigen Minuten war auf beiden Seiten kaum ein Soldat noch in der Lage zukämpfen. Die Gestürzten mussten darum kämpfen nicht zu ertrinken.Die Musketen waren durch Wasser und Schlamm schussunfähig.
Als wir versuchten unsere Leute wieder zusammeln , löste sich aus den Reihen der Union ein Mann, der mich mit dem Säbel angriff.
Es kam zu einem mehreren Minuten dauernden ausgeglichenen Säbelgefecht, bei dem ich mehr als einmal im Dreck lag. Zum Schluss landete ich aber doch einen entscheidenen Treffer.
Als ich neben dem am Boden liegenden Mann kniete stürmte aus den Reihen der Union ein Soldat auf mich zu und schlug mich mit dem Gewehrkolben nieder. Später sagte man mir, Dass sich die Union zurückgezogen habe.
Am Abend trat zur Unterhaltung der Soldaten ein Feuerspucker auf.
Ich schliesse nun und wünsche für alle eine friedliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch.

Corporal Bill Woodley


 

Campbericht zum Ostercamp

5th-9th April, in the year of the lord 1862


Die ersten Soldaten kamen bereits am Mittwoch dem 4. April in Hameln an. Am Donnerstag und Freitag trafen dann die restlichen Truppen aus Nord und Süd ein.Dieses Jahr war ein starkes Übergewicht auf Seiten der Nordstaatler zu verzeichnen.Die Jungs aus dem Norden freuten sich außerordendlich über diese "historischen Verhältnisse".
So verbrachten wir dann mit den Kameraden und Gästen ein paar ruhige Tage .
Am Sonntag begann die Ruhe allerdings langsam in Langeweile um zuschlagen. Aber zum Glück wussten die Mannschaftsdienstgrade Abhilfe zu schaffen. Nach dem Mittag riefen Corporal Toto und First Sgt. Sailor die infantry und die Artillery zum Drill zusammen.Die Männer nahmen diese Abwechslung mit Begeisterung an. Als Corporal Toto die Bajonette aufpflanzen ließ und Nahkampf ausbildete war die Infantry kaum noch zuhalten.Die Artillery simulierte " missed fire " und zur Freude des First Sgt. reagierten alle mit größter Umsicht und wären so auch im Ernstfall gewappnet.
Zum Abschluss des Camps trat am Abend noch ein Feuerspucker auf .Denn wir wissen ja, es gibt nichts schlimmeres als gelangweilte Soldaten.
Den Sonntagabend ließen wir dann in Ruhe bei einem guten Schluck mit Kameraden und Gästen ausklingen, die einen am Feuer mit selbst gesungener Musik und die anderen im Saloon mit historischer Musik am Tresen oder auf der Tanzfläche.

Pvt. Bill Woodley,april 12th , in the year of the lord 1862



 

Campbericht zum historischen Westernlager in Münchehof

13th -15th April, in the year of the lord 1862


Vor einigen Monaten habe ich mich freiwillig zur Unions- Armee gemeldet. Warum?
Für die Freiheit bin ich bereit das wertvollste zu opfern, was einem Menschen gegeben ist . doch wie können wir von Freiheit sprechen, wenn in unserer Mitte Menschen wegen ihrer Hautfarbe versklavt werden.
Am 14th April traf ich im Camp nahe der Ortschaft Münchehof ein. Ich meldete mich bei meinem Corporal vom Heimaturlaub zurück und wurde gleich herangezogen, um bei der Ausbildung der Freiwilligen zu helfen. Die Jungs sind allesamt deutscher Abstammung und nennen sich selbst " Braunschweiger Blauröcke ". Sie sind erst vor kurzem hier eingetroffen und sprechen kaum die Landessprache, sind sonst aber gute Jungs .
Die Kameradschaft war klasse und verdursten musste auch niemand. Nach den kalten und nassen Wintermonaten freuten sich alle über ein paar regenfreie Tage. Ich verstehe nur nicht, warum bei so schönem alle in Zelten schliefen. Ich schleppte jedenfalls kein unnützes Gepäck mit und deckte mich mit den Sternen zu. Es war ein schönes kleines Westerncamp, dass für Zivildarsteller und Reenactor gleichermaßen zu empfehlen ist.


Pvt. Bill Woodley, april the 16th, in the year of the lord 1862


 

Festungsfest Germersheim

15th -17th Juni, in the year of the lord 1862


Am 14. Juni begann ich zusammen mit den Jungs von der 1th Texas Cav. mit den Auftauarbeiten für des Festungsfest. Das ganze hatte den Vorteil, dass ich so nicht ganz aus der Übung komme, was das Aufbauen von Zelten angeht. Mein eigenes Zelt habe ich nämlich das ganze Wochenende wieder nicht aufgebaut. So wurde dann an diesem Wochenende auch der Begriff des ‚vagabundierenden Reenactors geprägt (=Reenactor, die aus purer Faulheit nicht mehr als ihren Tornister mitnehmen und dann bei Regen nicht selten von Fly zu Fly springen).
Gegen Abend kamen auch schon die ersten weiteren Gäste an und wir ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Für Freitag war kein Dienst angesetzt. Den ganzen Tag über kamen nach und nach die restlichen Truppenteile an. Wir nahmen uns die Zeit einmal durch die historische Festungsanlage zu bummeln. Die Festung ist äußerst beeindruckend. Fertig gestellt wurde sie 1861. Aber nie in Betrieb genommen, weil man nach der Fertigstellung erkannte, dass die Anlage technisch bereits überholt ist. Die Festung ist in der Lage mehr als 150.000 Soldaten zu beherbergen. Von der äußeren Mauer erstreckt sich ein Stollenwerk kilometerweit ins Umland.
Unser Camp war zwischen der ersten und zweiten Mauer. Zur einen Seite sah man die Schießscharte der zweiten Mauer, zur anderen die Eingänge in die erste Wallanlage. Das Bild des Lagers zwischen den über 140 Jahre alten Wallanlagen lässt sich nicht beschreiben. Man muss es gesehen haben. Es war weit und breit nichts zu sehen, was die Authentik gestört hätte. Nur gegen Abend hat sich mal eine einzelne Bierflasche auf den Tisch verirrt.
Zum Schutz des Camps wurde nachts durchgehend Wache gelaufen. Nach der NCO-Besprechung am Freitag hatten die Herren neben dem Wachplan noch eine weitere Überraschung für uns: Samstag Dienstbeginn um 6 Uhr!

Nun war also am Samstag um 6 Uhr Wecken. Die meisten kamen auch ganz gut aus den Federn. Dann Roll Call, Frühstück, Drill.., das übliche. Von 9.30 Uhr bis 11 Uhr sollte dann etwas Pause sein. Zeit zum Aufmunitionieren, Feldflaschen Füllen und Feldverpflegung Zusammenstellen. Für die meisten jedenfalls. Ein paar Neulinge bekamen etwas Extradrill, damit für die Parade am Nachmittag alles sitzt. Ich wurde von dem Corporal als „Freiwilliger“ zur Unterstützung auserkoren. Auch gut. Rumsitzen kann ich auch nach dem Krieg noch. Außerdem haben wir schon mal ein paar Salven abgegeben Dann irgendwann war auch für mich Pause.
Plötzlich, Kanonendonner! Der Second Sergneant brüllte: „Alarm!“ War es unsere Ariliery? Unter fortwährendem Beschuss sammelten wir uns. Erstaunlich schnell hatten wir eine halbe Company lnfantry zusammen. Wir formierten eine Battleline hinter der eigenen Artillery. Als diese das Feuer einstellte rückten wir in Linie vor. Immer wieder Salven abfeuernd vertrieben wir auch die letzten gegnerischen Plänkler (in weiter Ferne dargestellt von den Leuten der 1th Texas Cav.). Wir rückten ein gutes Stück längs des Festungsgrabens gegen einen fiktiven Feind von und schwenkten dann mit einem Weeling um 180 Grad. Nun mussten wir uns vorstellen, dass die jetzt verlassenen eigenen Kanonen die gegnerischen wären. Wir rückten also weiter vor. Dann kam der Befehl „Fix Bayonet“. Noch zwei Salven und es wurde zum Charge befohlen. Unter lautem Gebrüll stürmten wir die Artillery. Die „Schlach“ war gewonnen!
Für eine richtige Gefechtsdarstellung hatten wir leider keine Genehmigung
bekommen. Der Platz wäre allerdings genial für eine Solche. Den Graben kann man leicht mit ein paar Mann nach hinten und vorne Abriegeln. Die Zuschauer könnten sich auf den Festungsmauern versammeln und wären so aus dem Gefahrenbereich. Vielleicht beim nächsten Mal.
Dann war erst mal Mittagessen, dann Pause bis zur Parade durch die Stadt am Nachmittag.
Zur Parade sammelten wir uns dann in Full Battle Order. Die „Vagabundierenden“ schleppten fast ihren ganzen „Hausstand“ mit. Das bei 30 Grad im Schatten. Während des Marsches war Fix Bayonet befohlen. Wir gaben ein beeindruckendes Bild ab. Alle hielten gut durch. Uns vorweg marschierte ein kleiner Trupp Marines aus dem Unabhängigkeitskrieg (1776). Hinter uns Darsteller US-Militärs aus späteren Zeiten. Des Weiteren nahmen an dem Umzug Preußen, historische bayrische Truppen, Ulan, historische Deutsche Truppen, THW, Feuerwehr und viele mehr teil, Als wir nach dem Marsch wieder Im Camp waren, hatte keiner mehr Lust auch nur einen Meter zu gehen. Nach dem Abendessen machten wir uns einen gemütlichen Abend. Später bekamen wir noch Besuch von den Preußen. Die Wache meldete keine Vorkommnisse.

Am Sonntng durften wir ausschlafen. Es war Abreisetag. Nach dem Frühstück wurde das Lager abgebaut. Ich hatte noch einen Tag Zeit und so konnte ich das Wochenende ruhig ausklingen lassen.

Pvt. Bill Woodley, 7th Maine Infantry



 

Campbericht zum Sommerfest in Hameln

13th -15th July, in the year of the lord 1862


Am 13. Juli gegen 22 Uhr traf ich auf dem Gelände in Hameln ein. Sofort waren mein „Pferd“ und ich umringt von Freunden und Kameraden, die uns stürmisch begrüßten. Man fragte mich: „Wo willst Du aufbauen, was willst Du trinken. wie war die Reise...“
Ich sagte „Lasst mich doch erst mal absteigen“ Nachdem ich dann auch noch erklärt hatte, dass es doch trocken sei und ich keine Lust hatte ein Zeit aufzubauen bekam ich gleich von allen Seiten Angebote in welchen Zelten ich schlafen könnte. Ich dachte mir nur: ‚lhr habt mich falsch verstanden, ich will ohne Zelt draußen schlafen. Aber gut, sollte es regnen krieche ich in irgendein Zeit. Die Chance eines der Angebotenen zu treffen wäre groß gewesen. - Apropos, darf ich jetzt endlich absteigen?
Nachdem ich meine Uniform angezogen hatte trat ich in Full Battle Order vor den Lagerkommandanten und meldete mich offiziell. Ich erklärte ihm dann auch, ich hätte jetzt aufgebaut. Auf seine Frage: „wo denn?“ Entgegnete ich: „Na hier, direkt vor Ihren Augen. — Entschuldigung, ich soll doch keine Offiziere verarschen. Aber wenn sie auf Plastikstühlen sitzen,..
Nun, ich war doch leicht geschockt. Als ich ankam sah ich die Reenactor, Hobbyisten und Gäste gemeinsam um einen Plastiktisch auf Plastikstühlen sitzen. Das hat für mich nichts mit historischem Camp zu tun!
Eigentlich wollte ich dann auch bald schlafen gehen, aber irgendwie machten Steffen, Henning und Ich es uns dann doch noch in einer Ecke hinter ein paar A-Tents gemütlich. Aus dieser Perspektive war nichts unauthentisches zu sehen und so hatten wir dann doch noch einen gemütlich historischen Abend / Morgen.

Am Samstag war denn ausschlafen angesagt. Das heißt Roll Call um 9.30 Uhr. Danach Frühstück, Arbeitsdienst für das Fast und für die Teilnehmer der Fechtvorführung Fechtübungen. Bis ich plötzlich mit einem Säbel in zwei Teilen dastand. Scheiße! Das war’s dann mit der Fechtvorführung. Dann eben ein bisschen mehr Drill als Vorführung. Das soll bei Sonne und 35C doch noch mehr Spaß machen! Und solange keiner umfällt war es auch nicht anstrengend.
Gut, es hat auch Spaß gemacht. Gebe ich ja zu. Und Lieutenant R. Sallor hat auch gut aufgepasst, dass keiner umkippt. Bei der Vorführung des Vorrückens in einer Skirmishline waren die Kameraden dann kaum noch zu bremsen. Doch Corporal FaIk wollte absolut keinen „charge“ befehlen. Er wusste wohl, dass er uns denn nie wieder zum Stehen gebracht hätte. ;)
Und dann am Ende das Beste: Der Offizier gibt als Belohnung für die Leistung eine Runde kühles Bier aus. Nichts freut einen Soldaten nach so einem Tag mehr als ein kühles Bier. Da sind dann die Plastikstühle vom Vortag auch wiedervergessen.
Später fingen Steffen und ich dann an, ein paar alte Volkslieder zu üben. Sehr erstaunt waren wir, als wir von einer jungen Dame darauf hingewiesen wurden, dass wir soeben Ihren kleinen Sohn in den Schlaf gesungen haben. - Ja, was zwei Soldaten und ein paar Lieder aus der Zeit des US-Bürgerkriegs nicht alles bewirken können, Am Abend gab es dann gemeinsames Singen vor dem Zelt des Offizieren, welchem bei ‚British Grenadiers‘ fast die Tränen kamen, Dafür gab’s dann auch Zigarillos und einen guten Tropfen. Bei solch einer Ehre kann sogar ich als Nichtraucher nicht „nein‘ sagen.
Der Gesangskreis wurde dann noch privat und im kleinen Kreis auf ein paar Gumblankets fortgeführt. Wir tranken gerade gemütlich einen Schluck Brandy, als plötzlich...
Ein schreckliches lautes Geräusch! Moderne Musik aus dem Salon! Sofort waren die Plastikstüh!e wieder im Gedächtnis.
Die Musik war schnell abgestellt. Aber der Schock blieb. Ich versetzte Carsten und Erich noch einen weiteren Schock, indem ich ihnen verkündete, dass ich nicht mehr nach Hameln käme wenn nicht mehr Authentik Einzug hielte. Fakt ist: wir sind Reenactor. Wenn wir ein Camp veranstalten hat es authentisch zu sein. Sonst sind entweder wir keine Reensetor oder der Ort kein Ort für Reenactor.

Der Rest des Abends soll dann auch noch recht schön gewesen sein. Aber darüber sollte vielleicht ein Anderer berichten. Denn mir fehlt da doch so manche Erinnerung. Am Sonntag wachte ich jedoch wohlbehalten auf meinen Gumblanket auf. Kann also nicht so schlimm gewesen sein. Es war bestes Wetter und wir ließen das Wochenende gemütlich ausklingen.


Ich will hier niemanden erschrecken und auch nicht den Eindruck erwecken unsere Camps wären schlecht. Das Camp war sehr schön. Aber es gibt Missstände. die beseitigt werden müssen!

Pvt. Bill Woodley, 7th Maine Infantry

.

 

Campbericht Reenactorcamp in Ballenstedt

17th - 19th August, in the year of the lord 1862


7th Maine Infantry Volunteer Regiment –
Marschbefehl für Company G –
Eintreffen in Ballenstedt am 17.8.1862 um 12 o’clock a.m. –
Vereinigen mit Verstärkung aus anderen Regimentern –
Verstärkung bereits vor Ort

Gegen 13 Uhr kam ich auf dem Gelände in Ballenstedt an. Wir erhielten die Anweisung, das Camp auf einer Wiese hinter dem Saloon zu errichten. Das umliegende Gelände war stark bewaldet und hügelig. Kundschafter meldeten uns, dass die Rebellen ihr Camp vor einem kleinen Fort an einem See errichtet hatten. Um zum gegnerischen Lager zu gelangen mussten wir einen schmalen Holweg passieren, der weiter am Lager und Fort der Rebellen auch an dem See vorbei führte. Zur anderen Seite des Weges gingen bewaldete Hänge steil aufwärts. Die Artillery der Rebellen war Richtung See aufgestellt. In der anderen Richtung wäre es für die Infantry ein Leichtes gewesen den Hohlweg zu blockieren. Die einzige Möglichkeit eines Angriffs wäre also über die steilen Hänge gewesen. – Wie gut das wir hier nicht angreifen mussten, sondern nur ein kleines Camp mit etwas Böllern als Vorführung hatten.

Nach und nach trafen weitere Blaue ein. So wurden wir doch noch zu einer schlagkräftigen Truppe von fünf Mann. (Gefühlt wie 10)

Gleich nach dem Eintreffen erkundete ich erstmal mit Julian das umliegende Gelände inklusive Hügel, natürlich in „Full Battle Order“. Man kommt ja sonst kaum zum Sport.
Als wir zurück im Camp waren, war auch der Rest der 7th Maine (Toto) gerade eingetroffen. Wir richteten jetzt erstmal unser Lager ein und machten Feuer um Kaffee zu kochen.
Plötzlich kam ein Melder und teilte uns mit, dass wir sofort in Richtung See ausrücken sollten, um der CS-Artillery und der CS-Infantry Paroli zu bieten.
Also den Kaffee runter geschlungen, aufgerödelt und im „double quick Step“ auf zum „Schlachtfeld“.
Unter dem Jubeln der Zuschauer und Hobbyisten kamen wir in das Fort und besetzten zur Linken des Sees unsere Stellungen.
Es muss schon beeindruckend (oder lustig?) ausgesehen haben, als wir im „double quick Step“, wie eine Kompanie Feuerwehr im Einsatz, in das Fort einmarschierten.
Jetzt kamen erstmal einige Salven der Artillery. Anschließend eröffnete die CS-Infantry das Feuer „gegen uns“. Wir lieferten uns über den See hinweg ein ca. 20 minütiges Gefecht mit der CS-Infantry. Irgendwann kam dann von Toto die Anweisung, dass wir ein paar Gefallene haben müssten. Ich wies ihn freundlich darauf hin, dass dafür von den mittlerweile komplett gefallenen CS-Infantristen einige wieder auferstehen müssten, um das Feuer auf uns wieder zu eröffnen. Für plötzlichen Herzinfarkt sind wir echt zu jung.
Dann war unsere kleine Vorführung auch schon beendet. Sie wurde von einem Sprecher kommentiert, der Hintergrundinformationen lieferte und fand beim Publikum reges Interesse.

Nach diesem kleinen Gefecht liefen meine Kameraden immer noch fast über vor Motivation. Also holte ich mir bei Toto das Kommando, um mit ihnen noch ein bisschen zu „spielen“. Auch Toto selbst und einige Graue schlossen sich uns noch an. Wir marschierten die Straße am See entlang, begleitet vom Gesang von Private Tobias (20th Maine). Auf halbem Weg zum Ende des Sees ließ ich anhalten und ließ die beiden Grauen in die Mitte nehmen. Der Union befahl ich die Bajonette aufzupflanzen. ;) – Spaß muss sein!
Danach ging’s weiter. Am Ende des Sees war ein kleines Sumpfgebiet. Über dieses war eine kleine Halbinsel und ein Berghang zu erreichen.
Zwei extrem motivierte Privates (Tobias und Julian) schickte ich diesen Hang und diese Halbinsel sichern. Ich hatte allerdings begründete Angst um ihre Gesundheit und so befahl ich, die Musketen dürften nicht nass werden. (Zitat:“Toto: Die sind so motiviert, die sichern auch den See, wenn Du befiehlst ‚10 Meter ab Ufer in den See hinein und Stellung halten!’“)
Im Anschluss marschierten wir noch einmal am Lager der Rebellen vorbei und sangen laut: „Wir sind Deutsche und wir kämpfen für die Freiheit der Union…“.

Und wir hatten immer noch nicht genug. Wo ein Berg ist, da will er auch bestiegen werden. Also stürmten wir noch den nächstgelegenen Steilhang (ca 50m steil aufwärts). Wir waren vielleicht tot, als wir oben waren.
Auf dem Abstieg wurden wir von unten von den Rebellen noch mal unter Feuer genommen. Nicht schlecht! Aber gegen unseren „Sturm auf den little round top“ waren diese paar Kugeln nicht mehr als eine nette Abwechslung.
Am Fuß des Hügels angelangt sammelte ich das Platoon wieder und wir marschierten zurück zu unserem Camp.

Vor dem Saloon entließ ich die Männer dann. Der Großteil der Leute ging mit einigen übergelaufenen Südstaatlern (Wir hatten einen kleinen Umtrunk versprochen. – Das lockt natürlich.) zusammen durch den Saloon zum Camp.
Tobias und ich liefen außen um den Saloon – und direkt in das Feuer der Rebellen. Hatten die doch während unserer Abwesenheit unser Camp besetzt!? Eine schöne Falle! Zum Glück waren die anderen auf den Weg durch den Saloon etwas langsamer und konnten die Schüsse hören. Eine kleine Chance für uns (sie! Tobias und mich gab’s ja nicht mehr). Aber wirklich Land zu gewinnen war für uns nicht mehr. Die Falle kam eben zu überraschend. –Na ja, man stellt normalerweise ja auch Wachen auf.

Am Abend wurde dann gemeinsam gekocht. Das Angebot an frischer Kost war reichhaltig und willig. Die Frösche hüpften sogar freiwillig in’s Feuer. Waren wohl leicht depressiv?! Nach dem Essen kam ich auch endlich dazu mein neues NCO-Sword aus zu probieren. Tobias erbarmte sich und bot mir mit dem Bajonett Paroli. Ich stellte fest, dass es mit ein bisschen Übung doch möglich ist mit dem Degen einen Bajonettangriff zu parieren.

Den Abend verbrachten wir zusammen mit den Rebellen im Fort. Es wurde viel gelacht und gesungen.

Gegen Mitternacht zog ich mich dann in’s Camp zurück, machte noch mal Feuer und machte es mir am Feuer auf meiner Gumblanket gemütlich. Am Morgen merkte ich, dass Toto es auf der anderen Seite des Feuers mir gleichgetan hatte.

Morgens machte ich noch eilig Feuer und Kaffee; und gegen 9 Uhr war ich auch schon wieder auf dem „Heimweg“. Man hat halt Termine.

21st august in the year of our Lord 1862
Bill Woodley, 7th Maine Infantry Volunteers

 

Bericht Wildflecken 2007

28 th -30th September, in the year of the lord 1862


Am 28. September traf die 7th Maine gegen frühen Nachmittag in Wildflecken ein. Der Platz glich einem großen Sumpfgebiet. Ich fühlte mich spontan an die Verhältnisse von Grants Truppen in Winter 1862/ 63 vor Vicksburg erinnert.
Wir begannen trotzdem gemäß den Anweisungen der Offiziere auf zu bauen. Zum Glück war es zu dieser Zeit zumindest von oben trocken. Wir haben auch einen guten Zeltplatz erwischt. Wir hatten nur eine geringe Wassertiefe in und um die Zelte und dank des geringen Seegangs konnten wenigstens unser Corporal und Regina trocken schlafen.
Ich entschied mich dafür erst gar nicht auf zu bauen und hatte damit die längste Zeit von allen Kameraden trockene Schlafsachen.
Heute gab es auch endlich Sold. Wir wurden allerdings mit nur zwei Dollar abgespeist, was die Moral nicht wesentlich erhöhte.

Einige Zeit nach dem Aufbauen meldeten Späher das Nahen von Rebelleninfantry. Eiligst sammelten wir uns und rückten aus um das noch im Aufbau befindliche Lager zu verteidigen. Die Rebellen waren stark in der Überzahl. Trotzdem konnten wir die Stellung einige Zeit halten. Als unsere Linien kurz davor waren ein zu brechen setzte starker Regen ein. Die veralteten Musketen der Rebellen begannen zu versagen und die Rebellen zogen sich zurück. Wir waren allerdings auch nicht mehr in der Lage dem Feind nach zu setzen. So zogen wir uns in das Camp zurück und versuchten irgendwie den Rest des Tages einiger Maßen trocken zu überstehen. Nach und nach trafen dann auch unsere Verstärkungstruppen ein.

Am Abend teilten wir die spärlichen Rationen mit einander. Ein paar Kameraden hatten irgendwo noch etwas Schnaps aufgetrieben und so versuchten wir uns etwas auf zu wärmen. Ich hatte allerdings kaum noch einen trockenen Fetzen am Leib und so beschloss ich bald mir einen halbwegs trockenen Schlafplatz zu suchen.
Ich legte mich also unter einen etwas erhöht stehenden Baum und deckte mich mit einem Gumblanket zu. Ca eine Stund ging das auch ganz gut, aber plötzlich lag ich im Wasser und stellte fest, dass das Wasser seitlich auf mein Blanket floss. Ich betete nur, dass mein Pulver trocken geblieben wäre.
Meine Kameraden hatten sich bereits einige Zeit zuvor in einen alten Bunker zurückgezogen weil in ihren Zelten kein trockener Fleck mehr war. Ich meldete mich also bei meinem Corporal ab und verlagerte mein Nachtlager auch in den Bunker.
Im Nachhinein muss ich aber doch feststellen, dass ich meinen Kameraden einen Schritt voraus bin, denn: ich brauche kein Zelt, um nass zu werden!
Im Bunker kam dann auch gute Stimmung auf. Wir waren ca. 15 Mann von beiden Seiten und feierten Steffens Geburtstag. Wir sangen, tranken; und Steffen und Dominik machten Musik mit Drumms and Pipes. Der Klang in diesem Gewölbe war einmalig. In der Nacht hatte ich allerdings das Gefühl in einem Kühlschrank zu schlafen. Aber es war zumindest trocken.

Am Samstagmorgen kamen wir dann wegen des langen Wegs vom Bunker zu spät zum Roll Call. Der Sergeant hatte aber Verständnis, als er hörte wo wir geschlafen hatten. Er überließ die Bestrafung Corporal Toto, der zum Glück auch ein Nachsehen hatte. Heute war das Wetter etwas besser. Es regnete nur noch vereinzelt.
Jetzt war es kurz nach acht und wir hatten noch bis 9 Uhr Zeit zum Frühstücken. Wir begannen also eiligst Speck, Zwiebeln und Mehl in ein brauchbares Frühstück zu verwandeln. So schafften wir es auch noch frisches Brot zu backen, Kaffee zu kochen und zu frühstücken.
Um 9 Uhr sollte dann antreten zum gemeinsamen Drill sein. Aber niemand ließ die 7th Maine antreten. Ich unterhielt mich kurz mit meinen Kameraden und wir kamen zu dem Schluss, dass wir ja nicht im Wunschkonzert wären. (Wir beschlossen, dass wir unmöglich ohne Befehl bei den New Yorkern oder bei den Kameraden aus Missouri antreten könnten.) So hatten wir also erstmal etwas Freizeit.
Wir halfen Regina beim Feuer machen, versuchten das auf einmal durch Windböen gefährdete Fly zu sichern und suchten uns wo irgend möglich halbwegs trockene Plätze.
Gegen 13 Uhr sammelten wir uns, um ins Feld auszurücken. Wir bildeten im Wald oberhalb des CS-Artillerylager eine Skirmishline und warteten dann erstmal.
Nach einiger Zeit wurde ich neben zwei anderen Kameraden von einem Corporal ausgewählt, um uns dem Gegner zu nähern und Erkundigungen einzuziehen und zu stören. Wir bewegten uns also vorsichtig Richtung CS-Camp und gingen in einem Wäldchen in Deckung. Wir waren doch etwas erschrocken, als wir sahen, was für eine riesige Armee sich da 100 Meter vor uns sammelte. Wir beschlossen zu warten und dem Gegner eine Salve in den Rücken zu verpassen, wenn sich diese Chance böte. Aber es kam ganz anders. Plötzlich näherten sich einige CS-Scharfschützen unserem Standort. Sie bemerkten uns zum Glück nicht und bezogen Stellung in einem Wäldchen zwischen uns und der US-Hauptstreitmacht. Etwas fassungslos beobachteten wir, wie die gegnerischen Scharfschützen sich im Wald völlig sorglos und ohne Deckung zu nutzen bewegten. Sie waren immerhin nur knapp 50m von uns entfernt. Nach einiger Zeit Beobachtung gaben wir eine Salve ab und zogen uns durch den Wald zurück zu unseren Truppen. Nachdem wir ein Stück Wiese überquert hatten gingen wir in Deckung und hielten kurz Ausschau nach Verfolgern. Aber es fielen keine Schüsse als Antwort auf unsere Salve. Wir hatten die Scharfschützen wohl ausgeschaltet.
Wieder zurück bei den restlichen Truppen wurden wir in heftige Kämpfe mit der CS-Infantry und der CS-Cavallry verwickelt. Die Übermacht auf Seiten des Gegners zwang uns bald zum stückweisen Rückzug. Über fast eine Stunde wurden wir stark bedrängt. Unter erstaunlich geringen Verlusten zogen wir uns immer weiter zurück. Das Vorrücken der Rebellen wurde erst gestoppt, als wir unsere Reihen öffneten und unsere Artillery direktes Feuer auf den Feind eröffnete. So konnte sich die Infantry wieder sammeln und zurückschlagen. Trotzdem war die Übermacht der Rebellen erdrückend. Die Rebellen rückten über eine Wiese gegen uns vor. Besonders fiel dabei ein Captain einer Einheit aus North Carolina auf. Dieser Mann schien unverwundbar zu sein. Immer in vorderster Linie bei seinen Leuten traf ihn doch keine unsrer Kugeln, so oft unsere Scharfschützen auch auf ihn schossen.
Nach einigen Salven aus der Infantrylinie versuchten wir einen verzweifelten Charge. Wir mussten über am Wegesrand aufgestapelte Baumstämme springen um auf die Wiese zu gelangen. Ich rutschte mit dem rechten Fuß zwischen die Baumstämme und schlug der Länge nach hin. Es grenzte an ein Wunder, dass ich mir dabei nicht den Fuß gebrochen habe. Ein Offizier half mir meinen Fuß zu befreien. Doch auch zu zweit schafften wir es nur mit größter Mühe, mich aus dieser Falle zu befreien.
Nach dem Charge sammelte unser Lieutenant die restlichen Leute wieder und wir zogen uns in den Wald zurück und besetzten erhöht gelegene Stellungen, die uns gute Deckung boten und schwer einzunehmen wären. Die Rebellen ließen auch nicht lange auf sich warten. Sie berannten die Stellungen und unsere Munition ging langsam zur Neige. Einige Rebellen gelangten im Nahangriff sogar bis in unsere Stellungen. Ein Rebell lief mir direkt ins Bajonett. Er sollte mir anschließend als Feuerschutz dienen. (– Wie gut das dieser Krieg seit 142 Jahren vorbei ist. Das Grauen muss unermesslich gewesen sein.)
Als unsere Munition gänzlich leer war, gingen wir zum Charge über und wurden von den Rebellen gebührend empfangen.

Wer gewonnen hat? – Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit wohl der Süden. Aber wir haben uns teuer verkauft.

Während des Gefechts hatten Regina und Keno bereits begonnen unser Camp abzubauen. Wir hatten beschlossen schon am Samstagabend zurück nach Hameln zu fahren. Viele von uns hatten keine Lust mehr noch eine weitere Nacht in Nässe und Kälte zu verbringen.
Nach dem Gefecht mussten wir noch einmal antreten, da Dominik zum Corporal befördert werden sollte.
Anschließend verluden wir die restlichen Sachen auf die Autos und fuhren dann nach der Verabschiedung bei unseren Freunden ab.
Gegen Mitternacht trafen wir in Hameln ein. Nachdem wir die wichtigsten Sachen abgeladen hatten machten wir es uns im Saloon gemütlich und feierten Dominiks Beförderung.

Pvt. Bill Woodley, 7th Maine Infantry
6th October in the year of our Lord 1862

 

Bericht Sylvestercamp 2007

28th December -1st January, in the year of the lord 1862


Am 28.12.1862 trafen sich die Einheiten der IG-Reenactors und ihre Freunde auf dem Gelände in Hameln erstmals zu einem fast fünftägigen Silvestercamp.
Am 28.12. wurde abends Baggers Geburtstag gefeiert. Da ich aber zu dieser Zeit noch im Heimaturlaub bei meiner Familie war, konnte ich leider an der Feier noch nicht teilnehmen.

Ich stieß am 29.12. dazu. Sämtliche Soldaten, egal welcher Einheit unterstanden diesmal Corporal Dominik Freund. Bei meiner Ankunft am Samstagnachmittag waren die Jungs gerade mit Drill beschäftigt. Ich meldete mich also bei meinem Corporal und nach einer kurzen Begrüßung sollte ich mich umziehen und mich dann einreihen. Praktischerweise ließ er die Privates „In place rest“ stehen, wodurch ich nur einmal die Linie entlang gehen musste und jedem mit einem freundlichen „Good Afternoon“ zunickte. Als ich in Uniform war, teilte mir Corporal Freund dann mit, dass Dienstschluss wäre. –Wie praktisch!
Am Abend feierten wir das Wiedersehen. Es waren Kameraden aus Bayern, Hamburg, Braunschweig und vielen anderen weit entfernten Orten da. Es wurden gemeinsam zeittypische Lieder gesungen, wir saßen im Saloon vorm warmen Ofen oder standen draußen am Lagerfeuer. Ein paar ganz mutige hatten draußen ein kleines Zeltlager errichtet und in den Zelten übernachtet. Ich saß mit einem meiner besten Freund noch bis zum nächsten Morgen im Depot. Wir hatten uns seit Ende September nicht mehr gesehen und hatten uns viel zu erzählen.

Am nächsten Tag fühlte ich mich dann nur eingeschränkt diensttauglich.
Aber für den Sonntag war auch nicht sehr viel geplant. Es musste Holz gemacht werden und für den Nachmittag war ein Fototermin geplant. Aber Bewegung regt ja bekanntlich den Kreislauf an.
Am Abend kam dann noch der Kamerad Ankes Martius dazu. Obwohl eigentlich krank und auf Heimaturlaub zog „er“ es vor den Abend bei seien Kameraden zu verbringen.
Am vergangenen Tage waren zwei Kameraden in Streit geraten. Sie wurden jetzt gegen Mitternacht aus der Armee entlassen, um in einem Duell ihren Streit beizulegen. Beide bekamen, wie bei einem Duell üblich, potentiell tödliche Waffen (Löffel). Nun durften sie sich nach den Regeln des Löffelboxens unter meiner Aufsicht bekämpfen. Ich musste doch einige Male einschreiten. Ich sah es nämlich als Regelverstoß an, dass der Südstaatler einen Treffer landet. ;) Anschließend wurden beide wieder in die Armee aufgenommen.

Am Montag war um 9 Uhr Wecken. Nach dem Roll Call und Frühstück begann um 10.15 Uhr mit leichter Verspätung der Drill der einzelnen Einheiten. Parallel zum Frühstück mussten die Soldaten es noch schaffen sich zu waschen und ihre Aufgaben zu erledigen. Es hatten doch einige Probleme noch Zeit zum Essen zu finden. Ab 11 Uhr war, diesmal pünktlich Theorieausbildung. Steffen erteilte eine sehr lehrreiche Lektion über die Dienstränge und ihre Aufgaben in beiden Armeen.
Nach dem Mittagessen übernahm dann unser Corporal wieder den Drill für sämtliche Einheiten. Nachdem wir den Drillplatz fast bis zum Tode jedes Grashalms gequält hatten marschierten wir ohne Waffen, aber von einem Drummerboy begleitet unter wehenden Fahnen in die Hamelner Feldmark. Nachdem wir den Drill um fast eine Stunde überzogen hatten zogen wir von Drummer und Fifer begleitet wieder in die Garnison ein. Dafür hatte der Corporal mir die Company übergeben und selber die Querflöte übernommen. –Endlich durfte ich mal wieder die Einheit führen! Hurra!!!
Unser Sergeant war sehr zufrieden und auch uns hat es viel Spaß gemacht.
Am Abend war dann die große Silvesterfeier. Es kamen noch Gäste von dem 41.New Yorker und viele Zivilisten dazu. Zur Silvesterfeier wurde dann auch viel moderne Partymusik gespielt. Ich veranstaltete gegen 23 Uhr noch eine Feuerspuckershow und um Mitternacht wurde gemeinsam angestoßen. Die meisten hatten bis 24 Uhr keinen Alkohol getrunken, um nach dem Anstoßen beim Knallen und Feuerwerk Unfälle zu vermeiden. Anschließend wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Als ich gegen 5.30 Uhr ins Bett gehen wollte hatte ich doch leichte Koordinationsschwierigkeiten. Die Rebellen hatten mich bestimmt zu vergiften versucht!
Ich ging also in das Mannschaftsquartier und stellte am Ende des Raumes fest, dass ich an meiner Koje vorbei gelaufen war. Also, about face und zurück. Auf Höhe der Koje ließ ich mich auf den Boden sinken, legte mich hin und rollte mich in die ebenerdige Koje. Dann stellte ich leicht verärgert fest, dass meine ganze Ausrüstung noch auf dem Bett lag. Also wieder rausgerollt, einen langen Arm gemacht und alles aus dem Bett gefegt, anschließend wieder hinein gerollt und endlich schlafen. Was für ein Stress!

Private Bill Woodley, 7th Maine Infantry
3rd January in the year of our Lord 1863

 

Bericht Wintermarsch 2008

8th - 10th February, in the year of the lord 1863


Am Abend des 8. Februar trafen nach und nach die ersten Gäste in Hameln ein. Das Lagerfeuer wurde angezündet und die Zelte wurden aufgebaut. Wer bei den herrschenden Temperaturen (nachts ca. -5°C) nicht im Zelt schlafen wollte konnte es sich in den Mannschaftsquartieren gemütlich machen. Dort stehen Platz sparend im U-Boot-Flair errichtet 15 Etagenbetten zur Verfügung. Wir hatten an diesem Wochenende herrliches Wetter, tagsüber waren es gefühlte 20°C in der Sonne und nachts wurde es bitter kalt.

Am Samstag war pünktlich um 8.30 Uhr wecken und anschließend Roll Call. Dann hatten wir genug Zeit zum Frühstücken. Am Lagerfeuer wurde Kaffee gekocht und jeder bereitete sich aus seinen Rationen ein schmackhaftes Frühstück. (Zum Beispiel einen Hard Tack in den heißen Kaffee, das schmeckt fast wie frisch gebackenes Brot; dazu ein Stück Jerky oder Wurst – was will man mehr?) Nach dem gemeinsamen Frühstück war bis zum Mittag Drill der einzelnen Einheiten. Im Laufe des Vormittags war die Truppe dann auch auf ca. 30 Mann angewachsen.
Dann bereiteten wir uns alle für den Ausmarsch ins Weserbergland vor. Die Feldflaschen wurden aufgefüllt, die Rationen wie Beef Jerky und Hard Tacks kontrolliert und die Woolblankets und Gumblankets wurden auf die Knapsacks gepackt.
Wir marschierten diesmal zum ersten Mal alle (bis auf wenige Ausnahmen) nach Befehl in Full Battle Order aus. Nur die Waffen mussten wir leider wegen fehlender Genehmigung zu Hause lassen. Für den Marsch wurde eine ca. 12km lange Strecke durch das Weserbergland gewählt. Auf einer Wiese nahe einem englischen Stützpunkt wurde das Gepäck abgelegt und nach 10 Minuten Pause drillte Sgt. Toto die Truppe ordentlich. Sein Hauptaugenmerk lag dabei auf Weelings und Oblique-Marching. Es war erschreckend, wie schlecht diese „große“ Truppe ausgebildet war. Entschuldigend kann man bestenfalls anführen, dass das Platoon aus Nord- und Südstaateninfanterie sowie Nord- und Südstaatenartillerie bestand. Es hätte trotzdem besser laufen müssen, wenn man bedenkt, dass der Infanteriedrill bei allen Waffengattungen zur Grundausbildung gehörte. Toto war nach einiger Zeit fast am Verzweifeln und auch ich verlor nach gefühlter Unendlichkeit langsam die Lust. Und wenn ich keine Lust mehr auf Drill habe muss das schon was heißen. Ich war fieberhaft am überlegen, wie aus dieser Nummer heraus käme? –Dann fiel mir mein Bajonett ein. Ich könnte mich erstechen. Wenn ich einen erfolgreichen Selbstmörder reenacte, kann mich niemand zu noch mehr Drill zwingen. Na ja, dazu kam es dann doch nicht mehr. Es wurde eine Pause angeordnet und anschließend übernahm Nathan die Truppe. Da zeigt sich dann, dass es auf jeden Fall nicht am NCO lag. Aber so langsam wurde es besser. Ich persönlich hätte mir nur mehr Flankenmärsche gewünscht. Der Formationswechsel zwischen Column und Line (By the right [or left] flank – march!) ist meiner Ansicht nach einer der wichtigsten Befehle für die damalige Infanterie.
Irgendwann machten wir uns auf den Rückweg. Wir marschierten noch einige Kilometer durch die Hügel und nach unzähligen Pausen erreichten wir gegen 18 Uhr wieder das Gelände. Wir waren alle total erledigt aber glücklich!
Die Frauen und einige Invalide hatten im Camp eine heiße Gemüsesuppe vorbereitet. Ein dreifaches ‚Hurrah’ auf alle Frauen und Invaliden!!! –Die Suppe hat hervorragend geschmeckt.
Wir verbrachten noch einen gemütlichen Abend bei Musik und Tanz und ließen das Wochenende stilvoll ausklingen. Leider mussten uns einige Gäste aus der näheren Umgebung am Abend noch verlassen.


Zum Schluss noch eine Info an alle, die es noch nicht, mitbekommen haben: Es gab im 19. Jahrhundert noch keine Bierflaschen! (Die entsprechenden Leute fühlen sich hoffentlich angesprochen.)

Es wurde aber an diesem Wochenende nur authentische Musik gespielt. Wir sind mit vollem Gepäck ca. 12km marschiert. Verpflegt haben wir uns größten Teils aus unseren Rationen, am Samstagabend gab es eine leckere Gemüsesuppe. Das Wetter und Programm war einfach super.
Fazit: Ein durchweg gelungenes Wochenende im 19. Jahrhundert.

Private Bill Woodley, 7th Maine Infantry
17th February in the year of our Lord 1863


 

Bericht Camp- und Schlachtbericht zum Ostercamp in Beerse (Belgien) und Ostercamp in Hameln

21st - 24th March, in the year of the lord 1863


Am 21.3. bin ich gegen 10 Uhr morgens in Beerse angekommen. Ich kämpfte mich mit Marschgepäck durch matschige Wege und erreichte fast schwimmend den Campground. Ich machte mir schon fast Sorgen, wie ich das Pulver trocken halten sollte, fand dann aber doch ein paar trockene Stellen.
Das Camp machte einen traurigen Eindruck. Die Wiese war fast vollständig überflutet (wie Sumpfgebiet halt). Das US-Lager bestand aus einem Sipley und einem eingestürzten Walltent. War die Schlacht etwa schon vorbei? War ich zu spät?
Das CS-Lager bestand aus wenig mehr Zelten.
Da im US-Lager kein Leben war beschloss ich erstmal nach den „Feinden“ zu sehen. Bei der Kavallerie traf ich auch gleich ein paar alte Bekannte, die mich auf Grund meiner blauen Uniform mit verhaltener Freude begrüßten. Na ja, kann man es ihnen verübeln? Dann entdeckten die Belgier die US-Verstärkung aus Deutschland und ich wurde herzlich empfangen. Zuerst zeigte man mir welches Walltent beheizt ist und was man da alles zu trinken hat. Ach ja, ich vergaß zu erwähnen, wir hatten ca 3°C und Schneeregen.
Nach einem kleinen Begrüßungsschluck machte ich mit dem Kompaniechef der Belgier (Captain Marco Perrez von der 8th Texas Cav. Comp. F)in der nächsten Regenpause eine Lagerbegehung und suchte mir im US-Lager einen Platz für mein Dogtent. Ich war erfreut festzustellen, dass der Platz für das US-Lager etwas erhöht stand. Wir waren also nicht wie in Wildflecken 07 ganz im Wasser, sondern nur im Schlamm. Ich taufte das ganze trotzdem „Wildflecken 07 Revival Camp“.
Als mein Zelt gerade stand kamen Sturm und Schneeregen auf. Nach kurzer Zeit hatte ich jede Menge Schneematsch in Zelt und Decken. Schei…! Also mit dem Ausgang zur Lagerstraße hin war auf jeden Fall nichts, denn von da kam der Wind. Ich fing auch schon mal langsam an mich nach anderen trockenen Plätzen umzusehen. Nur für den Fall, dass mein Dogtent vielleicht die Nacht nicht übersteht. Nachdem mir Billy (3rd Platoon CS-Batallion) aber noch ein weiteres Gumblanket geliehen hatte und ich mit Hilfe von zwei Gumblankets und jeder Menge Stroh das Zelt zur Lagerstraße/ Windrichtung hin so ziemlich wind- und wasserdicht gemacht hatte erschien mir mein Dogtent doch schon realistischer als Schlafplatz für die nächsten Nächte. Wegen der starken Sturmböen brachte ich so viele Sicherungsleinen an, dass mein Zelt auch ohne das zweite Shelterhalf gestanden hätte.
An Drill war leider bei dem Zustand der Wiese an diesem Tag nicht mehr zu denken. Auch einen Ausmarsch durch den Wald konnten wir nicht machen, weil wir wegen den Sturmböen das Lager nicht alleine lassen konnten. Schade! Aber wir machten uns trotzdem einen schönen Tag. Bei der CS-Kavallerie wurde ich noch zu so einigen kulinarischen Delikatessen eingeladen und auch das eine oder andere Getränk wurde verkostet. Dem konnte ich natürlich nicht nachstehen und reichte als Gegenleistung Beef Jerky und „7th Maine Chor Geist“.
So nach und nach wuchs dann auch das US-Lager und so verbrachte ich dann noch einen schönen Abend am Feuer mit neuen Freunden, die aus Schottland waren, für die Union kämpften und eigentlich Belgier waren. – Ich hoffe, ihr könnt mir folgen.
Die meistgesprochene Sprache am Lagerfeuer war Englisch – ein Aspekt der ungemein zur Authentik beitrug. Ich briet mir an diesem Abend zum ersten Mal etwas von meinem selbst gemachten Salted Pork. Ich stellte dann auch fest, warum die Jungs es damals scheiße fanden. Es war so salzig, dass ich nur ein paar Stücken mit Hard Tacks zusammen essen konnte. Ich habe es wohl nicht lange genug gewässert.

Am nächsten Morgen war um 7 Uhr Wecken. Der Roll Call viel aus. Faule Offiziere! Also war Zeit in Ruhe zu frühstücken. Das Wetter war an diesem Tag deutlich besser. Wir hatten jetzt 3°C und meistens Sonne. (Wenn es nicht gerade geregnet hat!)
Gegen 10 Uhr sammelten wir uns alle zu einem gemeinsamen Ausmarsch durch die umliegenden Wälder. Endlich! Marschbefehl: Full Battle Order! Waffen inklusive – es lag auch ein Tragegenehmigung vor! Mittlerweile waren wir ca. 10 Mann auf Seite der Union und ein Paar mehr auf Südstaatenseite. Wir machten einen ca zweistündigen Marsch durch die Wälder. Endlich taten die Offiziere was gegen unser Frieren!
Als wir dann im Lager zurück waren hatten wir über Mittag Zeit zum Essen, flicken der Ausrüstung, … usw. Wir waren erstaunt, wie weit in den zwei Stunden Marsch der Wasserpegel auf dem Platz gefallen war. Ich fing schon mal vorsorglich an, die Kameraden vor einer drohenden Dürreperiode zu warnen.
Um 14 Uhr ging es dann in die Schlacht. Die Kundschafter hatten Rebellen von Osten gemeldet.
Wie wir so in der Battleline standen und auf das Eintreffen der Artillerie warteten, stellte ich fest, dass es in dieser „Armee“ keine 3 Leute gab, die die gleiche Sprache gesprochen hätten. Befehlssprache war Englisch – ok, aber ansonsten unterhielt man sich auf Englisch, Deutsch, Flämisch, Französisch… .
Dann tauchten vor uns zwischen den Bäumen plötzlich Sharpshooters auf und nahmen uns unter Feuer. Wir erwiderten das Feuer und gingen in der Linie vor, unterstützt von unserer Artillerie. Dann formierte sich an der linken Flanke der Rebellen ebenfalls Artillerie und nahm uns unter Feuer. Unsere Infanterie steckte einige schwere Treffer ein. Die Linie brach zusammen und die Männer suchten ihr Heil in der Flucht. Der First Sergeant schaffte es aber die Linie hinter unsere Artillerie wieder zu sammeln, so dass wir uns an ihrer Flanke neu formierten. Wir bekamen wieder einen Befehl gegen die feindlichen Skirmischer vorzugehen. Nach ein paar Salven wurde der Befehl zum Charge gegeben. Jeder vernünftig denkende Mensch hätte diesen Charge gegen eine Übermacht für ein Himmelfahrtskommando gehalten. Aber wir stürmten vorwärts! An diesem Tag kam kein Unionssoldat auf Bajonettdistanz an die Rebellen heran. Die Konföderierte Artillerie setzte uns beim Marsch über das Feld stark zu. Den Rest gab uns dann die letzte Salve der Rebellen. Als wir nur noch wenige Meter vom Feind entfernt waren feuerten die Rebellen diese letzte Salve ab. Diese Kompanie gab es nicht mehr! Alle lagen tot oder verwundet im Marsch. Ein schwarzer Tag für die Union!

Das Gefecht war zu Ende. Wir bekamen den Befehl wieder zum Leben zu erwachen. Ich habe selten so eine nasse und verdreckte Unionsinfanterie gesehen. Den Rebellen hat’s aber gefallen.
Wir marschierten wieder ins Camp und wurden von Dudelsackmusik und heißem Kaffee empfangen. Bei den Schotten gab es auch heißes Irish Stew. Genau das richtige am Ende eines solchen Tages.
Nachdem die Waffen gereinigt waren begaben wir uns in den Saloon, in Hoffnung auf ein warmes Getränk und einen geheizten und windfreien Raum. Das heiße Getränk bekamen Billy (die Billy!) und ich auch. Wirklich warm war es aber im Saloon nicht. Aber wenigstens war es windgeschützt. Ich erinnere noch mal: draußen waren es immer noch ca. 3°C.
Gegen Abend begaben wir uns dann noch einmal ins Camp, um uns für den abendlichen Ball etwas heraus zu putzen. Zum Glück habe ich meinen Frockcoat immer im Softpack!
Wir verbrachten einen gemütlichen Abend im Saloon, der für mich allerdings ziemlich früh endete. Es war mir einfach zu kalt und an heißen Getränken wurde nur Kaffee ausgeschenkt. Und Bier wärmt irgendwie nicht. Ich zog also schon vor Mitternacht meine Decken im Dogtent dem Saloon vor.

Am Sonntagmorgen wurden wir von klirrendem Frost begrüßt. Die Schuhe waren steif gefroren und der Matsch hatte sich in Eis verwandelt. Da musste erstmal ein Feuer her.
Nach einiger Zeit brannte das Feuer dann auch und während meine Bohnen am köcheln waren (dazu gab’s das salted Pork vom Freitag) bereitete ich den Abmarsch nach Hameln vor. Das Camp war zu diesem Zeitpunkt (ca. 7 Uhr) noch totenstill. Ich zündete mir eine Pfeife an und genoss die Wärme des Feuers und die Stille. Die Brogans tauten auch langsam auf! Nach einiger Zeit gesellten sich zwei Südstaatler auf der Suche nach Wärme zu mir ans Feuer und so langsam erwachte das Camp auch zu neuem Leben.
Gegen 12 Uhr hatte ich dann die gesamte Ausrüstung verstaut und machte mich nach kurzer Verabschiedung auf den Weg nach Hameln, um dort den Rest der 7th Maine zu treffen.

Am frühen Nachmittag traf ich in Hameln ein. Wie ich plötzlich in leicht verdreckter Feldkleidung vor meinen Kameraden der 7th Maine, 29th Independence Battery und 8th Virginia stand, kam mir eine überraschte und herzliche Begrüßung zu teil. Die ersten Minuten war ich voll damit beschäftigt, die Grüße aus Belgien auszurichten und zu erzählen, was in den letzten Tagen im Feld in Beerse los war.
Anschließend kümmerte ich mich um meine Ausrüstung und versuchte hauptsächlich meine Gumblankets wieder trocken zu legen. Dabei stellte ich fest, dass an einigen Blankets immer noch das Eis der letzten Nacht haftete. Ich war kaum fertig, da wurde zum Drill gerufen. Ein neuer Kamerad sollte eingewiesen werden und Skirmish sollte ausgebildet werden. Skirmish mit einem Neuling, der kaum die Grundlagen kennt? Dazu später… Ich war gerade angetreten, da teilte mir der Corporal mit, dass ich meinen Knapsack ruhig ablegen könne. „Muss ich denn L“, war meine Frage „ich habe mich doch gerade erst daran gewöhnt.“ Nun, ich durfte ihn aufbehalten. Der Neue, René ist sein Name stellte sich recht gelehrig an. Mit der Ausbildung für Skirmisher war er trotzdem überfordert. Kein Wunder! Setzt das ja auch sehr viel Grundwissen voraus. Auch unser Corporal war bei diesem Thema nicht ganz fitt und so wurde ich gebeten die Ausbildung zu übernehmen. Mir fielen zwar noch ein paar Befehle ein und wie es aussehen und funktionieren soll bekamen wir auch noch hin. Aber die einzelnen Befehle zum Agieren in der Skirmish-Line wollten keinem mehr einfallen. Dann kamen noch weitere Streitpunkte über die Durchführung der Ausbildung dazu, so dass ich irgendwann genug hatte und kurz „desertierte“. Mich also von der Ausbildung eigenmächtig entfernte und eine Putz- und Flickstunde einlegte. Und ich hatte Glück: es hatte keine Konsequenzen für mich, außer dass mich mein Corporal später fragte, ob ich beleidigt oder verärgert sei. Verständnisvolle Vorgesetzte muss man sich „wählen“!
Am Abend wurde dann noch ein kleines Osterfeuer veranstaltet. Ich zog mich mit ein paar Kameraden in Toto’s Depot zurück, um Salted Pork with Beans zu zubereiten. Wir machten daraus eine einfache aber sehr schmackhafte Suppe. Den Abend verbrachten wir dann auch fast die ganze Zeit im Depot. Da war es einfach am gemütlichsten. Wir genossen ein paar Fläschchen „7th Maine Chor Geist“ und nach und nach wurden es immer mehr Leute im Depot. Eine lustige Runde, in der viel gelacht und gesungen wurde.
Irgendwann zog ich mich dann zurück in mein Quartier (Henning von der 8th Virginia gewährte mir in seinem Zelt Asyl). Es war ein gelungener Abend und krönender Abschluss für ein wunderschönes Wochenende.

P.S.: Wer frieren am Lagerfeuer bei 3°C und Schneeregen scheiße findet hätte das ganze Osterwochenende wohl nicht so toll gefunden. Aber für die wenigen Verrückten, die sich in Beerse und Hameln über Ostern versammelt haben war es eine tolle Zeit.

Private Bill Woodley, 7th Maine Infantry
29th March in the year of our Lord 1863

 

Kleine Anekdote zum Bootcamp der 17th Missouri 2008

11st - 13rd April, in the year of the lord 1863


Am Abend des 12. April 2008 sollten wir auf dem Bootcamp in Dahlsen eine kleine Gefechtsübung durchführen. Wir hatten jetzt schon seit dem frühen Morgen Drill und Ausbildung genossen und gingen nun in Skirmish-Line im Wald gegen die Verteidiger der Stadt vor (so das Szenario). Sandy und ich hatten irgendwie den Kontakt zu den anderen verloren und rückten in ca. 5 – 10m Abstand zu einander weiter vor. Plötzlich tauchten auf einem Weg vor uns in ca 100m Entfernung Soldaten auf. Direkt am Wegrand war ein ca. 1m hoher Wall aufgeschüttet. Wir verständigten uns die etwa 50m zum Wall im double Quickstepp zu überbrücken, uns an den Wall zu werfen und zu feuern.
Wenige Sekunden später krachten die Musketen (jedenfalls hätten sie gekracht, leider fehlte ein Böllergenehmigung). Im selben Moment erkannte ich unseren Fehler. Es waren unsere eigenen Leute. Scheiße! Das kommt davon, wenn beide Seiten die gleichen Uniformen tragen.
Wir riefen die Männer an und verließen die Deckung in der Hoffnung nicht beschossen zu werden. Und wir hatten Glück. Unsere Männer erkannten uns und schossen nicht. Bei den eigenen Leuten dann meine angstvolle Frage: „Haben wir jemanden getroffen?“ Ein Mann saß am Wegesrand und hielt sich den Arm. Wir hatten ihn verwundet.

Wie gut, dass das nicht echt war!

Private Bill Woodley, 7th Maine Infantry
21st April in the year of our Lord 1863

 

Bericht zum Civil War Weekend Templin (Billy)

30th April - 4th May, in the year of the lord 1863


Ich habe mich nach langem Ringen (gegen die eigene Faulheit) entschlossen einen auszugsweisen Bericht zu schreiben, weil der Ausführliche bei einem 4 Tage-Event einfach zu lang würde.

Am späten Abend des Mittwochs traf mein geschätzter Freund Sandy von der 17th Missouri ein. Nach dem Aufbau nahmen wir unsere Ausrüstung (Full Battle Order) und suchten uns einen Platz für einen Outpost. Nach einiger Zeit des Suchens machten wir es uns im Stroh- und Heulager gemütlich. Von dort aus konnten wir das gesamte Lager gut überblicken und waren selber nicht auf den ersten Blick sichtbar. Und außerdem war es dort gemütlich.
Am Donnerstagmorgen gegen kurz nach 6 Uhr beobachteten wir einen Trommler der in Richtung der Mitte des Platzes marschierte und dort begann zum „Roll Call“ zu trommeln. Roll Call? Von der Order wussten wir nichts! Für heute Vormittag war Dienstfrei und Ausschlafen angeordnet! – Ich griff also nach meiner Muskete, lud und schoss (nur mit Zündhütchen, Schießerlaubnis hatten wir erst ab 11 Uhr).
Das hatte ich mir schon immer mal gewünscht. Da brüllt einer „Roll Call“ und ich antworte mit einem Schuss. Na ja, als Feldwache muss ich doch auch unnötige Ruhestörung verhindern, oder? Mein Sergeant wird immer wütend, wenn er vorzeitig geweckt wird!
Ein paar Stunden später beobachteten wir die 8th North Caroliner beim Aufmarsch. Wir beschlossen erstmal abzuwarten. Dann riefen sie zum Roll Call und die restlichen Südstaatler traten an. Sie bedeuteten uns, auch anzutreten. - Wir bei den Rebellen mit antreten? Na gut, nach kurzem Zögern machten wir uns auf den Weg, die Musketen bereit. Ca. 20m vor erreichen der Südstaatler pflanzten wir die Bajonette auf. Nur um deutlich zu machen, dass wir uns da zwar mit hinstellen, aber nicht dem Befehl des CS-Captains unterstehen. Dementsprechend platzierten wir uns dann links und rechts der Linie und lauschten dem Vortrag des Captains.
Danach ging’s erstmal in die Stadt, um im Saloon einen Kaffee zu trinken.
[…]
Um 13 Uhr war dann eine kleine Vorführung in der Stadt auf einem Ranchgelände geplant. Wir sollten als Jayhawker (ca. 6 Mann) eine Farm überfallen, um den Familienvater einen Südstaatensympathisanten zu verhaften. Beim Angriff auf die Farm stellten wir fest, dass der Mann nicht da war und der Rest der Familie verschanzte sich im Haus. Nach kurzem Gefecht stürmte plötzlich der Sohn, ein Junge von ca. 12 Jahren, mit einem Knüppel bewaffnet auf mich zu, als ich gerade beim Laden war. Ich setzte ihn außer Gefecht und versuchte dabei ihn nicht allzu schwer zu verletzten, was unter Umständen mit den Gewehrkolben gar nicht so einfach ist. Wir nahmen den Jungen dann gefangen und erpressten so die Aufgabe der Verteidiger im Haus.
Wir konnten die Mutter und ihren Sohn lebend gefangen nehmen. Als wir sie gerade verhörten griffen uns plötzlich Bushwaker an. Das musste der Familienvater mit seinen Leuten sein. Wir waren gezwungen uns im Haus zu verschanzen und lieferten uns ca. 10 Minuten lang ein Feuergefecht mit den Rebellen. Dann ging eine Überzahl von Rebellen zum Charge über und wir konnten das Haus nicht mehr halten. Wir gingen in den Nahangriff und schlugen uns tapfer mit dem Bajonett. (Wir hatten mit ein paar Leuten der 8th North Caroliner Bajonettfechten einstudiert. Mein Gegner sollte mich eigentlich besiegen, aber irgendwie konnte er nicht töten. Den Schlag mit dem Gewehrkolben hat er gut hin bekommen, aber das Herumschwingen des Gewehres und zustechen mit dem Bajonett klappte immer nur, wenn da keiner lag. Sobald ich da lag konnte er das Gewehr nicht mehr herumschwingen. Also musste ich gewinnen. Ich kann „töten“! )Aber die Überzahl war zu groß. Wir zogen uns zurück und nahmen den Jungen mit, verloren dabei aber die Mutter.
[An dieser Stelle wurde das Szenario abgebrochen und am Samstag fortgeführt. Der Vollständigkeit halber schreibe ich aber direkt weiter.]
Ein Stück hinter dem Haus war ein Wasserturm. Hinter dem verschanzten wir uns mit unserem Gefangenen. Die Rebellen griffen wieder an und wir konnten unsere Stellung nur ein paar Salven lang halten. Dann waren wir erneut gezwungen uns zurück zu ziehen. Beim Stellungswechsel flüchtete der Junge. In der Stellung hatte er verängstigt am Boden gesessen, aber als wir ihn mitnehmen wollten ergriff er in Panik die Flucht und rannte zu seinen Leuten. Wir suchten erneut Deckung hinter ein paar Strohballen. Langsam wurde es brenzlig. Mehrere Kameraden waren schon verwundet und einer war gefallen. Es war eigentlich ein Wunder, dass wir den Rebellen überhaupt noch Gegenwehr liefern konnten.
Als die Situation schon völlig aussichtslos wirkte marschierte plötzlich eine Kompanie reguläre Unionsinfanterie auf. Unsere Rettung! Unter dem Schutz der Salven unserer Infanterie konnten sich die letzten Überlebenden hinter die neu formierte Linie zurückziehen.
[…]
Gegen 14.45 Uhr (Donnerstag) sammelten sich die Unionstruppen in der Mainstreet und „erwarteten“ den Angriff auf Lawrence. Der Offizier befahl uns „in der Gegend verteilen!“. Sandy und ich grinsten nur: „Wir sind dann im Saloon am Tresen. Schick einen Melder, wenn sie bis auf den Saloon vorgerückt sind“ war unsere Antwort. J „Außerhalb des Saloons verteilen!“ war die modifizierte Order. Schade!
Dann griffen die Rebellen an. Wir bildeten eiligst in der Mainstreet eine Linie und lieferten uns mit den Angreifern ein heftiges Rückzugsgefecht. Nach ein paar Salven erwischte mich eine Kugel und ich erlebte das weitere Vorrücken der Rebellen aus der Käferperspektive.
Nach dem Gefecht war bis 18 Uhr Dienstfrei und uneingeschränkte Ausgangserlaubnis gegeben. Sandy und ich guckten uns an. Der Offizier von vorhin war noch in Hörweite. „Ab in den Saloon! Bis 18 Uhr dürfen wir uns wie Soldaten auf Stadturlaub benehmen!“ sagte ich.
[…]
An diesem Tag war kein Dienst mehr. Nachts konnte ich wegen Kälte und Schmerzen in der Schulter nicht schlafen und beschloss Wache zu gehen. Bewegung und eine Aufgabe verdrängen Kälte und Schmerzen ganz gut. Ein junger Kamerad aus der 17th Mo. (Christian) gesellte sich noch dazu und so machten wir ca. 1 ½ Stunden Wache. Wir richteten ein Zelt wieder auf und versuchten Ruhestörungen zu unterbinden. Ein paar Milizsoldaten empfahlen uns einen Therapeuten, als sie uns um 2 Uhr morgens auf Wache trafen. Wir guckten erstaunt. „Wieso? Der letzte Therapeut hat uns doch das hier schon als Therapie verordnet.“ Wir hatten ein friedliches Zusammentreffen mit der regulären Lagerwache der 8th North Caroliner. Sonst passierte in dieser Nacht nichts mehr.
Die 8th North Caroliner übernahm in dieser Nacht sämtliche Wachen, damit die Gäste in der (für die meisten) ersten Nacht ruhig schlafen konnten.
[…]
Am Freitag war um 12 Uhr eine Dressparade in der Stadt. Unter passender Musik marschierten wir in die Stadt ein. Ben McCoy hielt eine Ansprache und auch Captain Letz hielt eine kurze Ansprache. Dann gaben wir einen Salutschuss ab. Das Publikum war begeistert. Das sollte sich am nächsten Tag wiederholen.
Anschließend rückten wir aus in ein Waldstück zwischen dem Campgelände und dem See und warteten auf die Rebellen. Die Infanterie wurde in Viermannsquads plus Squadleader aufgeteilt. Wir verteilten uns im Wald, um die Rebellen beim Vorstoß möglichst früh aufzuspüren. Im Wald standen alte Hütten zwischen denen wir auf der Suche nach dem Feind vorrückten. Durch die Hütten hatten wir das Problem, dass der Feind quasi 15m neben uns vorbeiziehen konnte, ohne dass wir ihn zu Gesicht bekommen würden. Für eine Skirmishline über das gesamte Gebiet war das Gelände zu groß. Es kam also auf Glück an. Und das Glück hatten die Rebellen. Plötzlich hörten wir hinter uns Musketenfeuer, dann Artillerie. Corporal Freund führte uns zurück, um uns mit den anderen Squads zu vereinigen oder die Rebellen in die Zange zu nehmen. Wir schalteten einen einzelnen Rebellen aus und entdeckten dann die feindliche Artillerie, dummerweise gedeckt durch ein großes Aufgebot Infanterie. Zu viele für uns. Wir zogen uns eiligst zurück. Ziel war wieder die Vereinigung mit der restlichen Infanterie. Der Wald war voller Rebellen. An einer Straße entdeckten wir eine Einheit Honigbienen (Hamptons Legion, sorry). Zwei Mann gaben uns Deckung und wir konnten die Straße heil überqueren. Dann endlich, die eigene Infanterie! Wir schlossen uns an der Linken Flanke an und gingen in Skirmishline gegen die Rebellen vor. Dann kamen ein paar Rebellen um ein Haus herum und versuchten uns in den Rücken zu fallen. Wir konnten das gerade so verhindert. Kurze Zeit später wurde ein Waffenstillstand befohlen. Ein paar Anwohner von der anderen Seeseite hatten sich über die Artillerie beschwert. Schade! Also war erstmal einige Zeit Mittagspause.
Toto fand in dieser Zeit einen alten Sessel und führte uns da hin, um mit uns ein bisschen Bajonettkampf zu trainieren. Der Sessel wehrte sich tapfer. Einen Soldaten riss er sogar zu Boden. Wir hatten fast Ausfälle.
Dann sammelten wir uns wieder und lieferten uns mit den Rebellen ein Rückzugsgefecht, bei dem wir in die Stadt zurückgedrängt wurden.
Dies war das freie Gefecht ohne Zuschauer. Danach ging es in der Stadt wieder beim Szenario Lawrence weiter.
Wir schoben einen Wagen und ein paar Tonnen als Deckung auf die Straße und empfingen die Rebellen von dieser Deckung aus. Aber sie ließen sich nicht aufhalten und rückten trotz Verluste weiter vor. Irgendwann traf mich eine Kugel und ich fiel in den Sand unter den Wagen. Die Rebellen benutzten bald den Wagen ihrerseits als Deckung. Sie sollten uns ja aus der Stadt treiben. Doch dann ging ihnen die Munition aus. Ich rief einigen zu, sie sollten sich aus meiner Munitionstasche bedienen. Hätte doch gut ausgesehen, die Rebellen schießen mit der Munition der Gefallenen. Aber stattdessen klaute mir einer den Hut. Sein Kamerad brüllte ihn an, „was soll ich mit der Mütze. Ich brauche Munition“. Diese Szene sorgte noch am Abend im Saloon für allgemeine Erheiterung.
[…]
Am Samstag wurde ich noch vor dem Roll Call von Regina und Nina geweckt. Ich freute mich natürlich die beiden zu sehen, sie waren gerade angereist. Aber weil gerade die Wache vorbei kam nutzte ich die Gelegenheit mich über den vorzeitigen „Weckruf“ zu beschweren. Die Wache wies die Damen daraufhin, doch bitte nicht die Leute zu wecken; sagte aber zu mir, ich würde doch nur meckern, weil eine der Damen ins Nachbarzelt gekrochen sei und nicht zu mir. Ich beließ es bei einem Grinsen. So sind Soldaten eben.
Beim Roll Call wurden ein paar Soldaten, die sich am Tag zuvor wegen Ausgangsvergehen schuldig gemacht hatten für ein Himmelfahrtskommando eingeteilt. Ich „durfte“ mich wegen einem dummen Spruch über die Damen der Stadt auch „freiwillig“ melden.
[…]
Am Nachmittag ging dann das Szenario Lawrence in der Stadt weiter. Die Rebellen plünderten gerade (maßvoll) die Stadt. Da rückten neue Unionstruppen an.
Vorweg formierte ich mit meinem Himmelfahrtskommando eine Skirmishline quer über die Mainstreet. Ich hatte als erfahrenster Private die Führung übernommen. Hinter uns baute sich die Infanterielinie auf. Wir versuchten die Rebellen in dieser Zeit in Schach zu halten. Als die Infanterielinie direkt hinter uns war bekamen wir den Befehl hinter die Linie zu gehen. Bisher hatten wir Glück gehabt und noch keine Ausfälle zu beklagen. Hinter der Linie luden wir die Musketen und gingen dann wieder nach vorne, um der Linie beim Laden Deckung zu geben. Die Rebellen waren jetzt nahe herangekommen. Ich verlor in wenigen Minuten alle meine Leute und wurde selber angeschossen. Als wir alle im Sand lagen feuerte die Infanterie und rückte dann über uns hinweg vor. Mit der Linie vor mir rappelte ich mich wieder auf und guckte, ob von meinen Leuten noch einer kampftauglich war. Dem war nicht so. Ich meldete dem Captain, dass die Skirmisher ausgefallen seien und reihte mich dann in die Linie ein. So vertrieben wir dann die Konföderierten doch noch aus der Stadt.
[…]
Am Abend lud Templin zu einem Ball ein. Ich hatte das Glück kurzfristig noch eine ganz bezaubernde Dame als Begleitung zu finden. Claudia war kurz entschlossen mit Regina und Nina mit nach Templin gefahren und hatte noch keine Begleitung für den Ball. Und als Gentleman kann man ja eine Dame unmöglich alleine stehen lassen. Der Lakai, der die Paare beim Betreten des Ballsaales ankündigte machte aus Claudia dann prompt meine Ehefrau, was bei uns am Tisch für viel Spaß und Gesprächsstoff sorgte. Die Durchführung des Balles sorgte allerdings anfangs für etwas Verwirrung, weil der Ball nicht nach den heute in der Reenactmentszene üblichen Regeln, sondern exakt nach damaligen Regeln durchgeführt wurde. Das überforderte uns anfangs etwas. Aber die Liveband machte sehr gute historische Musik und alle halbe Stunde machten zwei Tanzlehrer Tanz nach Anleitung, so dass auch die weniger geübten mit ihrer Dame tanzen konnten.
Die Ballwache leistete sehr gute Arbeit und so waren wir wirklich unter uns und wurden nicht von irgendwelchen Cowboys gestört. Ich habe gehört, dass sogar der Chef der Saalbedienung nicht in den Ballsaal gekommen ist, weil er der Wache keinen Ausweis vorlegen konnte. :)
Ein sehr gelungener Abend, der später auch noch im Camp am Lagerfeuer weiterging.
[…]
Am Sonntag konnte ich dann mit einigen anderen noch in aller Ruhe den Tag genießen. Die German Light Artillery blieb noch bis Mitte der nächsten Woche und ich hatte Montag noch einen freien Tag. So konnte ich mit einigen anderen gegen Mittag noch an einem kleinen Scharmützel auf dem Ranchgelände in der Stadt teilnehmen und leistete den Kameraden von der Artillery noch bis zum Abend Gesellschaft.
Wir genossen den sonnigen Tag, grillten uns was zu Essen und übten uns mit dem Degen. Kurz, wie im Urlaub.

Private Bill Woodley, 7th Maine Infantry
17th May in the year of our Lord 1863

 

Bericht Knetzgau 2008 aus konföderierter Sicht (von Henning Falke)

1st - 4th May, in the year of the lord 1863


Ich (Henning Falke), Andreas und seine Frau erreichten den (trockenen!) Veranstaltungsort am 01.05. so gegen 16:30 Uhr. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die 1st SC bauten wir unsere Zelte auf und verstauten das Material. Da ungewohnter Weise die Sonne schien, sagten einige, mit diesem Wetter käme man nicht mehr zurecht und verlangten nach Regen... Aber es regnete fast gar nicht an diesem Wochenende. Es folgten noch Neuwahlen der Offiziere und Sergeants der 1st SC, da einige Posten durch Willi’s Aufstieg zum Batallionskommandeur neu zu bestimmen waren. Der erste Abend verging fröhlich am Lagerfeuer, jeder ging nicht zu spät schlafen, am nächsten Morgen sollte um 07:00 Uhr Rollcall sein.

Das Camp lag oberhalb des Dorfes Hainert, das lockte natürlich Schaulustige an, aber die waren überhaupt nicht aufdringlich oder störend. Ein Einheimischer konnte sogar zum Dienst in der Artillerie bewogen werden! Am Samstag wurde dann unser Campground abgesperrt, so dass die Besucher draußen blieben, später wurden für sie Führungen mit unserem Aide-de-Camp angeboten, das nenne ich Öffentlichkeitsarbeit. Unsere Schlachtdarstellungen waren auch gut besucht, die Zuschauer hielten sich an die Sicherheitsabstände, perfekt.

Am nächsten Morgen war ich wie üblich vor dem Rollcall wach und machte mir erst mal Frühstück. Beim Rollcall wurde der Tagesdienstplan bekannt gegeben: er bestand zu großen Teilen und Kompaniedrill, viel Batallionsdrill mit Dressparade, einer Gefechtsdarstellung und einer abschließenden Dressparade um 20:00 Uhr abends!
Der erste Drill gegen 10:00 Uhr brachte Gehirn und Muskeln in Schwung. Der „krönende“ Abschluss war die Formierung eines Karees durch Sergeant Icke Carter, Um 13:00 Uhr folgten eine Dressparade mit Bataillionsdrill unter „El Commandante“ Willy Post. Dieser Drill sollte später noch mal wichtig sein. Zwischendurch hatte es 10 Minuten lang gehagelt, danach schien wieder die Sonne, zuerst wurden wir äußerlich wieder trocken, dann von innen her wieder durch gefeuchtet (Schwitz!). Irgendwann wurde Nathan zu unserem Offizier vorübergehend ernannt, somit wurde Icke First Sergeant, Peter Brunn Second Sergeant und ich Last Corporal. Und das mitten in der Formation, das Chaos war vorübergehend unvermeidbar!
So gegen 15 Uhr ließ man das Batallion abermals antreten, führte nochmals einen Batallionsdrill durch und marschierte anschließend los um dem Feind auf dem Schlachtfeld zu bekämpfen. Vorauskommandos waren anscheinend schon in Position gegangen, als Lt.Col. Post das Batallion an einer Kreuzung halten ließ, man vernahm von rechts deutlichen Kampflärm. Meldereiter meldeten dann auch bald den stattfindenden Kampf. Bald schickte man uns, die 1st Company, aus, um unsere Artillerie und die Kavallerie zu unterstützen. Die Colourguard und die 7th Georgia blieb als Reserve zurück. Wir marschierten unter Nathans Führung zum Schlachtfeld und stellten fest, dass sich die Infanterie und Artillerie der Yankees oben auf einem Hügel hinter Barrikaden und spanischen Reitern verschanzt hatten, nur deren Kavalleristen und Scharfschützen war auf dem Feld im Einsatz. Wir griffen diese zusammen mit unserer tapferen Reiterei (9 Berittene!) und der dismounted Cavalry an, aber als wir kurz davor waren, die erste Verteidigungslinie zu durchbrechen, brach unsere eigene Linie aufgrund hoher Ausfälle zusammen, also Rückzug. Inzwischen war der Rest des Batallions auch und die 7th Georgia griff an, wir folgten etwas später zu einem neuen Versuch, während die Colourguard unten blieb. Die Yanks in der Festung hatten nicht viel zu tun, sie sangen Lieder und aßen Erdnüsse... Alle Versuche, die Festung der Yanks zu nehmen schlugen schließlich fehl und der Süden überließ den Blauen das Feld. Willi lobte unseren Einsatz, allein der Schlachtplan sei nicht aufgegangen. Nach einer einstündigen Pause ließ man um 20:00 Uhr nochmals das Batallion antreten, wobei jeder seine Tasse mitbringen sollte. Nach dem üblichen Prozedere wurde dann jede Einheit zum Getränkeempfang (6 Fässer Bier, Portwein u.Ä.) nach vorn geholt, um sich zu erfrischen. Der noch vorhandenen Getränken wurden danach von uns ins Lager der 1st SC geführt, dort wurden sie dann gemeinschaftlich „vernichtet“ (Finger weg vom Alkohol J).

Der Samstagmorgen begann wie üblich mit dem Rollcall und einem Companiedrill und Batallionsdrill. Danach war bis 14 Uhr Mittagspause angesagt, die ungewohnte Wärme wurde ganz langsam auch unerträglich... So gegen Mittag war das Lager dann seltsam leer, der Sergeantmajor fand in Abwesenden bei der Bodega und führte sie mit einem Trupp bewaffneter Infanteristen zurück ins Lager. Die Strafe folgte auf dem Fuße, sie wurden durchs Lager getrommelt, damit sie ihr schändliches Tun auch begriffen. Die Anklage lautete übrigens nicht Trinken im Dienst, sondern „Absent without Leave“, also Weggehen ohne Abmelden. Nathan verhängte dann noch eine zusätzliche Strafe für die 1st SC, nämlich Freibier!
Bald rief die Trompete zu einer neuen Dressparade mit Batallionsdrill, anschließend marschierte das Batallion wieder dem Feind entgegen. Die Artillerie und die Kavalleristen, beritten oder nicht, bildeten wieder Vorauskommandos. Bei einem kurzen Halt an der Kreuzung gingen bereits der ersten Meldungen über Feindberührungen ein. Diesmal marschierte das ganze Batallion geschlossen zum Schlachtfeld und ging zunächst in Einzelkompanien vor. Die Yankees saßen wie tags zuvor in ihre aus Holz gefertigten Stellung, ihre Kavallerie und die Dismounted wieder davor in Verteidigungsstellung. Dies würde wieder zu keinem Fortschritt, also ließ Willi das gesamte Batallion vorrücken, während unsere Kavallerie die US-Reiter beschäftigt hielt. Der Druck des gesamten Batallions zwang die erste Verteidungslinie zum Rückzug und unter hohen Verlusten wurde dann auch die befestigte Stellung der Yankees genommen. Leider waren die gar nicht mehr da, sondern begannen von rechts das Feuer auf uns zu eröffnen. Ich wollte grade hinter der letzten noch stehenden Barrikade zurückschießen, da kam für uns der Befehl, neben der (ehemaligen) Festung in Linie zu gehen. Dort fällte mich eine Kugel von Pvt. Pelka, 7th Maine Infantrie. All dies geschah am Jahrestag der Schlacht von Chancelorsville, daher war es nur richtig, dass der Süden die Stellung nehmen konnte.
Wir marschierten auf dem kurzen Weg in Lager zurück, nach einer kurzen Dressparade wurde Dienstschluss verkündet. Außer für die in der 1st SC, die die Nacht über noch Wache schieben durften, ich hatte die Hundewache von 3-5 Uhr morgens.

Gegen 18 Uhr erschienen plötzlich die Stabsoffiziere im Camp der 1st SC und hielten Gericht. Man warf dem „jungen und unschuldigen“ Offizier Hexerei vor, denn wie sonst hätte er mit seiner Frau, die nicht mitgekommen war, reden können, wie er das morgens beim Stab verkündet hatte. Sehr schnell fand sich eine Menge Soldaten als Prozessbeobachter ein, einige andere griffen zu Fackeln und riefen laut nach einer Verbrennung des Angeklagten, danach wollte man den Verteidiger „brennen“ und sogar das Gericht selbst! Nur durch Androhung von massiver Gewalt war dieser Mob zurückzuhalten.
Das hohe Gericht wollte wissen, wie es denn möglich sei, mit jemandem zu sprechen, der gar nicht da sei. Der Angeklagte wies auf ein gewisses Gerät hin, es war eine Blechdose, und das Gericht schien die Anklage von Hexerei zu etwas anderem abzuändern, als der Herr Verteidiger ein sachverständigen Psychologen zu rate rief. Der wütende Mob drohte dann auch diesem den Scheiterhaufen an, aber das Gericht verschaffte sich abermals Ruhe, indem sie eine Person in Ketten legen ließ. Dieser Sachverständige äußerte sich positiv über die „Krankheit“ des Angeklagten und versprach diesen in Heilbehandlung zu nehmen. Daraufhin gab das Gericht den Angeklagten die Obhut des Psychiaters, dem eine Wunderheilung innerhalb von drei Minuten gelang. Kurz darauf ergriff der Vorsitzende des Gerichts die Blechdose und schien mit seinem vorgesetzten Offizier zu kommunizieren, sehr seltsam...
Der Mob drohte dem Sachverständigen abermals den Feuertod an, der entgegnete nur, dass er nicht brenne... Völlig enttäuscht davon suchte der Mob immer noch ein Opfer, ein Yankee, der zufällig vorbeikam entging nur knapp seinem Schicksal.

Alles in allem war Knetzgau eine sehr gelungene Veranstaltung, es hat ausnahmsweise fast gar nicht geregnet, alle haben bestens zusammen gearbeitet und die Zuschauer haben sich sehr interessiert und diszipliniert verhalten. Der Campground war super, das Schlachtfeld etwas klein, aber dafür war die Darstellung eines Angriffs auf eine befestigte Stellung mehr als gelungen und in keinster Weise unglaubwürdig.
Den besten Dank an die Veranstalter von der Staunton Artillery, die es geschafft haben, innerhalb von drei Tagen ein Ersatzgelände für das ursprüngliche zu finden, das war nämlich abgesoffen.

Corporal Henry Falcner
8th Virginia Infantry, Co. G


 

Bericht zum Civil War Weekend Templin (Uwe)

1st May - 4th May, in the year of the lord 1863


Bericht zum Civil War Weekend Templin aus Sicht der Artillery

Am Anfang stand die Logistik, aber alle machten mit, eine 12 Tage lange Reise zu Planen und durchzuführen.
Mit dem Gedanken sich im ersten Gefecht zu zeigen, machten wir, die 29th Independant Ligth Artillery, sich auf, in Templin einen guten Eindruck zu hinterlassen. Nach einigen Hundert Kilometern endlich in Templin angekommen bauten wir unser Lager neben dem geliebten Feind auf, der mit einer 100 % Überlegenheit bedrohlich einen „grauen“ Alttag über uns brachte. Doch aller Überlegenheit zum Trotz kamen auch die Kameraden der 7th Main zu uns ins Lager und die blaue Reihe wurde länger.

Nach dem wir unser Lager in einem Militärischen zustand gebracht hatten, meldeten wir uns bei unserem zuständigen Offizier.

Das Adrenalin stand uns bis zum Hals, trotz unserer Erfahrungen aus alten Zeiten hatten wir das Gefühl auf dem Prüfstein zu stehen. So hatten wir nur einen Gedanken und ein Ziel zu Verfolgen.

Wir haben uns vorgenommen unseren Freunden von der Infanterie eine gute Unterstützung zu sein und alles zu geben, um zu Siegen.

Ein tolles Gefühl von unseren Truppen erwatungsvoll beobachtet und anerkannt zu werden.
Endlich, wir dürfen unseren Verfügungsraum beziehen. In einem kleinen Wald nahe eines Sees bringen wir unser Geschütz in Stellung. Die Infantry ist weit vor uns und erkundet das Gelände. Wir schickten einige Leute in die Flanke um eine schnelle Verlegung zu ermöglichen.
Eine gute Entscheidung, die Grauen kamen über die linke Flanke und wir haben Ihnen den Rückweg gezeigt.

Plötzlich, Infantry Feuer vor uns, wir bekommen den Befehl 5 Schuss Speerfeuer über unsere Truppen
in die Reihen der Feindlichen Infantry zu Feuern.
Rechte Seite graue Ari im Aufbau, weiteres Speerfeuer von uns verhindert ein Feindliches Feuer in
unsere Linien.

Eine weitere Verlegung gab uns die Möglichkeit, den Feind unter Feuer zu nehmen.

Leider mussten wir das Gefecht abbrechen, weil Anwohner sich über den Gefechtslärm beschwerten.

Nach einer Mittagspause bekamen wir einen neuen Verfügungsraum und den Befehl die Stadt Lorens zu Beschießen. Ein Schuss und das Desaster nahm seinen Lauf.

In einer Feldschlacht zu entscheiden, wer nun der Sieger ist, sollte uns eine tragende Rolle verschaffen. Mit ca. 10 Mann Infantry und zwei Geschützen standen wir einer Bedrohung von ca. 40 Mann hoch motivierter grauer Infantry und Artillery gegenüber.
Schlimmer konnte es nicht kommen, eins unserer Geschütze hatte Zündprobleme doch unser Batterieführer gab den Befehl "alles raus………". Wir gaben alles, 17 Schuss in einer Minute 14 Sek (4,35 Sec. Pro Schuß).

Resultat: Die linke Flanke ist zu uns Übergelaufen, die rechte Flanke haben wir mit der Unerstützung der Infantrie, unseren Wischer, Rämmer und Bajonetten niedergeschlagen.

Unser Offizier war mit uns sehr zufrieden und unsere Leistung war hervorragend.

Ich möchte mich bei meinem Team für die tolle Leistung bedanken.
Natürlich möchte ich mich bei unseren "Feinden" entschuldigen, dass wir so hart gegen Euch vorgegangen sind.

Die 29th hatte die Möglichkeit, ihren Sieg zu Feiern und einige Tage das Schlachtfeld für sich allein.

Der Befehl zur Verlegung nach Werben/ Elbe ließ nicht lange auf sich warten und auch da haben wir unseren Teamgeist unter Beweis stellen müssen.

Corp. Peter de Boern

29th Independant Battery
New York Volunteer
Ligth Artillery
20th May in the year of our Lord 1863

 

Bericht zum Lichterfest Bodenwerder 08. - 10.08.2008
The Battle of Gettysburg 1863 : Very Little Round Top
HDQRS. Seventh Maine Vols., 2nd Div., 6th Corps,
Near Gettysburg, July 1863.


Ich habe die Ehre zu berichten:
Wir befanden uns im Camp am Flussufer nahe der Stadt. Die erste Nacht verlief sehr ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Der kommende Tag versprach sonnig zu werden und nach den Rollcall, waschen und frühstücken begannen wir mit dem Drill unserer Armee, welche sich aus Teilen der 20th Maine, 7th Maine und Scouts, 41st New York Infantry und der 29th Independant Artillery zusammen setzte. Am frühen Nachmittag gegen 12.00 Uhr beschlossen wir in die kleine Stadt einzumarschieren. Wir brachten unsere Infanterie in Marschformation, gefolgt von der Artillerie. Als wir losmarschierten tauchte hinter uns Rebelleninfanterie auf, welcher ebenfalls graue Artillerie folgte. In der Stadtmitte angekommen, dicht gefolgt von den Grauen, lieferten wir uns auf Höhe der Stadtkirche einen kurzen Schusswechsel, zogen weiter durch die Stadt und versuchten wieder zum Fluss zu kommen. Dort angekommen hatten wir erneut einen kurzen Schusswechsel und zogen uns dann ruhig und in geordneter Formation zum Camp zurück, wo wir uns sammeln und für die bevorstehende Schlacht vorbereiten konnten. Während sich die Rebellenarmee verdeckt von einem kleinen Hügel - dem Very Little Round Top - in einiger Entfernung von unserem Lager in Stellung brachte, hatten wir das Glück von Kameraden der 79th New York Infantry verstärkt zu werden. Gerade noch rechtzeitig. So verstärkt beschlossen wir den kleinen Hügel zu besetzen, wo wir auch gute Deckung fanden. Unsere Artillerie brachte sich am Fuße des Hügels am Flussufer hinter einem Baum in Stellung. Gegen 15.00 Uhr beschloss unsere Artillerie das Gefecht zu eröffnen, da die Rebellen gerade ein gutes Ziel boten. Leider streikte ein Geschütz und so konnte die Artillerie gerade einmal zwei Schuss abgeben. Das lockte die Rebellen zum Angriff. Die graue Infanterie - ich konnte dort die 8th North Carolina und die 8th Virginia Infantry ausmachen - bewegte sich langsam aber stetig auf uns zu, als sich plötzlich eine Handvoll Skirmisher aus der Formation löste und versuchte unsere rechte Flanke zu stören. Diese hatten jedoch nur geringe Chancen und erlagen bald dem gezielten Feuer unserer Infanterie. Das musste den Kommandeur der Südstaatler beeindruckt haben, denn sein Angriff erfolgte jetzt eher zögerlich. Als die Rebellen am Fuße unseres Hügels ankamen, stürmten wir mit einer Bajonettattacke herunter und konnten die Rebs bis in ihre alte Stellung hinter ihre Artillerie -jetzt erkannte ich auch, dass es die Palmetto Light Artillery war - zurück treiben. Wir wähnten uns schon als Gewinner, als die CS-Artillerie zu feuern begann und wir uns in die Stellung auf dem Hügel zurück zogen. Trotz dem massiven und gut gezielten Feuer gelang es den Rebellen nicht uns vom Hügel zu vertreiben. Als die Kanoniere ihr Feuer einstellten, griff die graue Infanterie erneut an. Sie mussten dazu über ein freies Feld anrücken. Jetzt eröffnete unsere Artillerie ihr verheerendes Feuer. Da die Rebellen auf unser Zentrum zu marschierten, zogen wir unsere Infanterielinie den ganzen Hügel herunter, bis zu unserer Artillerie, um die Lücke zu schließen. Als die CS-Infanterie nahe genug herangekommen war, eröffnete auch unsere Infanterie das Feuer. Es blieben viele Johnnies auf der Strecke, doch sie marschierten mit dem Mut der Verzweiflung weiter und ein paar gelang es, unsere Reihen zu erreichen; jedoch hatten sie keine Chance durchzubrechen.
So konnten wir die Schlacht letztendlich für uns entscheiden und der Tag war unser.
Abgesehen von kleinen Schusswechseln am Flussufer verlief der Nachmittag ohne weitere Kampfhandlungen. Spät am Abend veranstalteten die Bewohner der Stadt aus Freude über ihre Befreiung ein sehr gelungenes Feuerwerk. Die folgende Nacht verlief ohne besondere Vorkommnisse :„All quiet, along the Weser tonight!"


Sergeant Toto
Company Commander 7th Maine Reg. Inf. Vols.

PS.:
Nach der Gefechtsdarstellung sind alle noch einmal in Linie angetreten. Die Grauen haben einen Salut für alle gefallenen Südstaatler und die Blauen für alle gefallenen Nordstaatler des Bürgerkrieges geschossen. Anschließend haben alle zusammen einen Ehrensalut für einen verstorben Kameraden der Palmetto Light Artillery geschossen. Das Camp, das Gefecht und das ganze Drumherum in Bodenwerder war mal wieder ein voller Erfolg und wir bedanken uns bei allen Einheiten und Freunden, die teilgenommen haben Wir freuen uns schon wieder auf nächstes Jahr.
Regina & Toto


 

Bericht zum Wintermarsch 13. - 15.02.2009
Von Corp. Sandra, auch nachzulesen im UCR Forum


Ich denke, man kann dieses Wochenende mit Fug und Recht als einen gelungenen Start in die Hobby-Saison 2009 bezeichnen.

Es fing schon damit an, dass wir am Freitag schon mal Schnee bekamen – also schon mal etwas Winter beim Wintermarsch. :) Gut, das brachte für den einen oder anderen ein wenig die Überlegung mit sich, ob wirklich eine Übernachtung im Zelt durchgezogen oder nicht doch eine der festen Schlafstätten in Anspruch genommen werden sollte; aber na ja. Einige stellten dann doch ihr Zelt in den Schnee und richteten sich draußen ein, und ich selbst entschloss mich auch, es mit dem Dog Tent zu probieren. Im Endeffekt trotzten wir denn auch erfolgreich den nächtlichen Minusgraden von - 5° C bis -10° C.

Im Saloon gestalteten wir die Abende ziemlich ausgelassen (man hatte sich ja lange nicht mehr getroffen), es wurde geredet, gesungen, gelacht, und bei um die 30 Leutchen aus Nord und Süd war da schon was los. Irgendwann wurde es unserem Lieutenant am Freitag dann aber doch etwas zu bunt, und so fanden sich gut ein Dutzend von uns (die, die bei dem Befehl „mitspielten“) plötzlich draußen vor der Tür wieder und absolvierten mitten in der Nacht einige Liegestütze im Schnee. Nun ja, allzu lange hat das nicht „für Ordnung gesorgt“; es dauerte nicht lange, da nahm Dominik die Trommelstöcke zur Hand, bekam in Ermangelung einer Trommel von allen Seiten Material hingehalten und bot uns ein ausgelassenes „Schlagzeug-Konzert“. Die Stimmung war großartig, und obwohl ein anstrengender Samstag in Aussicht war, kamen die meisten von uns erst weit, weit nach Mitternacht ins Bett.

Trotzdem klappte es ganz gut, die Leute morgens um acht zu wecken und zu gegebener Zeit zum morgendlichen Roll Call zu versammeln (lediglich der Lt. ließ sich etwas Zeit, so dass ich mal Anweisung und Gelegenheit bekam, einen Offizier aus seiner Koje zu jagen :D ; etwa fünf Minuten später konnten wir dann unseren Roll Call abhalten). Nach der Verkündung des Tagesprogramms und dem Frühstück folgte eine Flaggenparade, danach gab es etwas Drill, zunächst in kleinen Gruppen zum „Entrosten“, später dann die ganze Truppe gemeinsam als Vorbereitung für den Marsch. Man merkte doch, dass es vielen offenbar über die Winterpause gefehlt hatte – wir waren richtig mit Begeisterung bei der Sache, und es klappte wirklich gut. Anschließend bekamen wir etwas Pause zum Mittagessen und für die Marschvorbereitungen.

Dann war es soweit, es hieß Ausrüstung schnappen (eine Waffentragegenehmigung hatten wir leider nicht, aber es wurde im Endeffekt auch so ganz schön), antreten, die Fahnen (US, CS und die des „Gastgebers“ Maine) in die Hand genommen, und auf ging es durch die Winterlandschaft. Frisch und munter und gut gelaunt folgten Blau und Grau den Fahnen und Offizieren an Feldern entlang, über Waldwege, die Anstiege hinauf, über vereisten Asphalt und durch frischen und auf glattgefahrenem Schnee zur Wiese auf dem Berg, die als Ziel vorgesehen war. (Hört sich vielleicht schlimm an, aber es ging mit regelmäßigen Pausen recht gut, auch wenn uns ein Anstieg wirklich ins Pusten brachte.) An der Wiese angekommen, konnten wir erstmal ausruhen, doch dann wurde „geackert“ – die Truppe „wheelte“, „flankte“ und „by-filete“ durch den fast knöcheltiefen Schnee, als ob wir die Schneefläche einebnen wollten. Es gab zwar zwischendurch immer wieder kleine Pausen, aber als wir uns nach so schätzungsweise einer Stunde auf den Heimweg machten, steckte uns dieses Training doch spürbar in den Beinen (die Tatsache, dass sich ständig Schneeklumpen unter den Schuhen gesammelt und die Brogans sich so dauernd in „Hochhacken-Schuhe“ verwandelt hatten, war auch nicht allzu hilfreich – aber da muss man eben durch). Trotzdem kam unterwegs doch irgendwann ein Punkt, an dem das alles erstmal überwunden war – tatsächlich hörte man hier und da dann auch etwas Marschgesang durch den winterlichen Wald klingen. Schließlich erreichten wir wieder den Waldrand, und einige von uns folgten der Einladung des CS-Captains auf einen schnellen Umtrunk in die dortige Gaststätte. Danach ging es mit Schwung noch mal auf die letzten ca. zwei Kilometer – aber zurück am Ziel waren wir doch froh, schließlich unser Gerödel loszuwerden und uns auf das vorbereitete (danke!) Abendessen zu stürzen. Na ja, „stürzen“ kann man wohl nicht sagen, in der nächsten Zeit ließen wir erstmal alles recht ruhig vor sich gehen.

Aber obwohl zunächst allgemein die Meinung vorherrschte, man würde an diesem Abend wohl nicht alt werden, wurden die Leute so nach einer halben bis dreiviertel Stunde doch wieder munterer, und bald herrschte dieselbe Ausgelassenheit wie am Abend zuvor (wenn auch ohne „Schlagzeug-Konzert“), und der Abend zog sich auch wieder ebenso lange hin. Von dem 12 km-Marsch (plus der zusätzlichen Drill-Strecken) war nichts mehr zu merken.

Tja, nun war der Sonntag da und alles leider schon wieder vorbei. Die Leute krochen nach und nach aus den Betten, tranken ihren Kaffee, packten ihre Sachen, hielten noch einige Pläuschchen, stimmten die nächsten Termine ab und verabschiedeten sich nach und nach, so dass die Veranstaltung mittags schließlich ganz zum Ende kam. Ein schöner Ausklang für ein gelungenes Wochenende.

Möge die Saison in dieser Art weitergehen.



 

Bericht zum Lichterfest Bodenwerder vom 06. - 09.08.2009
"The Battle at Harper´s Ferry"
Stationed at Harper´s Ferry, August 1864.
HDQRS. Seventh Maine Inf. Rgt. Vols., 2nd Div., 6th Corps.


Ich habe die Ehre zu berichten :
Zum Schutze des Munitionsdepots von Harper´s Ferry sollten aus verschieden Einheiten jeweils kleine Abtei- lungen abkommandiert werden. Die erste Abteilung die vor Ort eintraf, war die 29th Independent light Artillery aus New York mit zwei Geschützen. Nach und nach trafen auch Abordnungen der 79th New York, der 20th Maine, der 41th New York und letztlich auch der 7th Maine Infantry ein. Schließlich wurde uns noch ein Corporal der US Cavalry mit einigen indianischen Scouts zugeteilt.
Somit konnten wir letztlich Infanterie in Kompaniestärke und zwei Geschütze als Bewachung für die alte Eisenbahnbrücke über den Chesapeake & Ohio - Kanal melden. Da nun unsere Kompanie aus Männern bestand, die noch nie miteinander Kampferfahrung gesammelt hatten, verbrachten wir den Vormittag des 08.August mit ge- meinsamen Waffendrill und marschieren. Gegen 12.oo Uhr Mittags kam der Befehl einen Patrouillenrundgang durch die Stadt zu machen. Einerseits um gegebenenfalls ein paar Rebellen aufzuspühren, andererseits um die Befölkerung zu beruhigen. So ließ Lieutenant Chico vom 79th New York Inf. Regt. unsere Kompanie an- treten und abmarschieren. Als wir in der Ortsmitte ankamen, ließ der Lieutenant halten und eine kurze Rast einlegen. Wir waren darüber sehr dankbar, da es an diesem Tag aussergewöhnlich heiß war und so konnten wir zufällig noch Zeugen einer kirchlichen Zeremonie werden. Alsbald ließ uns der Lieutenant wieder antreten und weitermarschieren. Wir kamen so wieder an das Flußufer und konnten in Richtung unseres Lagers weitermarschieren. So konnten wir die Patrouille ohne Zwischenfälle beenden. Im Camp angekommen ließ uns Lieutenant Chico wegtreten und erstmal essenfassen und ausruhen. Müßiggang bestimmte unser Leben, als uns plötzlich gegen 15.00 Uhr Kanonendonner aufschreckte und unser Vorposten Corporal Sandy mit lautem "Alarm, Alarm, Überfall!" ins Lager gestürmt kam. Unser Trommler rührte die Trommel zum Alarm und es brach die Hölle los, als jeder versuchte sich seine Waffe, die Munition und was er sonst noch greifen konnte zu schnappen, während die feindlichen Kanonen weiterschossen und ihre Kugeln über unsere Köpfe hinweg flogen. Lieutenant Chico, Corporal Sandy und ich versuchten Ordnung in unsere Reihen zu bringen und so konnten wir schließlich zum Gegenangriff übergehen, während die Artillerie zur Sicherung des Lagers zurück bleiben sollte. Wir marschierten eine Anhöhe hinauf und versuchten die gegnerische Artillerie unter Feuer zu nehmen, als wir plötzlich von einer schnellen, kräftigen Attacke der Rebelleninfanterie überrascht wurden und uns zurückziehen mussten. Leider muß ich bestätigen, daß in dieser Situation einige aus unseren Reihen - vorwiegend indianische Soldaten - zum Feind überliefen. Als wir uns bis zum Lager zurückgezogen hatten, ließ der Lieutenant die verbliebenen Männer Aufstellung nehmen und unsere Artillerie begann mit mörderischem Feuer die Rebellen von ihrem gerade eroberten Hügel zu vertreiben. Das machte uns wieder Mut und Lieutenent Chico ließ uns erneut angreifen. Als wir gerade wieder die kleine Anhöhe in unserer Hand hatten, eröffnete die Südstaaten Artillerie ihr diesmal wohlgezieltes Feuer auf uns und ihre Infanterie griff erneut an. Dieses mal versuchtenwir tapfer Stand zu halten, aber die Übermacht war einfach zu groß. Viele meiner tapferen Kameraden fielen in diesem Gefecht und ich selbst wurde schwer verwundet. Am Boden liegend konnte ich beobachten wie die Rebellen unser Lager angriffen welches tapfer und heldenhaft von unserer Artillerie verteidigt wurde; doch auch sie hatten gegen diese Übermacht keine Chance.
Die Stadt Harper´s Ferry war somit verloren. Es gelang den Rebellen aber nicht zum Munitionsdepot auf der anderen Uferseite über zu setzen, da den ganzen Tag unsere Patouillenboote auf dem Kanal kreuzten. Also nahmen die Rebellenartillerie - welche die Palmetto light Artillery aus South Carolina war - mit ihren Geschützen und die Rebelleninfanterie - welche aus der 8th Virginia Inf. und Louisiana Tigers bestand - unsere Kanonen und fingen an, das Munitionsdepot zu beschiessen. Von meiner Positin aus konnte ich keine größeren Schäden feststellen, jedoch muß sich im Depot ein Schwelbrand gebildet haben, der in der Nacht das Pulvermagazin erreicht haben muß. Gegen 22.30 Uhr ereigneten sich ein paar kleinere Explosionen welche wohl von Gewehrpatronen verursacht wurden. Weiterhin war in der Nacht ein rötliches Glühen sichtbar und gewaltige Wasserfontänen liessen auf verzweifelte Versuche das Feuer zu löschen schließen, als ca. eine halbe Stunde später mehrere gewaltige und kleinere Explosionen die Stille der Nacht zerrissen.
Wieviele Menschen bei diesen Inferno verletzt oder gar getötet wurden, vermag ich nicht zu sagen. Als gegen 23.30 Uhr die letzten Explosionen verklungen waren, kam plötzlich ein wahrer Strom an Flüchtlingen an unserem Lager vorbei; Menschen die die Explosionen wohl aus dem Schlaf gerissen hatten. Die ganze Stadt schien jetzt evakuiert zu sein.
Das Gefecht war verloren, viele meiner Kammeraden gefallen, das Munitionsdepot in die Luft geflogen, aber wenigstens waren die Einwohner aus der Stadt Harper´s Ferry jetzt in Sicherheit.
Sergeant Toto
Company Commander 7th Maine Inf. Rgt. Vols.



 

Bericht zum Wintermarsch vom 13. Februar 2010
Stationed at Camp Chisum, Hameln
HDQRS. Seventh Maine Inf. Rgt. Vols., 2nd Div., 6th Corps.


Ich habe die Ehre zu berichten :
Anwesend waren Teile der 8th NC Inf., 8th VA Inf., 79th & 41st NY Inf., 20th & 7th ME Inf., der South Carolina Palmetto Light Artillery und der 29th NY Independent Light Artillery.
Dienstbeginn war am Samstag um 9.00 Uhr. Den Sergeanten und Corporalen der jeweiligen Truppenteile wurde befohlen, mit ihren Männern Waffen- & Drillausbildung zu betreiben. Dies´ nahm den ganzen Vormittag in Anspruch und wurde sehr erfolgreich durchgeführt.
Um 12.00 Uhr ließ ich die Männer zum Mittagsapell antreten, erklärte ihnen welche Montur anzulegen sei und was uns auf dem Marsch erwarten könnte. Anschließend ließ ich zur Mittagspause wegtreten.
Um 13.00 ließ ich die Truppe in " Full Battle Order " antreten. Wir waren 32 Mann, die sich jetzt auf den Weg über die verschneiten Straßen der Wehler Marsch machten. Im Camp Chisum blieb nur unser Küchenbulle ( Uwe ), sein Gehilfe ( Clint ) und ein paar Küchenhelfer, sowie ein Krankgemeldeter zurück.
Nachdem wir den ersten Teil des Weges hinter uns gebracht hatten, ließ ich, bevor wir die Berge erkundeten, eine kurze Rast einlegen. Um den weiteren Vormarsch zu sichern, befahl ich zwei Aufklärungstrupps - einen unter der Leitung von Sgt. H. Letz ( 8th North Carolina ) und einen unter der Leitung von Cpl. D. Freund ( 7th Maine Vols.) zu jeweils vier Mann - den unteren und oberen Weg zu erkunden. So gesichert konnte der Haupttrupp den stark vereisten und verschneiten Weg fortsetzen. am " Look Out Point " angekommen, erwarteten uns schon beide Spähtrupps und meldeten keine besonderen Vorkommnisse. Nach kurzer Pause schickte ich beide Spähtrupps bis zum nächsten wichtigen Wegpunkt vor. Als der Haupttrupp dort ( an der H-Kreuzung ) eintraf, konnten sich die Aufklärer am Ende der Kolonne anschließen und wir nahmen ohne Pause den letzten Teil des Aufstiegs in Angriff. Um zum Rast- und Drillplatz zu gelangen, mussten wir noch ein Stück querfeldein durch den Wald. Dort Angekommen mussten wir feststellen, daß der Schnee dort ca 30 - 40 cm hoch lag und der Platz somit unpassierbar war. So ließen wir den geplanten Drill ausfallen und legten eine längere Rast ein. Nach einer guten halben Stunde ließ ich zum Abmarsch antreten. Nachdem wir uns erneut querfeldein durch den Schnee gekämpft hatten, erreichten wir wieder die Waldstraße, die uns auf der anderen Seite des Hügels bergab führte. Da auch hier der vereiste Untergrund mit Schnee bedeckt war, war der Abstieg nicht ungefährlich. Der Rest des Weges bis zum Waldfriedhof verlief ohne Zwischenfälle. Da mir der Platz für einen längeren Aufenthalt als ungeeignet erschien, ließ ich umgehend weitermarschieren. Ca. 500m weiter befand sich ein überdachter Rastplatz. Um nicht zu sehr auszukühlen rasteten wir nur 15 min. Der Rest des Weges verlief zwar ohne Zwischenfälle; aber ich kann nur sagen, daß einige Kameraden es wohl eiliger hatten zurück zum Camp zu kommen, als andere !!
Schluß und letztendlich kamen wir alle mehr oder weniger wohlbehalten wieder auf der Ranch an. Nachdem wir unser Gerödel verstaut, uns wieder einigermaßen hergerichtet und den Schnee von den Klamotten geklopft hatten, ging es ans Essenfassen. Die Suppe, die Küchenbulle Uwe gezaubert hat, war reine Kraftnahrung, die uns wieder aufgebaut hat. So kann ich letzlich den Wintermarsch als Erfolg melden.
Respectfully Yours,
Sergeant Toto
Company Commander 7th ME Rgt. Inf. Vols.

PS.: Der anschließende Abend im Saloon war so schön wie schon lange nicht mehr.Ich möchte mich hiermit noch einmal herzlich bei allen bedanken, die sich trotz des wiedrigen Wetters auf den Weg nach Hameln gemacht haben, um anschließend bei noch schlechterem Wetter einen noch schlechteren Weg mit mir gemeinsam zu marschieren.
Das wichtigste für einen Soldaten ist die Kameradschaft, egal ob blau oder grau !



 

Bericht zum Wintermarsch vom 26. Februar 2011
Stationed at Camp Chisum, Hameln
HDQRS. Seventh Maine Inf. Rgt. Vols., 2nd Div., 6th Corps.



Dear Sir,
Ich habe die Ehre zu berichten;
der Generalsorder die Soldaten auf eventuelle bevohrstehende Konflikte vor zu bereiten und zu drillen, konnte in großem Umfang entsprochen werden.
Bereits im Verlauf des Freitages konnte schon eine große Zahl verschiedener Einheiten, bestehend aus Milizen und freiwilligen Verbänden festgestellt werden, welche sich von Zeit zu Zeit auf dem Camp-Gelände in Hameln einfanden. Abends wurde am Lagerfeuer und in den Stuben und Zelten noch lange diskutiert, welche Herausforderungen die kommenden Zeiten wohl bringen und was man von den Soldaten erwarten würde. Am nächsten Tag begannen wir, nach einem kurzen Frühstück, mit dem Kompaniedrill und am späteren Vormittag kam noch die Ausbildung mit dem Bajonett hinzu. Um den Regimenstsdrill durchführen zu können, mussten wir auf ein größeres Gelände ausweichen. So ließ ich die Truppe nach dem Mittagessen antreten und um 13.00 Uhr abmarschieren. Nach ca. 5 Kilometern erreichten wir die große Drillwiese. Dort ließ ich kurz Halt machen und die Knapsäcke und Deckenrollen ablegen. Anschließend ließ ich die Kompanien zum Regimentsdrill antreten, welcher nach anfänglichen Schwierigkeiten letztendlich sehr gut funktioniert hat. Gegen 17.00 Uhr ließ ich die Truppe antreten, aufrödeln und abmarschierern. Der 7 Kilometer lange Rückmarsch wurde, mit nur einer kurzen Rast, in festem Schritt und Tritt und mit so manchem Lied auf den Lippen, in erstaunlicher Geschwindigkeit zurück gelegt, so daß wir um Punkt 18.00 Uhr wieder in Camp Chisum eintrafen und Essen fassen konnten.
Sir; ich kann somit voller Stolz berichten, daß dieses Drillwochenende ein voller Erfolg war und die Truppe eine außerordentliche Leistung gezeigt hat, mit der sie für alle kommenden Aufgaben gewappnet sein dürfte.
Respectfully your obedient Servant,
Sergeant Toto,
Company Commander 7th ME Rgt. Inf. Vols.



 



.

 

 

 

 



IG REENACTORS - BAGGER- Copyright 2008© All Rights Reserved